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Elf Jahre Haft für tödliche Messerattacke auf die eigene Mutter

Elf Jahre Haft für tödliche Messerattacke auf die eigene Mutter

Bei einem Streit mit seiner Mutter greift ein Mann zum Messer und stößt zu. Die Frau überlebt die Bluttat nicht. Nun hat ein Gericht eine lange Haftstrafe gegen den alkoholkranken Mann verhängt.

Weil er seine Mutter erstochen hat, ist ein 45-Jähriger in Frankenthal zu elf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Landgericht sprach den Sohn gestern des Totschlags schuldig. Der Mann habe seiner Mutter ein Messer mit sieben Zentimeter langer Klinge "bis zum Anschlag" in den Hals gestoßen, sagte der Vorsitzende Richter Michael Wolpert. Kein "normal denkender Mensch" könne bei einer solchen Tat davon ausgehen, dass das Opfer den Angriff überleben könne. Die 64-Jährige war verblutet. Im Juli 2014 war ein Streit zwischen dem Mann und seiner Mutter eskaliert. Hintergrund waren offene Mietzahlungen für die gemeinsame Wohnung. Die Staatsanwaltschaft hatte 13 Jahre Haft wegen Totschlags gefordert. Die Verteidigung hatte auf eine Verurteilung wegen Körperverletzung mit Todesfolge plädiert.

Im Prozess berichteten Zeugen, dass der Sohn seine Mutter jahrelang misshandelt habe. Eine 81 Jahre alte Nachbarin schilderte, dass das Opfer bereits am Tag vor der Bluttat mehrere Stichwunden gehabt habe. Der 45-Jährige war zudem wegen eines ähnlichen Angriffs auf seine Mutter auf Bewährung. Der Angeklagte gab an, seit 14 Jahren stark alkoholabhängig zu sein. Auch seine Mutter habe "von morgens bis abends getrunken", sagte er.

Wird das Urteil rechtskräftig, muss der 45-Jährige zunächst dreieinhalb Jahre Haft absitzen. Danach kann er wegen seiner Alkoholsucht eine zweijährige Therapie antreten. Ist diese erfolgreich, wird ihm die Reststrafe erlassen.