1. Pfälzischer Merkur

Zweibrücken: 53 Künstler stellen Werke aus und füllen damit Leerstände

53 Künstler stellen in Zweibrücken aus : Die Innenstadt als Kunst-Galerie

Stadtmarketing-Chefin Petra Stricker muss corona-bedingt alljährliche Aktion „Zweibrücken kunstvoll“ abhaken – und präsentiert als Ersatz eine Kunst-Aktion, die ähnlichen Charakter hat und zudem noch Leerstände füllt.

Eine Kunst-Aktion kann nicht stattfinden? Dann machen wir eben eine Kunst-Aktion! So lässt sich die Überraschung beschreiben, die Petra Stricker jetzt aus dem Hut zaubert.

Die Stadtmarkting-Chefin sagt im Gespräch mit unserer Zeitung, die alljährliche Veranstaltung „Zweibrücken kunstvoll“, in der Künstler in der Fußgängerzone Bilder malen und ausstellen, könne corona-bedingt nicht stattfinden. „Es gab zwei Anläufe, ,Zweibrücken kunstvoll’ zu organisieren. Aber beide sind am Thema Hygienemaßnahmen gescheitert“, sagt Stricker.

Gemeinsam mit der kunstbegeisterten Einzelhändlerin Birgit Neuhardt und Gemeinsamhandel-Chef Andreas Michel wollte Stricker „Zweibrücken kunstvoll“ den Corona-Wirren zum Trotz ausrichten. Es wäre in diesem Jahr die siebte Auflage gewesen. Aber es sollte nicht sein.

„Die Abstandsregeln sind das Problem“, erklärt die Stadtmarketing-Chefin. Bei „Zweibrücken kunstvoll“, ist das Konzept, dass Künstler und Publikum ins Gespräch kommen, man plaudert miteinander, beugt sich über Kunstwerke, fachsimpelt.

Mit einer Maske über Mund und Nase und mindestens 1,50 Meter Abstand schwer zu bewerkstelligen. Also wurde nichts daraus. Aber, so verkündet Stricker stolz: Wenn es eine solche Kunst-Aktion nicht geben kann, dann machen wir eben eine andere Kunst-Aktion.

„Stadt-Galerie Zweibrücken – Kunst meets Handel“ nennt sich das Motto dieser Alternativ-Veranstaltung, die Stricker nun präsentiert. Veranstaltungszeitraum ist der 24. Juli bis 29. Augst.

Das Konzept ist fast dasselbe: In der Innenstadt stellen Künstler ihre Arbeiten aus. Der Unterschied liegt darin, dass die Händler, die sich an der Aktion „Stadt-Galerie“ beteiligen, diese Werke in ihren Schaufenstern ausstellen. Es ist also Kunst zu sehen. Aber ohne die bisher gewohnte Interaktion mit dem jeweiligen Künstler. Und ohne, dass Künstler ihre Staffeleien in der Fußgängerzone aufschlagen und munter zum Pinsel greifen.

Stricker geht aber davon aus, dass alle Kunstinteressierten dennoch zu ihrem Recht kommen. Alleine schon wegen der regen Teilnahme: „Es haben sich 53 Künstler angemeldet. Das ist eine sehr gute Resonanz“, freut sich die Stadtmarketing-Leiterin.

Ihre Freude ist berechtigt: 2018 nahmen bei „Zweibrücken kunstvoll“ rund 20 Künstler teil, 2019 waren es 35. Die 53 Teilnehmer der diesjährigen Alternativ-Veranstaltung sind also ein starker Wert. „Die Resonanz ist natürlich auch deshalb so groß, weil die Kunstschaffenden derzeit für jede Möglichkeit, ihre Bilder zeigen zu können, dankbar sind“, sagt Stricker. Tatsächlich ist die Corona-Krise gerade für Künstlerinnen und Künstler eine ernste Herausforderung, bundesweit klagen sie über Existenzängste.

Die 53 Teilnehmer, die bislang zugesagt haben, kommen alle aus Deutschland, die meisten aus der Region, die weitesten Anfahrtswege nach Zweibrücken nehmen Teilnehmer aus Frankfurt und aus dem Schwarzwald auf sich.

Stricker sagt, die Bilder würden nicht nur in die Schaufenster von aktiv betriebenen Läden gestellt. Es würden damit auch Leerstände gefüllt. Man könne mit der Aktion also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Die meisten Paten aus dem Einzelhandel zum Aufstellen der Bilder stünden bereits fest, am 14. Juli werde bei einer gemeinsamen Besprechung mit den Händlern alles festgezurrt. Danach liefen dann die Absprachen zwischen den Händlern und den Künstlernn.

Dankbar ist Stricker, dass diesmal auch zwei echte Platzhirsche aus dem Handel mitmachen: Möbel Martin und das Fashion Outlet hätten erklärt, ebenfalls in ihren Räumen Kunstwerke zeigen zu wollen. „Das ist das erste Mal, dass diese beiden großen Händler in diesem Umfang mitmachen“, lobt sie.