Handball-Oberliga : Schnell zum Leistungsträger geworden

Yannic Klöckner spielt seit 2016 für die VT Zweibrücken-Saarpfalz – und gehört damit zu den Konstanten bei dem Handball-Oberligisten. In der Corona bedingten Zwangspause kribbelt es den Torhüter in den Fingern. Trotz des Umbruchs im Team blickt er zuversichtlich auf die kommende Runde.

Noch immer befinden sich die Spieler der VT Zweibrücken-Saarpfalz in der erzwungenen Handballpause. Nur langsam tasten sich auch die Verantwortlichen an die „neue Normalität“ heran. Bis zuletzt hielten sich die Oberliga-Spieler individuell fit. So auch Torhüter und Leistungsträger Yannic Klöckner. In einem Team, dass sich unabhängig von der Corona-Krise in einem Umbruch befindet, ist der Schlussmann eine der wenigen Konstanten.

Im Sommer 2016 kam er vom Lokalrivalen SV 64 Zweibrücken. Auch damals mussten die Saarpfälzer unter Neu-Trainer Danijel Grgic eine stark veränderte Mannschaft formen. Doch Klöckner wuchs schnell mit dem Team zusammen. Nach der ersten Saison, in der die VTZ im Vorfeld gar zu den Abstiegskandidaten gezählt wurde, stand die Vizemeisterschaft. Zusätzlich wurde der Sieg im Saarlandpokal gefeiert.

Für Yannic Klöckner kam dieser Saisonverlauf gar nicht so überraschend. „Wir hatten eine intakte Mannschaft mit vielen guten Einzelspielern. Mit viel Disziplin im Training, enormem Einsatz und Siegeswillen ausgestattet. Es war für mich die logische Konsequenz, dass wir irgendwann um die Meisterschaft spielen würden. Wir hatten einfach eine gute Truppe mit einer guten Mischung“, erklärt Klöckner, damals wie heute einer der Leistungsträger.

Vom ersten Moment an habe er sich bei der VTZ sehr wohl gefühlt. Daran habe sich bis heute nichts geändert. Dies bestätigte er mit starken Leistungen. „Ich fühle mich sehr wohl in dem Verein. Ich verstehe mich mit allen super und freue mich natürlich auch über mein gutes Standing“, erzählt Klöckner. „Und auch meine Familie, Laura und Sam, fühlen sich bei der VTZ sehr wohl und engagieren sich für den Verein“, fügt der sympathische Goalkeeper an. Freundin Laura Gerlach engagiert sich mittlerweile als Physiotherapeut der ersten Mannschaft, ihr Sohn Sam spielt kommende Saison in der E-Jugend der Saarpfälzer. Sein neuer Trainer: Yannic Klöckner.

Für den 24-jährigen stand ein Vereinswechsel bislang zu keinem Moment zur Debatte. Privat, beruflich und auch sportlich habe er bei der VTZ alles, was er sich wünschen kann. „Ich würde die VTZ für keinen Verein verlassen. Ich will in den nächsten Jahren hier bleiben und dem Verein die Treue halten“, sagt Klöckner. In der nächsten Saison will er als Führungsspieler den Neuaufbau mitgestalten.

In den vier Jahren bei der VTZ hat Klöckner schon einiges erlebt. Große Siege ebenso wie bittere Niederlagen. „Es gab einige schöne Siege, die man nicht so schnell vergisst.“ Beispielsweise in der Meistersaison 2017/18, als die Zweibrücker auswärts die SF Budenheim „vor einer riesigen Kulisse“ besiegen konnten. Damit war der Weg zum Titel geebnet. „Aber auch die beiden Derbysiege gegen den SV 64  in der gleichen Saison waren für mich persönlich große Highlights. Es waren zum einen meine ersten Derbys, die ich spielen konnte, zum anderen konnte ich mit guten Leistungen dazu beitragen“, blickt Klöckner zurück. „Auch der Pokalsieg gegen den damaligen Drittligisten SV 64 oder der Heimerfolg in der 3. Liga gegen Heilbronn-Horkheim sind Partien, an die ich mich gerne zurück erinnere“. Doch es gab nicht nur Glücksmomente. Nach der Meisterschaft und dem Aufstieg in die 3. Liga ging es nach nur einer Saison zurück in die Oberliga. Als besonders bittere Pleiten blieben Klöckner aber vor allem das verlorene Pokalfinale gegen die HF Illtal und das Hinspiel aus dieser Saison gegen den später Meister und Lokalrivalen SV 64. „Das Pokalfinale, das wir im Meisterjahr verloren haben, war extrem bitter. Nach regulärer Spielzeit und Verlängerung gab es keinen Sieger, es ging ins Siebenmeterwerfen. Das zu verlieren, ist extrem schade. Aber auch das Hinspiel gegen den SV war bitter. Wir waren gleichwertig und haben am Ende ganz knapp mit 23:24 verloren. Da hat das berühmte Quäntchen Glück gefehlt.“

Vor seiner Zeit bei der VTZ war Klöckner für den SV 64 sowie die HSG Völklingen aktiv. Mit 17 Jahren wechselte er zur HSG um dort Jugendbundesliga zu spielen. Für ihn eine tolle Erfahrung, weil er sich nich nur in der höchsten Jugendklasse beweisen durfte, sondern auch schon erste Minuten im Oberliga-Team der Völklinger bekam. Nach nur einer Saison ging er aber zurück zu seinem Jugendverein, dem SV 64, wo er ebenfalls Jugendbundesliga spielte. Zeitlgeich auch  fester Bestandteil der ersten Mannschaft war. Mit dem SV gelang ihm auch der Aufstieg in die 3. Liga. „Ich habe zu Beginn meiner Herrenzeit beim SV viel Spielzeit bekommen. Leider hat das immer mehr abgenommen. Deswegen habe ich dann nach einer neuen Herausforderung gesucht. Ich wollte etwas Neues machen und zu einem Verein gehen, wo ich mich wieder mehr beweisen und weiterentwickeln kann.“ Der Wechsel zur VTZ sei der optimale Schritt gewesen. „Aber rückblickend betrachtet muss ich sagen, dass ich keine der Entscheidungen hätte anders treffen wollen.“

Im Moment genießt der 24-jährige die Zeit mit der Familie und lässt sich von den Einschränkungen durch Corona nicht unterkriegen. Fit hält er sich mit Kraft- und Ausdauertraining. „Wir sind relativ entspannt und genießen die Zeit als Familie. Wie so viele, haben wir jetzt mal Zeit für andere Dinge.“

Doch insgeheim juckt es auch bei ihm schon langsam in den Fingern. Gerade im Hinblick auf den bevorstehenden Umbruch macht sich eine gewisse Vorfreude auf die neue Saison breit. Klöckner sieht seine Mannschaft gut gewappnet. In der derzeitigen Situation könne der Verein froh sein, dass der Kader größtenteils steht. Klöckner freut sich auf die vielen neuen jungen hungrigen Spieler genauso sehr, wie die alten Bekannten, die sich der VTZ anschließen werden.

Einer, der beide Attribute abdeckt, ist Thomas Jung. Jung wechselt vom Liga-Konkurrenten Völklingen zur VTZ. Jung und Klöckner kennen sich seit vielen Jahren und haben nicht nur in der Jugendbundesliga bei der HSG zusammen gespielt. Beide waren auch über viele Jahre wichtige Faktoren der Saarauswahl und errangen gemeinsam Platz drei beim DHB-Länderpokal. Klöckner sieht in Jung eine gute Verstärkung.

Für die nächste Saison hofft er auf eine Platzierung im oberen Drittel. „Mir ist vor der Zukunft bei der VTZ auf jeden Fall nicht bange. Ich blicke sehr optimistisch nach vorne. Mit dem neuen Team und unseren beiden Trainern können wir vielleicht eine ganz neue Euphorie entfachen“, hofft Klöckner bald aufs Handballfeld zurück zu können.