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Tödliche Explosion in Carling: Total soll 200 000 Euro bezahlen

Tödliche Explosion in Carling: Total soll 200 000 Euro bezahlen

Das Gericht in Saargemünd hat gestern den Konzern Total Petrochemicals France (TPF) wegen der tödlichen Explosion am lothringischen Standort Carling im Jahr 2009 zu einer Geldstrafe von 200 000 Euro verurteilt - zahlbar an den französischen Staat. Für den ehemaligen Leiter der Anlage, Claude Lebeau, verhängte die Kammer eine Haftstrafe von einem Jahr auf Bewährung sowie eine Geldstrafe von 20 000 Euro .

Bei der Explosion eines Steamcrackers im Juli 2009 waren zwei Männer ums Leben gekommen. Erst knapp sieben Jahre danach fand der Prozess dazu Anfang März dieses Jahres in Saargemünd statt (wir berichteten).

Mit dem gestrigen Urteil folgte die Kammer der Forderung von Staatsanwalt Olivier Glady, der sich in seinem Plädoyer für eine Geldstrafe von 200 000 Euro an Total ausgesprochen hatte.

Milderes Urteil

Milder fiel hingegen das Urteil gegen den Ex-Direktor Lebeau aus. Gegen den ehemaligen Manager hatte die Staatsanwaltschaft zwei Jahre Haft auf Bewährung sowie eine Geldstrafe von 40 000 Euro gefordert. Zwar sei die "direkte Ursache der Explosion" eine Missachtung der Verfahren durch die Mitarbeiter gewesen, so die Urteilsbegründung. Doch ursprünglich sei die Katastrophe darauf zurückzuführen, dass die Firmenleitung jahrelang absichtlich eine Sicherheitsvorrichtung ausgeschaltet habe. Aus diesem Grund konnte der Betrieb "nicht ignorieren", dass ein sehr hohes Explosionsrisiko bestand. Diese Tatsache stelle ein "unvertretbares Versäumnis" dar, entschied das Gericht in Saargemünd .

Kurz nach Bekanntgabe des Urteils kündigte einer der Anwälte von Total, Jean-Benoît Lhomme, an, dass sein Mandant Rechtsmittel einlegen werde.