1. Pfälzischer Merkur

Uwe Freiler stieg mit dem FC Homburg 1986 in die Bundesliga auf

Aufstiegsheld der 80er Jahre : Als Uwe Freiler für den FCH auf Torejagd ging

Uwe Freiler war ein wichtiger Teil der Homburger Mannschaft, die 1986 überraschend den erstmaligen Aufstieg in die Bundesliga schaffte. Der Mittelstürmer erzielte seinerzeit 49 Tore für den FC Homburg. Heute ist Freiler selbstständiger Handelsvertreter.

Seit einigen Jahren strebt der heutige Regionalligist FC Homburg die 3. Liga an – bisher vergeblich. Besonders die älteren Fußballanhänger der Grün-Weißen denken gerne an die erfolgreichen 80er und 90er-Jahre zurück, als ihr Club in der ersten Bundesliga für Schlagzeilen sorgte. Die Geschichte um das DFB-Verbot der Kondomwerbung des Herstellers „London“ auf den Homburger Trikots etwa, darf in keinem Bundesliga-Rückblick fehlen. Doch allein, dass der kleine FC Homburg es damals in die Bundesliga schaffte, ist eine Riesengeschichte. Was machen die Aufstiegshelden von damals heute? Haben sie noch Verbindung zum Verein? Der Pfälzische Merkur hat einige dieser Spieler ausfindig gemacht und mit ihnen gesprochen.

Einer von ihnen ist Uwe Freiler. Ein Mittelstürmer alter Schule. Der gebürtige Limbacher stieg mit dem FC Homburg in die Bundesliga auf und knipste auch für den SV Waldhof Mannheim in der Beletage des deutschen Fußballs. Er hat eine bewegte Fußball-Karriere hinter sich. Heute arbeitet Freiler als selbstständiger Handelsvertreter für den „Buchholz Fachliteratur Dienst“ im Homburger Industriegebiet West. Freiler ist verheiratet, hat drei Kinder, zwei Söhne und eine Tochter.

Dem Fußball ist er nach seiner aktiven Zeit weiter verbunden geblieben. Nebenbei trainiert Freiler nämlich die U19 seines Heimatverein FC Palatia Limbach. Dort hat der heimatverbundene „Limbacher Bub“ gegen Ende seiner aktiven Karriere auch als Spielertrainer der Ersten gegeben. Danach half er dem Verein in verschiedenen Positionen weiter. In der Jugendarbeit und zwischenzeitlich auch als Vereinspräsident.

Der FC Homburg ist für Freiler auch ein Herzensverein geblieben. Seinen Ex-Club FC Homburg besucht und unterstützt er weiterhin bei wichtigen Heimspielen. Unter anderem war er bei den DFB-Pokalspielen der Grün-Weißen gegen den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach (2014) und den damaligen Zweitligisten VfB Stuttgart (2016) als Supporter im Waldstadion.

„Mit dem heutigen Profifußball in der ersten und zweiten Bundesliga sind die damaligen Verhältnisse beim FC Homburg nicht zu vergleichen“, sagt Freiler rückblickend. Zu seiner aktiven Zeit spielten reine Amateurspieler beim FC Homburg in der zweiten Bundesliga – heute unvorstellbar. Fast alle Spieler hatten einen Vollzeitjob. Selbst nach dem Aufstieg arbeiteten viele FCH-Kicker noch halbtags in ihren Berufen. Freiler und Co. waren Bundesligaspieler aber keine Vollprofis.

Wie fing die Profi-Karriere des Uwe Freiler an? In einem A-Jugendspiel traf der Limbacher mit seinem FC Palatia auf den FC Homburg. Trainer der Homburger A-Jugend war Albert Müller. Dem fiel Uwe Freiler in diesem Spiel besonders auf – er erkannte bereits damals dessen Torinstinkt: „Albert wurde in der Saison 1983/84 Trainer des Oberligateams des FC Homburg. Er sprach mit mir über einen Wechsel.“ Der Transfer wurde vollzogen. „Eigentlich war ich erst einmal für die A-Jugend und zweite Mannschaft vorgesehen, aber das änderte sich schon Verlauf der Vorrunde der Saison 1983/84.“ Freiler trainierte mit der ersten Mannschaft, spielte sonntags für die A-Jugend und teilweise auch am Mittag in der Zweiten. Zu dieser Zeit kehrte der FC Homburg unter Aöbert Müller in die zweite Bundesliga zurück.

Uwe Freiler startete danach richtig durch. Er wurde Stammspieler, Torjäger und fester Teil der Homburger Mannschaft, die 1986 in die Bundesliga aufstieg. Er absolvierte insgesamt 186 Spiele für den FCH, in denen er 49 Tore erzielte (15 davon in der Fußball-Bundesliga). Nach dem ersten Bundesliga Abstieg 1988 verließ Uwe Freiler das Saarland und spielte noch fünf Jahr für den SV Waldhof Mannheim. Für die Kurpfälzer lief der Limbacher 118 Mal in Erster und Zweiter Bundesliga auf. 1993 kehrte der damals 27-jährige zum FC Homburg zurück.

Freiler erinnert sich noch gut an sein erstes Spiel im Trikot des FC Homburg. „Es war das Abschiedsspiel von Manni Lenz in Beeden gegen eine Saarauswahl vor der Saison 1984/85.“ Freiler wurde kurz darauf Stammspieler im Zweitligateam, absolvierte 38 Spiele und schoss in seiner ersten Saison in der zweithöchsten Liga in Deutschland mit 18 Jahren zehn Tore. Sein Förderer Albert Müller hörte dann im Juni 1985 als Trainer des Zweitligisten auf. Es kam Fritz Fuchs, der mit dem FCH sensationell ein Jahr später Meister der zweiten Liga wurde und den erstmaligen Aufstieg in die Bundesliga schaffte. Einen westentlichen Anteil daran hatte auch Uwe Freiler (neun Tore).

„Damit hatte damals niemand gerechnet, nicht mal die kühnsten Optimisten.“ Freiler erinnert sich gerne an die Bundesliga-Zeit. Gegen den großen FC Bayern München traf er im Waldstadion beim 3:2-Sieg des FC Homburg. Es war der vierte Spieltag der Saison 1987/88, nachdem der FC Homburg die erste Spielzeit in der ersten Liga über zwei Relegationsspiele gegen den FC St. Pauli die Liga halten konnte. Freiler: „Die zweite Bundesligarunde mit dem FCH war schon etwas turbulent.“ Mit Uwe Klimaschefski, Gerd Schwickert und Slobodan Cendic hatte der FCH gleich gleich Trainer in dieser Saison. Im Mai 1988 stieg der FCH aus der ersten Liga ab, trotz sieben Treffer von Uwe Freiler. Das weckte die Begehrlichkeiten des SV Waldhof Mannheim. Die Ablösesomme sei für damalige Verhältnisse hoch gewesen, sagt Freiler: „800 000 Markbekam der FCH für mich. Mit dem Geld konnte man später die Rückkehr in erste Liga nur ein Jahr nach dem Abstieg mitfinanzieren.“

Freilers steile Karriere ging bei den Waldhof-Buben weiter. Zehn Tore gelangen ihm in der Saison 1989/90. Zu Beginn der Runde stand Freiler in der Torschützenliste auf Platz eins. „Nun hatten sogar Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund Interesse an mir.“ Doch es folgte ein Schicksalsschlag, von dem sich Uwe Freiler lange nicht erholen sollte. Am 21. April 1990 zog er sich im Heimspiel gegen seinen Ex-Verein FC Homburg einen Kreuzbandriss im linken Knie zu. Es folgte eine lange Zwangspause. Viele Rehastunden halfen ihm wieder fit zu werden und ab der Saison 1991/92 zurückzukehren. Im Juni 1995 war dann jedoch Schluss mit seiner Profikarriere. „Das lädierte Knie nach meinem Kreuzbandriss machte immer mehr Probleme“, berichtet Freiler. Vier Nachfolgeoperationen folgten in den Jahren nach seinem Kreuzbandriss.

„Es war eine sehr schöne Zeit und es gab viele Höhepunkte in meiner Profikarriere. Einmal spielte ich sogar vor 65 000 Zuschauern.“ Es war ein Zweitligaspiel mit dem FC Homburg im Berliner Olympiastadion in der Saison 1985/86. Der FCH gewann 2:0 bei Aufstiegsanwärter Blau-Weiß Berlin. Ein entscheidender Schritt zum Bundesligaaufstieg am 34. Spieltag.

Der einstige Bundesligaspieler des FC Homburg, Uwe Freiler, arbeitet als selbstständiger Handelsvertreter für den „Buchholz Fachliteraturdienst.“ Foto: Markus Hagen

Das alles ist lange her. Kontakt zu seinen Ex-Kameraden vom FC Homburg hat Freiler nicht mehr. Familie, Beruf und der FC Palatia Limbach stehen im Blickpunkt des heute 54-jährigen, dem einstigen Torjäger der ersten und zweiten Bundesliga.