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Woll meistert anspruchsvollen Parcours am schnellsten

Woll meistert anspruchsvollen Parcours am schnellsten

Halbzeit beim großen Reitturnier des RFV Pirmasens-Winzeln. Die Springen sind am Sonntag mit dem Großen Preis zu Ende gegangen, ab Donnerstag geht es in die Dressur.

Mit einem packenden Stechen im Großen Preis von Pirmasens endeten am Sonntag fünf tolle Turniertage beim RFV Pirmasens-Winzeln . Nur sieben der 36 Starter waren in dem Normalparcours über zwölf bis 1,50 Meter hohe Hindernisse mit 15 Sprüngen ohne Abwurf geblieben. Viele Reiter gaben zur Schonung ihrer Pferde auf, wenn sie sahen, dass eine Platzierung aussichtslos war. Als erster Reiter im auf acht Hindernisse verkürzten Stechparcours des schweren Zwei-Sterne-Springens fehlerfrei blieb Sebastian Adams (RJC Rodderberg) in 41,77 Sekunden. Der bereits im Umlauf schnellste Andreas Woll vom RFV Neunkirchen-City unterbot die Zeit in 39,17 Sekunden um mehr als zwei Sekunden. "Wenn sie Null geht, ist sie kaum zu schlagen", hatte der 49-jährige Saarländer nach dem Sieg beim Winzeler Hallenturnier im April über seine elfjährige Schimmelstute gesagt und seitdem zehn goldene Schleifen gewonnen, zuletzt im Großen Preis von Lemberg/Frankreich. Als nächste Starterin gaben Team-Weltmeisterin Janne Friederike Meyer und Baton Rouge , mit erst acht Jahren das jüngste Pferd der Konkurrenz, alles, um ihren Sieg vom vergangenen Jahr zu verteidigen. Am Ende blieb die Uhr bei 39,61 Sekunden stehen - Silber. In einer für ihren Hengst Cartier's Liberty Z sehr schnellen Runde setzte sich Landesmeisterin Melanie Bischoff in 40,65 Sekunden kurzfristig auf Platz drei, bis ihr der sechsfache Hallenchampion Timo Beck, einer der schnellsten Reiter aus Baden-Württemberg, in nur neun Hundertstelsekunden den Bronzerang streitig machte. Samstag hatte Bischoff unerwartet das als Korrekturritt für Cartier's Liberty gedachte S* im U-30-Cup gewonnen. Als schnellste Reiterin mit einem Abwurf im Normalparcours rangierte Anne Oberle mit ihrem Hannoveraner Crunchip auf Rang neun, mit ihrem Deckhengst Ferrucio auf Rang elf.

Nach Wolls Einschätzung hatten viele Reiter Probleme mit dem Gefälle des sich zum Hang hin absenkenden Platzes. Auch die freie Lage ohne Begrenzung erschwere selbst erfahrenen Pferden das Fixieren. Seine Stute springe neben ihrem hohen Grundtempo und ihrer enormen Wendigkeit extrem effizient, verliere bei der Landung keine Zeit. Bei der Siegerehrung bedankte sich der Saarlandmeister im Namen aller Teilnehmer bei den Veranstaltern. "Es ist toll, hier zu reiten, alles passt perfekt. Dieses Turnier wird Dank des Engagements im Verein und der großzügigen Sponsoren noch viel größer werden", prophezeite er. Meyer, die mit zwei sieben- und zwei achtjährigen Pferden angereist war, freut sich bereits auf die Revanche im nächsten Jahr. Als erfolgreichste Reiterin mit drei Siegen und zwei Silberrängen trat die Schenefelderin glücklich über die Leistung ihrer jungen Pferde die Heimreise an. Erfolgreichster Reiter war der Rodderberger Sebastian Adams. Den U-30-Cup gewann die 18-jährige Kaderreiterin Helena Müller (Zeiskam).

Für den RFV bedeutet das Ende des Springturniers erst Halbzeit: Von Donnerstag bis Sonntag wird erstmals ein reines Dressurturnier veranstaltet. Höhepunkte der 17 Wettbewerbe bis auf Olympia-Niveau sind die Flutlicht-Kür am Samstagabend sowie der Grand Prix sonntags. Insgesamt werden Preisgelder von 50 000 Euro ausgeschüttet.

Auf dem Foto der gestrigen Ausgabe war nicht Sandra Herrlich, sondern Perspektiv-Kaderreiterin Hanna Föckler vom RSV Käshofen zu sehen.

Zum Thema:

Auf einen BlickYoungster-Springprüfung Kl. S*: 1. Janne Friederike Meyer (Norddeutscher und Flottbeker RV) mit Chloé (0/57,16) und 9. mit Cassio Melloni (4/65,22), 2. Wolfgang Schmidt (Barbarossa-Kaiserslautern) mit Chilly Pepper (0/57,16), 3. Steffen Hauter (Großsteinhauserhof) mit Caliber (0/63,80) und 8. mit First Lady (4/65,22). Großer Preis Kl. S** mit Stechen: 1. Andreas Woll (Neunkirchen-City) mit Sweetest Tabou (0*/39,17), 2. Janne Friederike Meyer mit Batton Rouge (0*/39,61), 3. Timo Beck (RFV Legelshurst) mit Cayenne (0*/40,56), 4. Melanie Bischoff (RFV Miesau) mit Cartier's Liberty (0*/40,65), 9. Anne Oberle (RFV Zweibr.) mit Crunchip (4/70,02) und 11. mit Ferruccio (4,25/91,70). cvw