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Stadtverband für Sport: Nach 50 Jahren kommt das Aus für Inzell

Stadtverband für Sport : Nach 50 Jahren kommt das Aus für Inzell

Die Ferienfreizeit der Zweibrücker Sportjugend ist erst einmal Geschichte. Das liegt unter anderem an der geringen Teilnehmerzahl.

„Das ist schade.“ Nicht nur der Präsident der Vereinigten Bewegungsspieler Zweibrücken (VBZ), Frank Schmid, bedauerte das Aus für die Ferienfreizeit der Zweibrücker Sportjugend in Inzell.

Rund fünf Jahrzehnte verbrachten Zweibrücker Jugendliche eine oder früher zwei Ferienwochen im Chiemgau. „Uns wurde in diesem Jahr kein Termin angeboten“, nannte der Vorsitzende der Sportjugend, Stefan Roth, einen Grund für das Aus. Und die Sportjugend wollte auf die Schnelle auch keinen anderen Ort aussuchen. Roth: „Es ist schwer einen Ort zu finden, der das gleiche Angebot wie Inzell hat.“

Aber nicht allein das fehlende Angebot sorgte für das Ende „einer langen Tradition“ (Schmid). Die Kostensteigerungen bei der Unterkunft, dem Transport oder den Eintrittsgeldern zählte Roth weitere Gründe auf. Nach dem Bericht des Kassenwarts Stefan Sohns führte die Freizeitmaßnahme zu einem Verlust von rund 2500 Euro. „Wir müssten die Teilnehmergebühr von 350 Euro auf über 400 anheben“, sagte Roth. Dazu ist die Teilnehmerzahl in den letzten Jahren stetig zurückgegangenen.

Vor einem Jahrzehnt waren es noch rund 50. Im vergangenen Jahr 26, sagte die Betreuerin Anja Sohns. Dadurch würden die Buskosten pro Teilnehmer steigen. „Und der Betreiber des Camps hat lieber eine große Gruppe als eine kleine.“

Schon vor 14 Jahren hatte der damalige Betreuer, Hubert Wolf, gesagt, dass der Bayerische Landessportbund die Angebote für Aufenthalte aus anderen Sportverbänden zusammenstreiche.

In der Folge fuhren die Zweibrücker nur noch eine statt zwei Wochen nach Inzell. „In diesem Jahr werden wir überdenken, was wir den Jugendlichen im Jahr 2019 anbieten“, kündigte Roth ein neues Freizeitkonzept der Sportjugend an einem anderen Ort an. In der Versammlung informierte der Sportkreisjugendleiter Hubert Wolf über die Zuschüsse für Vereine bei Freizeiten und Veranstaltungen.

Weiter appellierte er, dass sich die Vereine beim Spielfest der Stadt im Freibad beteiligen sollten. „Damit bietet ihr den Jugendlichen was an und gebt der Stadt was zurück.“ Wobei der Vorsitzende des Ski- und Volleyballklubs, Matthias Stephan, anmerkte, dass sich im vergangenen Jahr niemand für ihr Volleyball- und Badmintonangebot interessiert habe. „Wir überlegen, ob wir wieder mitmachen.“ Die Versammlung stimmte der „modernisierten und mit dem Finanzamt abgestimmten“ (Roth) geänderten Satzung zu. Auch der Stadtverband für Sport beschloss später eine geänderte Satzung in einer „vereinfachten“ Sprache wie der Vorsitzende Marold Wosnitza sagte. In der neuen Satzung wurde der Erweiterung des Vorstands um den Sportkreisvorsitzenden als „gesetztes Mitglied“ verankert. „Der Sportkreisvorsitzende ist die Verbindung zum Sportbund“, erklärte Wosnitza. Dazu können „als Option“ bis zu zwei Beisitzer in den Vorstand gewählt werden.

Bei seinem Ausblick informierte der Vorsitzende, dass der Stadtverband auch in diesem Jahr wieder einen Stand beim Stadtfest angemeldet habe. „Da können die Vereine, die eine oder zwei Schichten übernehmen, Geld verdienen.“ Weiter kündigte Wosnitza den Ehrenamtstag im November an.