Mehr politisch motivierte Fälle

Straftaten stiegen im Saarland im Jahresvergleich um knapp 15 Prozent auf 333.

Im Saarland hat es im vergangenen Jahr deutlich mehr Fälle von politisch motivierter Kriminalität gegeben. Die Zahl stieg im Jahresvergleich um knapp 15 Prozent auf 333, sagte der Leitende Kriminaldirektor Harald Schnur bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2016 gestern in Saarbrücken. Rund zwei Drittel seien einem rechten Täterspektrum zuzuordnen: Es habe sich um sogenannte Propagandadelikte wie Hakenkreuzschmierereien gehandelt. Die wachsende Fallzahl habe "sehr viel mit dem islamistischen Terrorismus und der Flüchtlingskrise" zu tun", sagte Schnur. Es seien "Resonanzstraftaten". Gewalttaten in diesem Bereich gab es wenige, genannt wurde der Wurf von "Molotow-Cocktails" in den Innenhof einer Moschee in Neunkirchen.

Deutlich zurückgegangen ist 2016 die Zahl der Wohnungseinbrüche: Mit 1947 Einbrüchen seien gut 20 Prozent weniger registriert worden als ein Jahr davor. "Das ist eine tolle Quote", sagte Saarlands Innenminister Klaus Bouillon (CDU). Bundesweit habe der Rückgang bei zehn Prozent gelegen. Die Aufklärungsquote bei den insgesamt 76 981 Straftaten stieg auf 58,3 Prozent (2015: 57,2).