1. Pfälzischer Merkur

Zweibrücken: Gerhard Kaiser entwickelt Modell für Freiheitsdenkmal am Herzogplatz

Entwurf von Gerhard Kaiser zur Würdigung des großen Beitrags Zweibrückens zur deutschen Demokratiegeschichte nimmt Formen an : Rauch ist begeistert von Freiheitsdenkmal

Die Beigeordnete Christina Rauch (CDU) lobt das Modell von Gerhard Kaiser für ein Zweibrücker Freiheitsdenkmal. Über eine mögliche Realisierung will sie eine breite Diskussion. Bald angebracht werde das geplante „einordnende Informationspult“ am Bismarck-Denkmal.

Großes Lob für Gerhard Kaiser: Die Zweibrücker Beigeordnete Christina Rauch (CDU) zeigt sich von dessen Entwurf für ein Denkmal zur Würdigung der Freiheitsbewegung regelrecht begeistert.

Auf Anfrage unserer Zeitung an den Stadtvorstand erklärte Rauch, dass Gerhard Kaiser (vor dem Ruhestand Lehrer am Helmholtz-Gymnasium) mitsamt seiner Gattin Ingrid Kaiser inzwischen den Entwurf vorgestellt hat. Kaiser hat nach seiner Skizze (wir berichteten ausführlich) mittlerweile ein 3-D-Modell des Denkmals gefertigt, das die großen Beiträge Zweibrückens zur deutschen Freiheits- und Demokratiegeschichte würdigen soll.

Rauch, als Beigeordnete unter anderem zuständig für das Dezernat Kultur, erklärt, sie habe gemeinsam mit Stadtmuseumsleiterin Charlotte Glück die Kaisers zu einem persönlichen Gespräch empfangen. Im Dienstzimmer Rauchs im Behördenzentrum Max1 präsentierte das Ehepaar der Beigeordneten und der Stadtmuseums-Leiterin den Entwurf ausführlich.

Die Dezernentin merkt an, dass sie das Modell im Anschluss „einige Tage in der Verwaltung des städtischen Kulturamtes“ auf sich und andere Mitarbeiter und Besucher habe wirken lassen. Ferner sei der Entwurf „intensiv diskutiert“ worden.

Nun steht fest: Der pensionierte Lehrer traf ins Schwarze. Rauch: „Ich war sofort von der Idee und dem Modell für ein Denkmal zur Würdigung der Freiheitsbewegung begeistert. Es ist eine engagierte, liebevolle und inspirierende Arbeit. Der Entwurf kreiert ein lebendiges Kulturdenkmal zur Demokratiegeschichte Zweibrückens. Darüber hinaus liegt diesem die Idee eines Ortes der gelebten Kommunikation und Freundschaft sowie des gemeinsamen Verweilens zugrunde.“

Die Beigeordnete lobt das Engagement von Gerhard Kaiser: „Wir können in Zweibrücken stolz darauf sein, so geschichtsinteressierte, begabte und engagierte Bürgerinnen und Bürger in unsere Mitte zu wissen, die sich mit dieser Intensität und so viel Herz für unsere Stadtgeschichte und unser kulturelles Leben einsetzen.“

Für die Kulturdezernentin steht fest: „Eine solche Skulptur wäre eine Bereicherung für unser Stadtbild und die Demokratiegeschichte.“

Allerdings liegt es nicht alleine an Rauch, über Für und Wider zu befinden. Angesprochen auf den weiteren Zeitplan erklärt sie: „Zurzeit befinden wir uns im Planungs- und Abstimmungsprozess. Es ist vorgesehen, das Thema Demokratiedenkmal im nächsten Kulturausschuss zu beraten. In diesem Prozess werden natürlich auch die Aspekte der grundsätzlichen Befürwortung, des möglichen Standortes und der Finanzierungsmöglichkeiten diskutiert werden. Im Grundsatz möchte ich möglichst viele an dieser Diskussion und dem Prozess beteiligen.“

Auf Merkur-Nachfrage erklärt auch Gerhard Kaiser, dass die Frage der Finanzierung eine entscheidende sei. Es sei ihm bewusst, dass die Kassen der Stadt leer sind. Von daher hoffe er darauf, dass Vereine, Parteien oder sonstige Kooperationen ihre Schatullen öffnen und ihr Scherflein zur Finanzierung der Skulptur beitragen. Kaiser denkt auch laut über „einen Spendenaufruf im Internet, über Soziale Medien“, nach.

Stolz ist der Künstler, dass sein Entwurf so viel Lob findet. Zum einen von der Beigeordneten Rauch und der Stadtmuseums-Leiterin Glück. Aber auch darüber hinaus hätten ihn schon etliche Bürger auf die im Pfälzischen Merkur veröffentlichte Denkmal-Entwurfszeichnung angesprochen.

„Das Echo ist groß – und ungemein positiv“, strahlt Kaiser. Ihm schwebt für die Ausführung seines Entwurfes „ein Granitblock mit zwei mal zwei Metern Kantenlänge“ vor. Also „keine riesige Skulptur“, wie er deutlich macht. Sechs Metallkeile aus Bronze oder Stahl sollen in die Skulptur eingearbeitet werden.

Bezüglich der möglichen Beschriftung des Denkmals ist er offen. „Man könnte diese einmeißeln. Oder Bronzebuchstaben einsetzen“, überlegt er.

Wie teuer das Ganze exakt werden soll, sei erst exakt zu berechnen, wenn alle Details geklärt seien. Aber Kaiser rechnet schon damit, dass „ein hoher fünfstelliger Betrag“ zu veranschlagen ist.

Und wo soll die Skulptur genau hin? Kaiser ist durchaus für Vorschläge offen. Ihm schwebt vor, dass das neue Freiheitsdenkmal und die Bismarck-Statue „in Korrespondenz miteinander treten“, also nahe beieinander aufgestellt werden. Wobei Bismarck „auf dem Herzoplatz etwas wandern könnte“, also leicht versetzt werden könnte, überlegt Kaiser.

Es sei ja beschlossen, dass der Goetheplatz umgestaltet wird – in diesem Kontext ließen sich die Kaiser-Skulptur und Bismarck auf Herzog- beziehungsweise Goetheplatz so arrangieren, dass eine ganz neue Wahrnehmung der beiden Plätze zutage trete.

Apropos Bismarck-Denkmal: Die Beigeordnete Rauch hatte bereits im Merkur erklärt, sie wolle dort eine Infotafel installieren. Denkmäler seien durchaus auch als „Mahnmäler“ anzusehen. Denkmäler seien immer „Zeugnisse ihrer Zeit und müssen aus ihrer Entstehungszeit heraus verstanden werden“, erklärt die studierte Historikerin auf Nachfrage nach dem Stand der Dinge. Gemeinsam mit mit Stadtmuseums-Leiterin Glück habe sie diese Informationstafel entworfen, sie werde neben Bismarck auf einem Steinpult angebracht. Rauch: „Das Modell ist ausgesucht und die Beauftragung dieses erklärenden Informationspultes ist schon auf den Weg gebracht. Auf der Informationstafel werden die historischen Hintergründe erläutert und die historische Persönlichkeit Bismarck reflektiert dargestellt. Dies ermöglicht eine kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte und die Aufarbeitung.“ Bereits „in nächster Zeit“ werde dieses „Informationspult“ aufgestellt.

Christina Rauch verteidigt das umstrittene Bismarck-Denkmal – hat aber eine Bismarck auch kritisch einordnende Info-Tafel in Auftrag gegeben. Foto: Lutz Fröhlich

Diskutieren Sie mit:
www.facebook.com/pfaelzischermerkur