1. Pfälzischer Merkur

Restaurants und Cafés in Rheinland-Pfalz dürfen teils wieder öffnen

Rheinland-Pfalz lockert Corona-Lockdown nur geringfügig : Außengastronomie ab Montag in Zweibrücken für Getestete erlaubt

Rheinland-Pfalz genehmigt unter strengen Auflagen in Kommunen mit niedriger Inzidenz das Öffnen. Zweibrücken verzeichnete am Freitag das vierte Corona-Opfer seit Pandemie-Beginn.

Trotz steigender Corona-Zahlen lockert Rheinland-Pfalz den Lockdown für die Außengastronomie etwas: Ab Montag sollen Restaurants, Gaststätten und Cafès in Regionen, in denen der Inzidenzwert unter 100 liegt, in ihren Außenbereichen unter strengen Auflagen wieder Gäste bewirten dürfen; erstmals seit mehr als vier Monaten. Das teilte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Freitagabend nach einer Kabinettssitzung in Mainz mit. Dies sei ein wichtiges Signal an die Gastronomie, die seit November geschlossen ist.

Die Inzidenzzahl in Zweibrücken lag am Freitag bei nur 35,1 und damit wie in den vergangenen Tagen weit unter 100 – sodass in der Rosenstadt die Außengastronomie ab Montag öffnen darf. Allerdings wurde der Corona-Tod einer unter 60-jährigen Frau bekannt, der erst vierte Covid-19-Todesfall in Zweibrücken seit Pandemie-Beginn. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg in Rheinland-Pfalz auf 73,2. Das ist der höchste Wert seit dem 3. Februar.

Besucher der Außengastronomie müssen unter anderem einen gültigen negativen Schnelltest vorweisen und dürfen ihre Schutzmasken nur am Tisch abnehmen. Tische müssen vorab reserviert werden. Der gemeinsame Besuch ist nur für maximal fünf Personen aus höchstens zwei Hausständen erlaubt. Die Kontaktdaten der Gäste werden erfasst.

„Bei schönem Wetter geht alles raus: Die Menschen sitzen an Rhein, Mosel und in schönen Landschaften mit ihren Coffee-to-go-Bechern in der Hand“, sagte Dreyer. Die Öffnung der Außengastronomie solle den Rheinland-Pfälzern die Möglichkeit geben, in ein Gartenlokal einzukehren, statt nach Mallorca zu fliegen.

Das Terminshopping im Einzelhandel in Kommunen mit einer Inzidenz zwischen 50 und 100 wird von Montag an auf spontane Buchungen ausgeweitet. Damit werde die Regelung an das Leben angepasst, sagte Dreyer. Die Menschen könnten vor den Geschäften anklopfen und fragen, wann der nächste Termin frei ist. Die Kosmetiker etwa hätten gesagt, wer eine Creme kaufen wolle, mache dafür keinen Termin aus.

Dreyer will in Gesprächen mit den kommunalen Spitzenverbänden Mitte nächster Woche Konzepte für eine behutsame Öffnungen beraten. Es gehe darum, ob unter Einbeziehung der Ordnungsämter, Einhaltung der Testpflicht und strengen Auflagen etwa Handel, Gastronomie, Theater und Fitnessstudios öffnen könnten. „Wenn die Konzepte gut und konsistent sind, kann das ganz schnell gehen“, sagte sie zum Zeitpunkt. Zugleich werde wissenschaftlich überprüft, an welchen Orten sich die Menschen ansteckten.