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Schwimm-DM: WSF-Schwimmer treffen auf Weltmeister

Schwimm-DM : WSF-Schwimmer treffen auf Weltmeister

Bei der deutschen Meisterschaft der Schwimmer in Berlin nehmen mit Timo Sorgius und Moritz Bartels auch zwei Athleten der WSF Zweibrücken teil.

Der frisch gebackene Doppel-Weltmeister Florian Wellbrock, WM-Medaillengewinnerin Sarah Köhler und Ex-Weltmeister Marco Koch – die deutschen Meisterschaften der Schwimmer, die heute im Berliner Europasportpark beginnen, sind prominent besetzt. Und mittendrin im Konzert der Schwimm-Stars spielen auch zwei Athleten der Wassersportfreunde (WSF) Zweibrücken mit: Moritz Bartels und Timo Sorgius steigen bei der DM in der Bundeshauptstadt ebenfalls ins Becken. Auch die Homburgerin Emelie Schnagl (SC Illingen) ist mit dabei.

Bartels tritt am Freitag über die 800 Meter Freistil an. Am Samstag bekommt es der WSF-Freiwasserspezialist dann mit dem schwerstmöglichen Gegner zu tun. Über die 1500 Meter Freistil muss er unter anderem gegen Wellbrock ran, der über diese Distanz in Südkorea gerade Weltmeister geworden ist. Eine DM-Medaille ist für den 20-jährigen Bartels angesichts der Konkurrenz ein fast unmögliches Unterfangen. Ein Platz unter den besten zehn ist für den WSF-Schwimmer aber drin.

Timo Sorgius bestreitet in Berlin bereits heute den Vorlauf über 200 Meter Rücken. Morgen steigt er über 100 Meter Rücken ins Becken. Es folgen am Samstag die Vorläufe über 200 Meter Freistil und am Sonntag über 50 Meter Freistil. Zudem tritt Sorgius auch mit der Staffel der Startergemeinschaft SSG Saar Max Ritter über die 4x200 Meter Freistil (heute), die 4x100 Meter Freistil (Freitag) und eventuell auch über die 4x100 Meter Lagen an.

Der 16-jährige geht mit reichlich Rückenwind in die nationalen Titelkämpfe. Aufgrund seiner überragenden Leistungen bei der deutschen Jahrgangsmeisterschaft
(2x Gold, 3x Silber, 1x Bronze) im Mai war er vom deutschen Schwimmverband für das European Youth Olympic Festival letzte Woche in Baku (Aserbaidschan) nominiert worden. Bei dem Wettbewerb der besten europäischen Nachwuchsschwimmer gewann der gebürtige Konstanzer Bronze mit der deutschen 4x100 Meter Freistilstaffel im Mixed. Über die 200 Meter Freistil im Einzel verpasste er eine Medaille um einen Wimpernschlag. 17 Hundertstel Sekunden fehlten ihm zu Bronze. „Ein bisschen geärgert hat mich das schon. Aber Viertbester in Europa ist ja auch nicht so schlecht“, sagt Sorgius und muss schmunzeln. Eine „großartige Erfahrung“ sei die Veranstaltung gewesen. „Dass ich mit einer Medaille heimkommen könnte, hatte ich gar nicht richtig auf dem Schirm, ich war schon froh, dass ich dabei sein durfte“, berichtet der WSF-Schwimmer.

„Das European Youth Festival – etwas größeres gibt es für einen Nachwuchsschwimmer nicht“, sagt auch der WSF-Vorsitzende Matthias Fritzke. Er ergänzt: „Die Eröffnungsfeier mit den verschiedenen Nationen, das ist wie Jugend-Olympia auf europäischer Ebene“. Für die Entwicklung eines jungen Sportlers seien solche Großereignisse – 46 Nationen waren am Start – essenziell, erklärt Fritzke. „Die Angst vor dem Ungewissen ist dann nicht mehr da, wenn die erste große Veranstaltung bei den ‚Erwachsenen’ vor der Tür steht.“

Und in der Tat: Nervosität sucht man bei Sorgius vor seiner Premieren-DM außerhalb des Jugendbereichs vergebens. „Klar habe ich durch das Youth Festival Selbstvertrauen gewonnen. Ich bin im Moment ganz entspannt, die Aufregung kommt vielleicht kurz vor dem Start“, vermutet der Schwimmer, der in Berlin „schauen will, was für mich geht“.

Besonders freut er sich auf die 200 Meter Freistil, bei der er in Baku seinen persönlichen Rekord um 1,3 Sekunden verbesserte. „Über die Distanz habe ich einen guten Lauf, ich bin selbst gespannt, ob ich wieder so schnell unterwegs bin“, sagt Sorgius, der mit seinen 16 Jahren allerdings in jedem Rennen der jüngste Teilnehmer sein wird. Zuversichtlich ist er dennoch. „“Ich habe keine Angst und weiß, was ich kann.“

Dass sich bei ihm während seines zweiten großen Turniers binnen einer Woche ein Kräfteverschleiß bemerkbar machen könnte, glaubt Sorgius nicht. „Die Flüge nach Baku und Berlin stecken mir noch ein wenig in den Knochen. Und viel Schlaf habe ich in den letzten Tagen auch nicht bekommen. Aber bis Donnerstag ist wieder alles ok“, meinte Sorgius vorgestern.

WSF-Schwimmer Timo Sorgius geht mit viel Rückenwind in die Titelkämpfe. Foto: Saarländischer Schwimmbund/Evelina Werner

In der Bundeshauptstadt muss er allerdings ohne seinen Trainer Felix Weins auskommen. Der saarländische Landestrainer, der die Athleten der SSG Max Ritter begleiten sollte, ist erkrankt. Betreut wird die Mannschaft nun von Olympia-Teilnehmer Christoph Fildebrandt. Das Training in Berlin übernimmt Jens Okunneck von der SGS Münster.