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„In Kallstadt sind eine Menge US-Medien unterwegs“

„In Kallstadt sind eine Menge US-Medien unterwegs“

Kallstadt. Die Filmemacherin Simone Wendel schuf 2014 den Streifen „Kings of Kallstadt“. Er dreht sich um den gleichnamigen Pfälzer Weinort, aus dem Vorfahren des US-Immobilientycoons Donald Trump, genau wie der Vater des Heinz-Ketchup-Erfinders und auch sie selbst stammen. Seit Trump als US-Präsidentschaftsbewerber von sich reden macht, ist es in Kallstadt vorbei mit der Ruhe. „CNN und NBC waren schon da, eine Late-Night-Talkshow will über meinen Film berichten“, sagte sie. Sie habe Trump als sehr unkompliziert im Umgang erlebt. „Wir haben über seine Oma gesprochen, das passiert wahrscheinlich nicht jeden Tag bei ihm.“ Vor diesem Hintergrund sprach jetzt dpa-Mitarbeiter Christian Schultz mit Wendel.

Frau Wendel, wie erleben Sie den Rummel um Trump?

Simone Wendel: In Kallstadt sind eine Menge US-Medien unterwegs. Und lustigerweise finden die auch alle mich. CNN und NBC waren schon da, eine Late-Night-Talkshow will über meinen Film berichten. Ich selbst lebe nicht mehr in Kallstadt, sondern in Mannheim, und bekomme es ja nur am Rande mit. Die Kallstadter selbst kriegen viel mehr mit, dass da jeden Tag Leute durch den Ort laufen und Sachen fragen.

Wie gehen die Kallstadter damit um - gemütlich oder genervt?

Wendel: Die Kallstadter sind eigentlich nicht so schnell aus der Ruhe zu bringen. Aber was sie ein bisschen angestrengt hat, ist, dass immer die gleichen Sachen gefragt und geschrieben werden. Was sie auch ein bisschen belastet, ist, dass die Presse momentan zwingend Verbindungen zwischen Trump und den Kallstadtern sucht.

Wie entstand eigentlich die Idee für "Kings of Kallstadt"?

Wendel: Die ist angeboren. Ich komme aus Kallstadt und fand es schon immer cool, dass die zwei Familien Trump und Heinz aus meinem kleinen Ort kommen. Das kann kein Zufall sein. Einer ja, aber zwei können kein Zufall sein. Die Idee ist jahrzehntelang gereift - und dann haben wir es gemacht.

Sie haben Trump für den Film getroffen. Wie war er?

Wendel: Ich fand nichts überraschend. Er ist ein absoluter Medienprofi, es war sehr unkompliziert. Er hat jede Frage beantwortet. Am Anfang war er noch ein bisschen "straighter", aber als ich ihm Bilder seiner Familie und aus dem Dorf gezeigt habe, ist er aufgetaut. Wir haben über seine Oma gesprochen, das passiert wahrscheinlich nicht jeden Tag bei ihm.

Wie eng ist denn Trumps Bande zu Kallstadt noch?

Wendel: Es gibt den Namen nicht mehr im Ort, aber das ist noch nicht lange so. Und es gibt welche, die sind mit ihm verwandt, haben einen anderen Namen. Zu Donald Trump haben wirklich wenige persönlichen Kontakt - aber zu seinem Cousin. Der hat schon die Verwandtschaft in Kallstadt besucht.

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ZUR PERSONDie Filmemacherin Simone Wendel kommt aus dem pfälzischen Kallstadt. Die 41-Jährige bezeichnet sich selbst als Kallstadter "Ur-Einwohnerin". Sie hat Kommunikationsdesign im hessischen Darmstadt studiert. Ihr Antrieb, Dokumentarfilme zu machen, wird aus ihrem Interesse an Menschen gespeist, sagt Wendel. dpa