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Heimatliche Zeugnisse aus dem Ersten Weltkrieg

Heimatliche Zeugnisse aus dem Ersten Weltkrieg

Eine Kugel mit Knochenfragment erinnert an die Verwundung eines Soldaten an der Front. Feldpost, Bilder und Zeitungsausschnitten geben Einblicke in die Kriegsjahre. Vor allem die Menschen im Saarland stehen im Fokus der Schau.

In die Wirren des Ersten Weltkrieges taucht der Besucher im Sitzungssaal im Oettinger Schlösschen in Wadern ein. Mit dem Titel "Mit Gott, für Kaiser und Reich! - Spuren des Ersten Weltkrieges in Wadern und der Region" eröffnete die Sonderausstellung am 16. November ihre Pforten und ist noch bis zum 11. Januar zu sehen - eine Verlängerung ist derzeit aufgrund der positiven Resonanz im Gespräch.

Die Sonderausstellung liefert einen umfassenden Einblick in die Zeit des Ersten Weltkrieges, von der Entstehung bis hin zum Ende. Besonders anschaulich wird die Ausstellung durch die vielen Exponate von vielen privaten Leihgebern, die dem Stadtmuseum ihre ganz persönlichen Familienerbstücke zur Verfügung gestellt haben. So können die Betrachter hier beispielsweise einen preußischen Säbel aus dem Dragonerregiment bewundern. Und auch eine Kugel mitsamt einem Stück Knochen, die ein Soldat als Erinnerung an seine Verwundung im Krieg aufbewahrt hatte, ist zu sehen.

Angefangen bei der politischen Lage vor dem Ersten Weltkrieg durchläuft der Besucher die einzelnen Phasen des Krieges: vom Kriegsausbruch über die Mobilisierung der Streitkräfte und der Technisierung des Kampfes bis hin zur Weimarer Republik. Dabei legt die Ausstellung besonderen Wert darauf, die Auswirkungen des Krieges auf die Region zu zeigen. "Anlässlich des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges vor hundert Jahren war es uns ein Anliegen, diese besondere Zeit auch in Hinblick auf unsere Region aufzuarbeiten", sagt die Museumsleiterin Christina Pluschke. Doch inwiefern betraf der Erste Weltkrieg die Menschen im Saarland und speziell in Merzig und Umgebung? Die Antwort auf diese Frage versucht die Sonderausstellung anhand von Feldpost , Zeitungsartikeln der Merziger Zeitung und Bildern der damaligen Zeit zu rekonstruieren. Der Blick richtet sich vielfach auch auf die Menschen, die zurück in der Heimat blieben, auf ihr Leben in einem Krieg, der rund 17 Millionen Menschenleben forderte. Einzelne Porträts veranschaulichen das Zeitgeschehen, beispielsweise das des Soldaten Peter Jäckel, der in den Schlachten an der Westfront kämpfte und schließlich im Jahr 1915 mit nur 26 Jahren starb.

"Die Ausstellung ist sehr gut gemacht, mit viel Anschauungsmaterial. Sie liefert einen Anstoß, sich näher mit dem Ersten Weltkrieg zu befassen", findet Mathilde Jaszdzebski aus Lockweiler, die das Museum mit ihrem Mann besuchte. Für sie sei zwar der Zweite Weltkrieg noch immer präsenter im Gedächtnis. Deshalb sei es aber umso interessanter gewesen, sich im Museum auch einmal mit dem Ersten Weltkrieg auseinanderzusetzen, sagt Jaszdzebski. Das Museum ist donnerstags und sonntags von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen: Telefon (0 68 71) 50 71 83, oder im Internet.

stadtmuseum-wadern.de