Schnelles Comeback Amelie Bergers Olympia-Traum lebt

Bensheim/Zweibrücken · Handball-Nationalspielerin aus Zweibrücken gibt rasches Comeback nach Kreuzbandriss – und wird in vorläufigen Olympia-Kader berufen.

Vor nicht einmal drei Monaten ging sie noch an Krücken: Jetzt ist Amelie Berger (in Rot), Handball-Nationalspielerin aus Zweibrücken, nach dem zweiten Kreuzbandriss in ihrer Laufbahn schon wieder zurück auf der Platte.

Vor nicht einmal drei Monaten ging sie noch an Krücken: Jetzt ist Amelie Berger (in Rot), Handball-Nationalspielerin aus Zweibrücken, nach dem zweiten Kreuzbandriss in ihrer Laufbahn schon wieder zurück auf der Platte.

Foto: IMAGO/Beautiful Sports/imago sport

Damit hatten wohl nur die wenigsten Handballfreunde gerechnet. Am 24. Februar dieses Jahres zog sich Amelie Berger, Handball-Nationalspielerin aus Zweibrücken, in der Partie ihres Vereins HSG Bensheim/Auerbach bei der SU Neckarsulm zum zweiten Mal in ihrer Karriere einen Kreuzbandriss zu. Anfang März folgte die Operation in der Hessingpark-Clinic in Augsburg.

Die Ausfallzeit bei einer solchen Verletzung variiert zwar – doch in der Regel dauert es rund ein halbes Jahr, ehe ein Sportler wieder in einem Pflichtspiel aktiv ins Geschehen eingreifen kann.

Deshalb war die Überraschung riesig, als Berger am vergangenen Freitag zu den 21 Spielerinnen gehörte, die Bundestrainer Markus Gaugisch in den vorläufigen Kader für die Olympischen Spiele in Paris (26. Juli bis 11. August) berief. Diese Spielerinnen reisen ins erste Trainingslager der DHB-Auswahl vom 10. bis 23. Juni nach Oberstaufen. Danach muss der Bundestrainer seinen finalen Kader für Olympia auf 17 Spielerinnen reduzieren.

Wer dennoch Zweifel hegte, dass Amelie Berger wieder einsatzbereit ist, wurde einen Tag später eines Besseren belehrt. Im Top-Spiel der Handball-Bundesliga stand die Linkshänderin in der Heim-Partie von Bensheim/Auerbach gegen Borussia Dortmund wieder auf der Platte. Und nicht nur das. Berger war es auch, die ihr Team kurz vor Schluss mit 29:27 in Führung warf. Bergers Ex-Verein Dortmund konnte nur noch auf 29:28 verkürzen. Dabei blieb es. Insgesamt erzielte die Zweibrückerin bei ihrem Comeback drei Tore. Ihr Verein belegt damit einen Spieltag vor Saisonende weiter den zweiten Tabellenplatz. Mit einem weiteren Erfolg am kommenden Samstag (19 Uhr) im Saisonfinale bei Bayer Leverkusen hätte die HSG die Vizemeisterschaft sicher. Der Titel ist in diesem Jahr nicht mehr drin. Spitzenreiter SG BBM Bietigheim steht bei sechs Punkten Vorsprung bereits als Meister fest.

Die in Tübingen geborene und in Zweibrücken aufgewachsene Berger wurde beim SV 64 Zweibrücken ausgebildet. Schon als 17-Jährige gab sie 2016 ihr Debüt für Bayer Leverkusen in der Bundesliga. 2019 wechselte die Rechtsaußen nach Bietigheim und gewann dort 2021 den DHB-Pokal. Ab der Spielzeit 2021/22 stand sie bei Borussia Dortmund unter Vertrag. Im September 2022 wechselte die Linkshänderin dann zu den „Flames“ nach Bensheim/Auerbach. Vor rund zwei Jahren hatte sie sich bereits das vordere Kreuzband im rechten Knie gerissen. In diesem Februar war dann das linke Knie betroffen. Damit schien Berger sowohl den Saison-Endspurt in der Liga als auch ihren Traum von der Teilnahme an Olympia in Paris begraben zu müssen. Doch nach nicht einmal drei Monaten hat sich die Zweibrückerin nun zurückgekämpft – und scheint gute Chancen zu haben, bei den Spielen an der Seine für Deutschland auf der Platte zu stehen.

Der vorläufige deutsche Olympia-Kader: Im Tor: Katharina Filter, Sarah Wachter, Dinah Eckerle. Im Feld: Amelie Berger, Jenny Behrend, Meret Ossenkopp, Antje Döll, Johanna Stockschläder, Alexia Hauf, Meike Schmelzer, Lisa Antl, Julia Behnke, Emily Bölk, Xenia Smits, Mia Zschocke, Alina Grijseels, Annika Lott, Mareike Thomaier, Julia Maidhof, Maren Weigel, Viola Leuchter. Reserve: Toni-Luisa Reinemann.

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