1. Pfälzischer Merkur
  2. Regionalsport

Zweibrücker Speerwerferin Christin Hussong begrüßt Olympia-Verschiebung

Olympische Spiele verschoben : Hussong von IOC-Entscheidung nicht überrascht

Die LAZ-Athletin hat Verständnis für die Olympia-Verschiebung. Nun hat sie viel Zeit, um sich vorzubereiten. Momentan ist jedoch nur Ausdauertraining angesagt.

„Jetzt könnte man eigentlich auch mal in den Urlaub fahren“, scherzt Speerwerferin Christin Hussong vom LAZ Zweibrücken, nachdem am Dienstag bekannt gegeben wurde, dass die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio aufgrund der Coronakrise verschoben werden. „Aber das wird ja wahrscheinlich auch nicht gehen.“

Die 26-jährige wäre im Juli bei den wichtigsten Wettkämpfen des Jahres dabei gewesen. Dass das IOC die Spiele nun nicht im Sommer 2020 steigen lässt, kommt für sie nicht überraschend. Allerdings sei der Zeitpunkt überraschend gewesen. Hussong habe nicht damit gerechnet, dass dann doch so schnell ging. Immerhin hatte IOC-Präsident Thomas Bach in den Tagen vor der Bekanntgabe am Dienstag keine Anstalten gemacht, Olympia verschieben zu wollen. Für Hussong ist die jetzt getroffene Entscheidung richtig – „auch wenn sie für uns Sportler natürlich traurig ist. Für uns hängt da noch viel mehr dran. Es ist ja unser Beruf.“

Was bedeutet die Olympia-Verschiebung auf einen noch unbekannten Zeitpunkt für Athleten wie Christin Hussong? Viele Sportler bereiten sich ja gezielt über mehrere Monate vor, sodass sie zum Zeitpunkt des wichtigen Wettkampfes in Topform sind. Die 26-jährige versucht das Beste aus der Situation zu machen. „Man muss das nicht zwangsläufig negativ sehen. Für mich ist es kein Nachteil. Dann bereite ich mich jetzt eben 15 statt drei Monate auf Olympia vor.“

Weitaus größere Probleme bereitet der Speerwerferin derzeit die Trainingssituation. Im Zweibrücker Stadion ist alles gesperrt und keiner kann sagen wie lange noch. Das hat zur Folge das Hussong derzeit komplett ohne Speer trainiert. „Man kann schon noch genug machen. Gerade ist viel Ausdauertraining angesagt. Die Gesundheit steht im Vordergrund und es ist kein Weltuntergang, wenn ich zwei bis drei Wochen oder länger keinen Speer in die Hand nehme.“ Wie ihr Training in Zukunft aussieht, sollte sich an der Situation nichts ändern, weiß die LAZ-Athletin nocht nicht. „Wir werden uns aber bestimmt ein paar Übungen ausdenken. Papa und ich sind da schon kreativ“, ist sich Christin Hussong, die von ihrem Vater trainiert wird, sicher.

Dass die Olympischen Spiele nicht im Sommer 2020 stattfinden, ist das Einzige, was bisher sicher ist. Über alles andere können die Athleten derzeit nur spekulieren. Christin Hussong und ihre Mitstreiter wissen noch nicht, ob die Norm, die sie 2019 für die Olympia-Qualifikation erfüllt haben, auch für 2021 noch gilt. Athleten, die noch eine Norm zu erfüllen haben, haben es noch schwerer. Denn wie sollen sie sie erreichen, wenn erstmal keine Wettkämpfe mehr stattfinden? Es sei zwar so, dass der Leichtathletikverband mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verhandle, ob in diesem Jahr noch einzelne Wettkämpfe, darunter auch die Europameisterschaft, steigen. Wann dort mit einer Entscheidung zu rechnen ist, sei jedoch völlig offen. „So lange man keine Gewissheit hat, kann man nur abwarten“, sagt Christin Hussong.