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Weitere Anklage in Korruptionsaffäre bei Saar-Landesamt

Weitere Anklage in Korruptionsaffäre bei Saar-Landesamt

Im Korruptionsskandal beim Saar-Landesamt für Zentrale Dienste (LZD) hat die Staatsanwaltschaft Saarbrücken jetzt auch den Inhaber eines Hausmeisterservices angeklagt. Der 62-Jährige aus Friedrichsthal soll einem bereits zu drei Jahren Haft verurteilten LZD-Sachbearbeiter zwischen 2011 und 2015 Schmiergeld in Höhe von 227 602 Euro gezahlt haben. Die Anklage lautet auf gewerbsmäßige Bestechung in 64 Fällen.

"Unter Ausschaltung des Wettbewerbs und zu erhöhten Preisen", so die Staatsanwaltschaft , soll das LZD mit dem 62-Jährigen eine Vielzahl von Verträgen über Kehrreinigungen abgeschlossen haben, hinzu sollen Aufträge für Heckenschnitt, Mähen und Laubreinigung gekommen sein.

Insgesamt ging es laut Anklage um Aufträge über 748 706, 54 Euro. Dafür erhielt der Sachbearbeiter von dem Friedrichsthaler Unternehmer 227 602 Euro in bar. Der ehemalige LZD-Mitarbeiter hat dies bereits gestanden und ist nun erneut angeklagt - diesmal geht es um Aufträge für einen Elektrobetrieb, für die der 53 Jahre alte Ex-LZD-Mitarbeiter laut Anklage mit kostenlosen Elektrogeräten, Handwerkerleistungen an seinem Privathaus und Übernahme der Tankrechnungen für sein privates Auto geschmiert worden sein soll.

Der Inhaber des Hausmeisterservices sei in vollem Umfang geständig, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Nach Auffassung der Anklage werde zu seinen Gunsten zu berücksichtigen sein, dass er sich - ohne dass ein Tatverdacht gegen ihn bestanden habe - über seinen Verteidiger an die Staatsanwaltschaft gewandt und die Taten offenbart habe.