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Zentrale Sperre für Spielsüchtige in Spielhallen gilt ab sofort

Spielhallen in Rheinland-Pfalz : Zentrale Sperre für Spielsüchtige eingeführt

Rheinland-Pfalz verschärft Auflagen für Spielhallenbetreiber. Läden, die nicht mitmachen, müssen schließen.

Für Glücksspielsüchtige werden die Hürden in Rheinland-Pfalz ein Stück höher: Mit der Wiedereröffnung der Spielhallen am Mittwoch wurde landesweit auch die zentrale Spielersperrdatei Oasis eingeführt. Alle rheinland-pfälzischen Spielhallen müssen nach einer Mitteilung der für die Glücksspielaufsicht zuständigen Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion an das System angeschlossen sein. Wer sich nicht beteilige, werde geschlossen.

Bisher wurden Sperrlisten in rheinland-pfälzischen Spielhallen nur lokal geführt. Ist ein Spielsüchtiger in einem Spielsalon gesperrt, kann er in einem anderen Salon trotzdem sein Geld verspielen. Durch die zentrale Sperrung wird das künftig nicht mehr möglich sein, denn in jeder Spielhalle muss das Personal die Ausweise der Besucher überprüfen. Wer bei Oasis registriert ist, fällt somit auf.

„Eine sehr gute Entscheidung“, kommentiert Suchtberater Andreas Stamm die landesweite Einführung der Sperrdatei, über die jahrelang diskutiert worden sei. Spielsüchtige verspielen durchschnittlich 500 Euro im Monat, manche deutlich mehr, andere weniger. „Spielhallen leben von süchtigen Spielern“, sagt Stamm. Umso wichtiger seien daher zentrale Sperren.

In den meisten Fällen geht die Initiative dazu nach Angaben des Suchtexperten von den Spielern selbst aus. Sind sie erst einmal gesperrt, kommt ihr Name nicht mehr so einfach aus der Datei heraus. Laut Stamm liegt die Mindestsperrzeit bei einem Jahr.

Und trotzdem kann man Oasis leicht umgehen. Denn in vielen Bundesländern gibt es die Spielersperrdatei gar nicht. So müssen spielsüchtige Rheinland-Pfälzer nur ins benachbarte Saarland fahren, wenn sie der Sperre daheim entfliehen wollen. Eine Forderung von Suchtberater Andreas Stamm lautet daher, Oasis auf ganz Deutschland auszudehnen. Zudem müssten unter die Regelung auch Gaststätten oder Imbissbuden fallen, in denen Spielgeräte aufgestellt seien.

Ein Sprecher des hessischen Münzautomaten-Verbands zog nach der dortigen Oasis-Einführung eine ernüchternde Zwischenbilanz. Die Sperrdatei treibe viele Spieler ins illegale Glücksspiel, vor allem ins Internet. Dort gebe es überhaupt keinen Schutz für Spieler.