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Gaffer behindern erneut Rettungskräfte

Gaffer behindern erneut Rettungskräfte

Polizei berichtet über „unglaubliches Verhalten von Bürgern“ an Unfallorten

Erneut haben Gaffer die Rettungskräfte bei einem Einsatz in Rheinland-Pfalz behindert - diesmal nach einem schweren Verkehrsunfall in Ingelheim am Rhein. Wie die Polizei gestern mitteilte, wollte eine 19 Jahre alte Autofahrerin am Sonntagabend mit ihrem Wagen von einem Parkplatz auf die Straße fahren. Dabei nahm sie einem 51 Jahre alten Autofahrer die Vorfahrt. Die Wagen krachten mit voller Wucht zusammen. Der 51-Jährige schlug mit dem Kopf in die Windschutzscheibe und wurde schwer verletzt. Er kam ins Krankenhaus. Die 19-Jährige erlitt einen Schock und leichte Verletzungen an den Händen.

Im Nu seien vor dem Abtransport des Mannes etliche Schaulustige zur Unfallstelle gelaufen und hätten die Retter behindert, hieß es. Ein Vater hielt seine dreijährige Tochter über den blutenden Schwerverletzten, während der Mann behandelt wurde. Als Beamte den 35-jährigen Familienvater auf sein unpassendes Verhalten aufmerksam machten, reagierte dieser "völlig uneinsichtig und unflätig".

Zuvor hatten Gaffer die Rettungskräfte bei einem Einsatz für einen tödlich zusammengebrochenen Radfahrer in Hilgenroth im Landkreis Altenkirchen behindert (wir berichteten). Etliche Personen hätten die Arbeit der Einsatzkräfte durch Gaffen massiv gestört. Es sei zu "unglaublichem Verhalten von Bürgern" gekommen, berichtete die Polizei vom Einsatz am Sonntag. Anwohner hätten teils sogar Einsatzkräfte beleidigt, weil diese ihnen nicht den Namen des Verunglückten nannten. Gegen mehrere Menschen wurden Platzverweise ausgesprochen.