Jobs in Eiseskälte und Horrorhitze

Es ist heiß in Rheinland-Pfalz und bleibt das auch mindestens noch morgen. Damit muss so mancher im Land auch am ein oder anderen Arbeitsplatz bis zu 50 Grad Celsius ertragen. Andere haben es kühler oder sogar eiskalt.

Mit Temperaturen bis zu 39 Grad nimmt der Sommer in diesen Tagen auch in Rheinland-Pfalz richtig Fahrt auf. Wer da keine Klimaanlage hat, der kann bei der Arbeit schnell ins Schwitzen kommen - wie zum Beispiel die Tierpfleger im Landauer "Reptilium". Andere Arbeitsplätze sind dagegen angenehm kühl oder sogar eiskalt. Eine Übersicht über besonders heiße und kalte Orte im Land:

Sauna in Mainz : Wem knapp 40 Grad Celsius nicht warm genug sind, der kann in den Saunen im Mainzer Taubertsbergbad bei bis zu 90 Grad richtig schwitzen. Gefragt seien die Saunen eher in den Abendstunden, sagt die Leiterin Walburga Knestel. "Natürlich geht's in der Sauna etwas gemächlicher zu." Die Saunameister seien die Hitze gewohnt, sie kühlten sich zwischen den Aufgüssen mit kalten Duschen ab. Auch den Gästen rät Knestel, viel zu trinken und auf Signale des Körpers Acht zu geben.

Reptilienzoo Landau: Die Schildkröten und Echsen stecken die Hitze locker weg, schwerer tun sich die Pfleger im Landauer "Reptilium". Bei bis zu 50 Grad Celsius, so teilt das Reptilium mit, klettern sie durch die Terrarien, füttern die wechselwarmen Bewohner und putzen in Wathose und Gummistiefeln die heißen Steine. Weil das Wasser dabei schnell verdunstet, ist auch die Luftfeuchtigkeit hoch. Deswegen hat sich der Terrarien- und Wüstenzoo kurzerhand selbst zu einem der wärmsten Arbeitsplätze Deutschlands erklärt. Abhilfe verschaffe den Pflegern eine kühle Dusche aus dem Gartenschlauch.

Schiersteiner Brücke: Auf der Schiersteiner Brücke zwischen Mainz und Wiesbaden prallt das Sonnenlicht auf Asphalt und Autos. Die Verkehrspolizisten auf der maroden Rheinbrücke dürften es immerhin angenehm kühl haben: Ihr Container habe eine Klimaanlage, sagt Rolf Gäbler von der Polizeiautobahnstation Heidesheim. "Den Container haben wir auch im Hinblick auf die sommerlichen Temperaturen angeschafft." Ähnlich wie den Pendlern gehe es dagegen den Kollegen auf Streife: Zwar hätten die Wagen eine Klimaanlage, "aber wehe, man steigt aus", sagt Gäbler.

Tunnellabyrinthe Oppenheim: Im rheinhessischen Oppenheim können sich hitzegeplagte Bürger in die Tiefe flüchten. Dort locken gleich zwei Tunnellabyrinthe mit tausendjähriger Geschichte Touristen. "Da sind es immer 16 bis 18 Grad. Im Sommer sagen die Leute "Das ist schön kühl" und im Winter "Das ist schön warm", sagt Walter Lang von der Oppenheim Tourismus GmbH. "Da gibt es immer Schatten und nie Sonne." Die weitläufigen Tunnel im weichen Felsuntergrund der Kleinstadt dienten einst als Warenlager, Versteck bei Kriegen und Müllhalde.

Kältekammer Bad Kreuznach: Eiskalt trotz Hitzewelle bleibt es für täglich 20 bis 40 Rheumapatienten in Bad Kreuznach. Bei etwa minus 65 Grad harren sie zwischen einer halben und bis zu fünf Minuten in der Ganzkörperkältekammer des Rheumazentrums aus, sagt Therapeutin Rosi Alvarez. Die Kälte wirke entzündungshemmend, zudem schütte der Körper durch den Schock schmerzlindernde Glückshormone aus. Beim Öffnen und Schließen der Tür bekämen auch die Klinikmitarbeiter dann eine kleine Abkühlung: "Da wird es auch ein bisschen kalt", sagt Alvarez.

Zum Thema:

Am RandeHoch "Annelie" hat Rheinland-Pfalz mit fast 40 Grad das bislang heißeste Wochenende des Jahres beschert. In Bad Dürkheim haben die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes am Sonntag mit 39,7 Grad einen Hitzerekord für Rheinland-Pfalz verzeichnet. Doch auch anderswo war es nicht viel weniger heiß. Auf den weiteren Plätzen liegen Bad Kreuznach, 39,1; Alzey, 38,3 Grad; Trier, 38,1 Grad und Andernach mit 38,0 Grad. Am "kühlsten" war es mit einem Maximalwert von 30,8 Grad an der Wetterstation in Schneifelforsthaus auf einer Höhe von 649 Metern. dpa

Zum Thema:

HintergrundHeute folgt auf die große Hitze der große Knall - mit Hagel, Sturm und Regenguss. Die Temperaturen erreichen in der Region bei zunächst geringer Bewölkung 29 bis 32 und am Rhein sogar 35 Grad, wie der Deutsche Wetterdienst gestern mitteilte. Im Lauf des Nachmittags und vor allem am Abend kommen dann schwere Gewitter auf. Sturmböen sind möglich, vereinzelt können sie sich auch zu orkanartigen Böen auswachsen. Morgen ist Durchatmen angesagt: Die Temperaturen bewegen sich zwischen 21 Grad im Norden des Landes und bis zu 24 Grad in der Vorderpfalz. dpa