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Gegner Illtal erwischt Sahnetag: VTZ-Serie reißt im Topspiel

Gegner Illtal erwischt Sahnetag : VTZ-Serie reißt im Topspiel

Handball-Oberliga: Überragender Schlussmann Robin Näckel führt HF Illtal zum 31:21-Sieg gegen die Zweibrücker.

Nun ist es doch geschehen: Die Handballer der VT Zweibrücken mussten am zehnten Spieltag die erste Saisonniederlage hinnehmen. Im Topderby bei den HF Illtal in der restlos ausverkauften Hellberghalle unterlag der Tabellenführer mit 21:31 (10:15). Dabei machte vor allem ein Illtaler am Sonntagabend den Unterschied: Der alles überragende Torhüter Robin Näckel, der mit seinen teilweise spektakulären Paraden die Zweibrücker an den Rand der Verzweiflung gebracht hat.

Ob Zuschauer, Spieler oder Trainer, alle waren sich schnell einig, wer der Spieler der Partie war. Mit Torhüter Robin Näckel hatten die Gastgeber den alles entscheidenden Spieler in ihren Reihen, der es am Ende auf 20 Paraden brachte. Doch nicht nur diese Zahl war bemerkenswert, sondern vor allem auch die Situationen, in denen er die Bälle entschärfte waren für die Zuschauer ein Genuss. Ob es Gegenstöße, Siebenmeter oder sonstige freie Würfe waren – immer wieder fanden die Saarpfälzer in Näckel ihren Meister.

„Illtal hat aber insgesamt überragend gespielt und verdient gewonnen. Egal, was wir auch versucht haben, hat heute einfach nicht klappen wollen. Für uns war es ein gebrauchter Tag“, brachte es Danijel Grgic nach der Partie auf den Punkt. Dem Zweibrücker Trainer war anzumerken, dass die Niederlage sehr an ihm nagte. „Das ist Sport, aber wichtig wird es sein, dass wir daraus wieder etwas lernen.“ HFI-Trainer Steffen Ecker konnte nach einer gelungenen Woche zufriedener kaum sein: „Wir hatten gleich zwei Spitzenspiele abzuliefern und was die Mannschaft geleistet hat, ist mehr als nur gut. Wir werden jetzt ein, zwei Tage den Sieg genießen und uns dann an die Arbeit machen für die kommenden Aufgaben.“

Dabei hatte die Partie aus Zweibrücker Sicht noch gut begonnen. Den ersten Treffer markierte Kapitän Philip Wiese. In der fünften Minute lag die VTZ mit 3:1 in Front. Bis zum 6:5 (13.) hatten die Zweibrücker noch leichte Vorteile, auch wenn da schon zu erkennen war, dass die Gastgeber stärker wurden. „Wir waren von der ersten Sekunde nicht wirklich da. Vielleicht hat irgendwie die Frische gefehlt“, sagte Grgic nach der Partie, der das Unheil wohl schon früh hatte kommen sehen. Nach einem Doppelschlag von Sebastian Hoffmann drehten die Hausherren die Partie und gingen beim 7:6 (15.) erstmals in Führung.

Mit zunehmender Spieldauer wurde auch Näckel immer stärker, was seiner Mannschaft die nötige Sicherheit gab. In der Folge nutzten die Handballfreunde Illtal ihre Chancen eiskalt und ließen die VTZ-Torhüter Yannic Klöckner und Rouven Latz kaum ins Spiel kommen. Die VTZ vergab jetzt immer wieder klarste Chancen und ließ gerade über die Außenpositionen jegliche Effektivität vermissen. Wenige Sekunden vor Ende der ersten Halbzeit, beim Stand von 15:10, handelte sich dann zu allem Überfluss Rechtsaußen Tobias Stauch eine Rote Karte ein. Die VTZ-Spieler und Verantwortlichen waren derart aufgebracht, dass sie sich noch eine weitere Strafe gegen die Bank einhandelten.

Die zweite Halbzeit begann dann, wie die erste aufgehört hatte. Illtal, die zunächst in doppelter Überzahl agieren konnte, blieb in ihrem Angriffsspiel sehr druckvoll. Nach Treffern von Sebastian Hoffmann und Norbert Petö erhöhten die Gastgeber auf 17:10 (33.). Mangelnden Kampfgeist konnte man den Gästen nicht vorwerfen, aber ihre Aktionen blieben wenig effektiv. Beim Stand von 12:20 (38.) versuchte Danijel Grgic, seine Spieler wieder in die Spur zu bringen – was ihm nicht gelang. Spätestens nach dem 21:12 durch den jungen Marcel Becker, der im rechten Rückraum und auf Rechtsaußen eine tolle Partie bot und bester Schütze der war, war eine Vorentscheidung gefallen. Grgic versuchte zwar, seinen Jungs immer wieder neue Impulse zu geben, die aber wenig ändern sollten. Immer noch scheiterten sie zu oft völlig freistehend am Illtaler Torhüter. Während Näckel ein ums andere Mal brillierte, blieben die Zweibrücker Torhüter unter ihren Möglichkeiten, was aber auch daran lag, dass sich der Gegner in einen wahren Rausch spielte und jetzt auch sich das gewisse Wurfglück erarbeitet hatte. Am Ende stand ein verdienter 31:21-Erfolg für Illtal, das durch diesen Sieg das Titelrennen zu einem Dreikampf gemacht hat.

„Irgendwie bin ich auch froh, dass das ‚Zu-Null-Thema’ vom Tisch ist. Obwohl wir heute klar verloren haben, finde ich immer noch, dass wir bislang eine überragende Runde spielen, die uns nicht jeder zugetraut hätte. Wir werden wieder aufstehen“, zeigte sich Grgic nach Partie fest entschlossen, es mit seinen Jungs bereits nächste Woche wieder besser zu machen. Mit dieser Niederlage geht eine tolle Serie zu Ende. Seit April hatte die VTZ alle Spiele wettbewerbsübergreifend für sich entscheiden können.