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Kräuterführung mit Apothekerin Katja Friedrich

Kräuterführung mit Apothekerin Katja Friedrich : Wertvolles Kräuterwissen vermittelt

Bei der Kräuterführung mit Apothekerin Katja Friedrich erfuhren die Teilnehmer viel Wissenswertes rund um die Wildkräuter und Heilpflanzen im heimischen Garten und in der freien Natur.

„Wir brauchen gar nicht weit zu laufen. Der Garten von Hedwig Bauer bietet uns eine solche Vielfalt an Wildkräutern, damit sind wir gut beschäftigt“, erfreute die Kräuterexpertin Katja Friedrich an einem heißen Nachmittag die Teilnehmer an ihrer Kräuterwanderung mit Verkostung. Die bunt gemischte Gruppe mit rund 20 Interessierten ließ sich im Schatten der Mirabellenbäume über die Wirkungskraft der unterschiedlichen Heilkräuter aufklären. Da sich viele von ihnen bereits intensiv selbst mit Heilung aus der Natur beschäftigten, trug die Gruppe ihr Erfahrungswissen zusammen.

„Das finde ich immer besonders klasse“, freute sich die Apothekerin Katja Friedrich, die auch zahlreiche Bücher zum Thema Wildkräuter mitgebracht hatte. Selbst Stammgäste, die bereits diverse Führungen mit ihr erlebt haben und „immer wieder gerne teilnehmen“, erfuhren dennoch viel Neues. Sie ließen sich darauf ein, neben den Früchten auch die Blätter des Mirabellenbaums und des Kirschbaums zu kosten.

Essbar sind alle Blätter von Bäumen und Sträuchern, deren Früchte wir auch essen können, mit einer Ausnahme: der Walnuss. Deren Blattwerk enthält zu viele Gerbstoffe. Haselblätter hingegen seien delikat. Die erfahrene Apothekerin verwendet die verschiedenen Blätter regelmäßig in ihren grünen, nährenden und entgiftenden Smoothies. Sie erklärt: „Die grünen Blätter enthalten viel Chlorophyll, zudem pflanzliches Eiweiß, außerdem Mineralien und vor allem Magnesium.“ Der grüne Pflanzenfarbstoff Chlorophyll ähnelt dem Hämoglobin, das dem Blut seine rote Farbe verleiht, und dient, ebenso wie Eisen, einer gesunden Blutbildung. Außerdem entschlacken und entgiften Blätter. „Mit dem pflanzlichen Eiweiß aus Kräutern lassen sich auch Muskeln aufbauen“, erinnert die Fachfrau, die Mitglied im Naturheilverein Südwestpfalz ist, an die Tierwelt, wie Kühe oder Pferde.

Sie bevorzugt pflanzliches Eiweiß, weil es üblicherweise keine Allergien oder Unverträglichkeiten hervorruft, wie etwa Kuhmilch. Blätter und Blüten der Schafgarbe in Smoothie oder Salat entgiften durch ihre Bitterstoffe, helfen der Leber bei der Fettverdauung und kurieren Frauenprobleme wie Krämpfe bei der Menstruation.

Ebenfalls dienlich für Frauenthemen sind, wie der Name schon sagt, etwa Frauenmantel oder Roter Klee. Dieser unterstützt bei beginnender Menopause. „Frauen entgiften ihren Körper über die Menstruation. Fällt diese weg, wird diese Funktion unter anderem durch Schwitzen übernommen“, erklärt sie das Phänomen. Roter Klee wirke durch die darin enthaltenen Phytohormone ähnlich wie die körpereigenen Hormone und kann dadurch die unangenehmen Veränderungen durch die Wechseljahre positiv beeinflussen.

Gänseblümchen seien nicht nur hübsch, sondern auch lecker und wertvoll bei Hauterkrankungen wie Ekzemen oder Neurodermitis. Nelkenwurz (sieht aus wie kleine Kletten) hilft als Tee bei Zahnfleischbluten auf Grund seiner zusammenziehenden und damit Blut stillenden Wirkung. Minze erfrischt, wirkt entzündungshemmend im Magen und kuriert zerrieben auf der Stirn Kopfweh. Die schönen, duftenden Blüten dienen als Hummelweide. Stockrosen sind nicht nur sehr attraktiv, sondern nützlich. Wie auch andere Malvengewächse (Eibisch, Hibiskus, Malve) enthalten sie Schleimstoffe und helfen zum Beispiel bei Reizhusten und Magenschleimhautentzündungen. Ihre Blüten dekorieren jeden Sommersalat.

„Wer noch keine Erfahrung mit Kräutern hat, sollte allerdings langsam einsteigen“, empfahl Katja Friedrich. Sie seien sehr nützlich, weil sie den Körper nicht nur nähren, sondern auch entgiften. Hat dieser jedoch noch eine Menge an Stoffwechselschlacken eingelagert, könne es dadurch sonst zu starken Reinigungsprozessen wie etwa Durchfällen kommen. „Langsam anfangen und dann steigern, wie man sich wohlfühlt“, empfahlen auch Teilnehmer. „Ich lasse immer meine Zunge und Nase entscheiden. Widerstrebt mir etwas, ist das kein Kraut für mich“, beschrieb Christiane Mayer ihre Erfahrung.

Alle freuten sich über eine Liste mit Kräutern und deren Wirkung, die auf fast jeder Wiese oder in jedem Garten wachsen.

www.froh-leben.org