1. Pfälzischer Merkur
  2. Vereine und Regionen

Iberisch Reiten: Reiten wie die spanischen Hirten

Iberisch Reiten : Reiten wie die spanischen Hirten

Der Contwiger Wolfgang Glöckner ist begeistert von der iberischen Reitweise. Gerne organisiert er ein Lehrgangs-Wochenende mit Profi Dieter Mader beim Pfälzer Pony RFV Thaleischweiler-Fröschen, wenn Interesse besteht.

() Sichtlich zufrieden trabt der Schimmelwallach Keep durch die Reithalle des Pfälzer Pony-RFV Thaleischweiler-Fröschen. „Du kannst noch ein bisschen freundlicher mit der Hand sein, wenn er so schön nachgibt“, erklärt Astrid Niederobermayr der Reiterin Karin Schneider. Die Reitlehrerin unterrichtet sie und ihren arabisch geprägten Trakehner-Wallach zum ersten Mal.

„Wir lehren die klassische iberische Reitweise“, erklärt ihr Ehemann, Dieter Mader. Das Paar kommt aus der Nähe von Heppenheim und stellt unter anderem brasilianische Hengste auf Shows und Messen vor.

Die iberische Reitweise ist geprägt von spanischen und portugiesischen Einflüssen. Im Vergleich zur klassischen, englischen Reitweise, die in den meistern Reitställen der Region praktiziert wird, werden bei der Reitweise der Hirten eher Impulse gesetzt, die das Pferd dann selbstständig ausführen soll, bis es ein neues Kommando erhält. Im klassisch-englischen Stil wird „jeder Schritt“ vom Reiter aktiv herausgeritten, das Pferd also bei jedem Tritt mit einem Impuls der Schenkel angetrieben. „Außerdem beginnen wir bei der Ausbildung der Pferde früher mit den Seitwärtsgängen, bereits ein halbes Jahr nach dem Anreiten“, erklärt Dieter Mader. Das Pferd würde zunächst vom Boden aus geschult, bevor es lerne, sich unter seinem Reiter auszubalancieren.

Vor rund einem Jahr ist der Contwiger Wolfgang Glöckner, Ehemann von Karin Schneider, auf Dieter Mader – bekannt von zahllosen internationalen Show-Auftritten – und seine Reitweise aufmerksam geworden.

„Ich habe viele Reitlehrer kennen gelernt und getestet“, erklärt der 62-jährige Contwiger, der seit seinem dritten Lebensjahr im Sattel sitzt. Als er zum ersten Mal auf einem von Dieter Maders Schulpferden saß, machte es „Klick!“. „Das ist es“, beschreibt er sein Gefühl der Zufriedenheit, „Leicht reiten. Feinfühlig, ohne großen Aufwand mit dem Pferd kommunizieren beim Reiten.“ Seitdem fährt Wolfgang Glöckner jeden Monat auf die Ranch bei Heppenheim. Erstmals war Mader jetzt in der Reithalle in Thaleischweiler-Fröschen, um mit dem Ehepaar und seinen beiden Pferden, dem 16-jährigen Trakehner mit Araberblut und dem achtjährigen Nachwuchspferd zu arbeiten. „Sehr gute Pferde“, lobte Astrid Niederobermayr, die auch mit ihren Schülern sehr zufrieden war. „Es ist eine klassische Reitweise, die weniger anstrengend zu sehr guten Ergebnissen und Fortschritten führt und sehr pferdefreundlich ist“, findet Wolfgang Glöckner. Gerne will er ein Wochenende mit der Iberischen Reitweise in Thaleischweiler-Fröschen organisieren, wenn sich Interessenten finden, die mitreiten wollen. „Dann lohnt sich der Aufwand ja auch viel eher“, findet er. Und: Gemeinsam macht es noch mehr Spaß. Gerne könnten sich Reiter, vom Einsteiger bis zum weit fortgeschrittenen Reiter, bei ihm informieren.

Dieter Mader bietet unter anderem auch Trailreiten und die Ausbildung im Garocha-Reiten an.