1. Pfälzischer Merkur

US-Luftwaffe beansprucht ehemaliges Bundeswehr-Areal in Pirmasens

Streit um Grundstücke : US-Militär durchkreuzt Pirmasenser Pläne mit alten Panzerhallen

Die Stadt will die freiwerdende Fläche für dringend benötigtes Gewerbe nutzen. Doch daraus wird nichts. Die US-Luftwaffe beansprucht das ehemalige Bundeswehr-Areal für sich.

Der Schock in Rheinland-Pfalz über den angekündigten Abzug Tausender US-Soldaten aus Spangdahlem dauert noch an, da kommt für die Kommunalpolitik in der Pfalz der nächste Ärger. Die US-Luftwaffe beansprucht ein 14 Hektar großes Areal mit Panzerhallen, das die Bundeswehr zur weiteren Verwendung freigeben will. Das kam für die benachbarten Kommunen Pirmasens und Rodalben überraschend. Informiert worden sei er durch die Presse, sagt der Pirmasenser Oberbürgermeister Markus Zwick (CDU): „Die Art hat mich verärgert.“

Die sogenannten Panzerhallen wurden demnach von der Bundeswehr für das Deponieren von größerem Gerät genutzt. Pirmasens und Rodalben machten sich nach dem geplanten Abzug der Bundeswehr große Hoffnungen auf die Liegenschaft und haben bereits Pläne für Gewerbeflächen. Doch jetzt sollen die Flächen an das US-Militär fallen. Wofür die Amerikaner das Gelände benötigen, ist bisher nicht bekannt.

Pirmasens und Rodalben hoffen nun auf ein anderes Gelände: Die USA hatten angekündigt, dass das 53 Hektar große Medical-Depot nach Kaiserslautern umziehen soll. Fläche, die anderweitig genutzt werden könnte, würde also frei.

„Der Verlust der 300 Arbeitsplätze im Medical Depot ist bedauerlich, bietet aber die Chance auf benötigte Gewerbeflächen“, sagt Zwick. Pirmasens und Rodalben wünschen sich einen Komplettabzug der Amerikaner. Die Region habe genug von militärischen Lasten, da sei er sich einig mit der Rodalber Stadtspitze, unterstreicht Zwick.

„Das Verhältnis zwischen Pirmasens und den US-Streitkräften war über sieben Jahrzehnte hinweg von Freundschaft und Vertrauen geprägt“, sagte der Oberbürgermeister. „Deshalb war ich überrascht und enttäuscht, dass die Verantwortlichen nicht im Vorfeld das Gespräch mit mir gesucht haben.“ Seit 1951 seien beste Flächen von der US-Armee genutzt worden – jetzt sei es Zeit, dass das Militär der Region etwas zurückgebe und auf die Panzerhallen verzichte.

Am Ende, fürchten die Kommunalpolitiker, könnte es gar noch schlimmer kommen. Möglich sei, dass die US-Streitkräfte das Gelände komplett behalten – also nicht nur die Panzerhallen, sondern auch das Medical Depot.

(dpa)