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1000. Ehrenamtkarte des Landes Rheinland-Pfalz für Matthias Kühn

1000. Ehrenamtkarte des Landes Rheinland-Pfalz für Matthias Kühn : Wertschätzung für viele Jahre Ehrenamt

Die 1000. Ehrenamtskarte des Landes Rheinland-Pfalz hat der Großsteinhauser Matthias Kühn erhalten. Seit Jahrzehnten stellt er sich in den Dienst der Freiwilligen Feuerwehr. Aber nicht nur dort packt er mit an.

„Das war reiner Zufall, wir waren allein drei von der Freiwilligen Feuerwehr aus Großsteinhausen, die für die Ehrenamtskarte des Landes Rheinland-Pfalz vorgeschlagen worden sind“, lacht Matthias Kühn. Der 58-jährige Großsteinhauser, der sich seit mehr als 40 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr engagiert, hat die 1000. Ehrenamtskarte erhalten.

Als Sohn des ehemaligen Feuerwehr-Chefs, Heinz Kühn, war der Weg für den jungen Mann vorgezeichnet. „Ich bin da quasi von klein auf reingewachsen“, erinnert er sich an Besuche mit dem Vater auf der Wache und bei Feuerwehrfesten. Schon lange half der Jugendliche mit, bevor er dem Verein offiziell beitrat. „Da war ich 19“, erinnert sich Matthias Kühn mit Blick auf die Urkunde zur Goldenen Ehrennadel von 2019. Seitdem nimmt er regelmäßig an Schulungen, Übungen und Einsätzen teil und ist einer der tatkräftigen Helfer bei allen Veranstaltungen.

Jeden, später jeden zweiten Montagabend, treffen sich die fast 20 Großsteinhauser, um sich weiterzubilden und zu üben. Die Bandbreite reicht von Theorie, Umgang mit dem Feuerwehrauto bis hin zum Bau von Absperrungen. „Bei uns auf dem Land ist ja, Gott sei Dank, so viel nicht los“, freut sich der Ehrenamtler.

Doch die Großsteinhauser, die den Autobahnabschnitt vom Outlet bis Höheischweiler, die L700 in Richtung Frankreich sowie die Landstraße Richtung Großsteinhausen betreuen, helfen auch in der Nachbarschaft aus bei Unfällen, ausbrennenden Autos und ähnlichem. Letzter Großeinsatz war vor kurzem die Bombenentschärfung in Contwig.

Seit drei Jahren muss er aus gesundheitlichen Gründen kleinere Brötchen backen. Körperlich schwere Arbeiten sind ihm nicht mehr möglich. Er weiß: „Auch Absperrungen und Funk wollen kompetent bedient sein.“

Nach wie vor profitieren die Kameraden von seiner langjährigen Erfahrung. „Böse“ Einsätze waren dabei die Ausnahme. Sein schlimmster Fall ereilte Matthias Kühn gleich zu Beginn seiner Feuerwehrkarriere. „Damals ist in der ersten langen Rechtskurve zwischen Großsteinhauserhof und Kirschbacherhof ein Auto auf die Gegenfahrbahn geraten. Eine Tote und eine Schwerverletzte.“ Doch die Freude, helfen zu können und die gute Kameradschaft überwiegen vor solchen Erinnerungen.

Von Anfang an war Matthias Kühn beim Bau und bislang mehrfachen Umbau der Großsteinhauser Feuerwache tatkräftig im Einsatz. Und als „Chefgriller“ bei zahllosen Feuerwehr-, Nikolaus-, Dorf- und Vereinsfesten. Wie so viele Ehrenamtler, bringt sich der gelernte Hersteller von Präzisionswerkzeugen, der mittlerweile Frührente bezieht, gleich in mehreren Vereinen ein: im Sportverein, im Dorfverein und wo immer Not am Mann ist. Er lacht: „Meine sportliche Karriere beschränkt sich aufs Würstchen und Schwenker wenden.“ Doch auch das will gekonnt sein. Außerdem organisiert der Allrounder gerne und ist eine zuverlässige Bank, wenn es gilt, Technik und anderes für die Veranstaltungen zu richten.

Ein weiteres Hobby ist das Motorradfahren. Mit seinen ehemaligen Kollegen und Freunden geht er gerne auf Mehrtagestouren und mit Ehefrau Evi, die ihm zu Hause den Rücken freihält, fährt er gerne in Urlaub, am liebsten in die USA. Ein Besuch bei Freunden in Texas fiel  diesem besonderen Jahr ebenso zum Opfer, wie der regelmäßige Trip nach Teneriffa. Dafür wurde fleißig am Haus gebaut. Beide träumen noch von einer Reise nach Hawaii.

Angeregt durch die Ehrenamtskarte will das Ehepaar künftig außerdem die Region erkunden. „Wir waren noch nie im Rosengarten, obwohl wir das schon so lange vorhaben. Oder im Dynamikum“, zählt Matthias Kühn auf.

An seinem ehrenamtlichen Engagement will der Großsteinhauser auf jeden Fall festhalten. Und an seinem Abendritual: eine halbe Stunde Science-Fiction-Roman vor dem Einschlafen.