Plädoyer für Naturschutz im Wald

Geringere Anfälligkeit bei Schädlingen, mehr Widerstandskraft gegen Unwetter: Aus Sicht des BUND Rheinland-Pfalz gibt es viele Gründe, warum Naturschutz im Wald auch für die Forstwirtschaft Vorteile bringt. "Es ist auch ökonomisch sinnvoll, dem Naturschutz im Wald mehr Raum zu geben", sagte der Landesvorsitzende des Umweltverbands, Holger Schindler, der Deutschen Presse-Agentur. Bei einer Fachtagung an diesem Dienstag in Klingenmünster will der BUND deshalb die Gemeinsamkeiten zwischen Naturschützern und Forstwirten stärken. Nach Meinung des Umweltverbands muss viel mehr auf einheimische Baumarten gesetzt werden. "Die werden nicht so schnell von Schädlingen befallen", sagte Schindler. Zudem machten sie den Wald stabiler, da sie Stürmen besser standhielten. Als Beispiel nannte Schindler die Tanne. "Die wird viel zu wenig eingesetzt." Dabei sei der Nadelbaum viel besser für künftige Klimaveränderungen gewappnet als etwa die Fichte, die eigentlich aus höheren Lagen im Alpenraum stammt.

"Wenn die Sommer heißer und trockener werden, ist die Fichte viel anfälliger für Schädlinge ." Besonders im Hunsrück und im Pfälzerwald gibt es große Fichtenbestände. Gerne sähe Schindler im Wald auch mehr Laubbäume, etwa Buchen und Eichen. "Leider ist Laubholz bei den Sägewerken nicht so gefragt." Die Tanne sei deshalb gut geeignet, die Nachfrage nach Nadelholz zu stillen und trotzdem den Wald ökologisch voranzubringen.

Denn ein Baum, der schon seit Jahrhunderten natürlicherweise in rheinland-pfälzischen Wäldern vorkommt, sorgt laut Schindler für eine viel größere Artenvielfalt als neue Baumarten. Egal ob Vögel, Fledermäuse, Käfer oder auch Pilze - sie alle finden in einem Wald mit einheimischen Bäumen bessere Lebensbedingungen. "Das bringt viel für die Natur."