210 000 Besucher beim Landesfest

Mit viel Lob endete gestern der Rheinland-Pfalz-Tag in Ramstein. Er zog laut Ministerpräsidentin Dreyer bis zum Nachmittag 210 000 Menschen an. Die Organisatoren hatten auch Glück mit dem Wetter.

Besuchermagnet Rheinland-Pfalz-Tag: Zum Abschluss des diesjährigen Landesfests sind gestern noch einmal 80 000 Menschen ins westpfälzische Ramstein-Miesenbach geströmt, wo bei strahlendem Sonnenschein der große Festumzug mit 105 Nummern über die Bühne ging. Insgesamt wurden damit seit dem Start am Freitag 210 000 Besucher gezählt, wie Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD ) berichtete. Die Erwartungen seien damit übertroffen worden, sagte Dreyer, die von einem außerordentlich erfolgreichen Rheinland-Pfalz-Tag sprach. "Rheinland-Pfalz kann richtig stolz sein auf dieses Landesfest."

Beim Umzug, der den Höhepunkt des dreitägigen Treffens markiert, präsentierten sich Städte, Kreise, Vereine und Verbände mit festlich geschmückten Wagen oder stimmungsvoll aufspielenden Musikgruppen. Als die Band der US Air Force in Europa mit schmissigen Big-Band-Klängen an der Ehrentribüne vorbeizog, hielt es viele der dort vertretenen Mitglieder von Kabinett und Landtag nicht mehr auf ihren Sitzen - sie standen auf und klatschten mit. Applaus erhielten auch die jungen Turner, die mit gewagten Nummern auf das Landesturnfest im nächsten Jahr in Pirmasens aufmerksam machten.

Ebenfalls beklatscht wurde der Wagen des Ortsteils Ramstein, der in diesem Jahr sein 800-jähriges Bestehen feiert. Ihn zierte ein großer Löwe - das Wahrzeichen der Stadt. Nach dem Zug ging das Programm noch weiter, unter anderem mit Sängerin Joy Fleming . Dreyer lobte neben der Stimmung und dem friedvollen Miteinander auch die Sauberkeit in der Stadt. Laut Staatskanzlei hatten zwar andere Landesfeste mehr Besucher, etwa in Koblenz (300 000) oder Mainz (500 000). Für einen Ort wie Ramstein seien 210 000 aber sehr viel, sagte Landesfestkoordinator Steffen Bungert.

Seit Freitag waren die Menschen bei meist sonnigem Wetter in Scharen in den fünfeinhalbtausend Einwohner zählenden Ortsteil Ramstein geströmt. Dort präsentierten sich an 250 Ständen die Kommunen, Vereine und Verbände sowie deren Einrichtungen, etwa das Pfalztheater Kaiserslautern. Auf mehreren Bühnen - unter anderem von SWR und RPR1 - gab es Live-Musik, etwa mit ESC-Gewinnerin Lena und mit Max Mutzke.

Das gute Wetter habe seinen Teil zum Erfolg des Rheinland-Pfalz-Tages beigetragen, sagte Christoph Burkhard, der Bürgermeister des rheinhessischen Alzey, wo das Landesfest im kommenden Jahr über die Bühne gehen wird. "Der Petrus ist ein Westpfälzer."

Für Protest hatte der "Platz der Streitkräfte" gesorgt, auf dem die Bundeswehr und US-Streitkräfte Panzer und Aufklärungsfahrzeuge zeigten. Am Samstag demonstrierten mehr als 100 Menschen unter dem Motto "Army go home" gegen die Waffenschau auf dem Landesfest und gegen den nahen US-Militärflugplatz Ramstein, dem sie eine besondere Rolle beim Einsatz von Kriegsdrohnen zuschrieben. Die Aktion verlief problemlos. > Seiten 3 und 13: Weitere Berichte