1. Pfälzischer Merkur
  2. Regionalsport

VTZ Saarpfalz empfängt Liugaprimus HSG Konstanz

3. Handball Liga Süd : Gegen die Übermannschaft ans Limit gehen

3. Handball-Liga Süd: Die VTZ Saarpfalz empfängt am Sonntag die HSG Konstanz in der Westpfalzhalle. Gegen den souveränen Spitzenreiter muss die VTZ über sich hinauswachsen, um eine Chance zu haben.

Es scheint wie eine unlösbare Aufgabe. Am Sonntag empfangen die Handballer der VTZ Saarpfalz mit der HSG Konstanz das alles überragende Team der 3. Liga Süd. Unangefochten steht die Mannschaft von Trainer Daniel Eblen an der Ligaspitze und schreitet mit großen Schritten Richtung Meisterschaft. Im Duell des Spitzenreiters mit dem Vorletzten Zweibrücken wird nichts anderes als ein klarer Sieg des Favoriten erwartet. Anpfiff der Partie ist um 17 Uhr in der Westpfalzhalle.

Vor dem Auswärtsspiel letzte Woche bei der TSG Pforzheim war die Zweibrücker Welt noch in Ordnung. Nach zwei Siegen in Folge hatte die VTZ die Abstiegsränge verlassen und konnte mit dem Mini-Lauf im Rücken befreit bei den Württembergern aufspielen. Im Hinspiel hatten die Jungs von Danijel Grgic zudem eine Überraschung geschafft und dem  aktuell Tabellenfünften ein Remis abgeknöpft (27:27). Doch im  Rückspiel konnte die VTZ nicht ansatzweise an die Leistung anknüpfen. Zu viele fahrlässig vergebene Chancen. Zu viele technische Fehler. Von Rückenwind nach zwei Siegen gegen die direkte Konkurrenz im Tabellenkeller war nichts spüren. In den sozialen Medien wurde sogar von einer stark verunsicherten Mannschaft geschrieben, die zu selten das auf die Platte bringt, was sie stark macht. Doch damit nicht genug: Auch die anderen Ergebnisse am letzten Spieltag in der 3. Liga verliefen aus Sicht der Rosenstädter denkbar ungünstig. Beide Verfolger, der TSV Neuhausen/Filder und der TV Willstätt, gewannen ihre Partien und zogen nach Punkten mit den Saarpfälzern gleich. Alle drei Mannschaften haben nun jeweils 12 Punkte auf der Habenseite. Bei Saisonende würde diese Konstellation für die VTZ den Abstieg bedeuten. Denn den direkten Vergleich zwischen diesen Mannschaften verlieren die Zweibrücker, die deshalb hinter Neuhausen und Willstätt auf dem vorletzten Tabellenplatz stehen.

Nach der schwachen Partie in Pforzheim will die Mannschaft eine Reaktion zeigen. Doch gegen den Ligaprimus, der die 3. Liga mit sieben Punkten Vorsprung vor dem Zweitplatzierten TuS Kaiserslautern-Dansenberg anführt, wird mehr als nur Wille von Nöten sein, damit ein oder zwei Zähler in der Westpfalzhalle bleiben.

Dennoch wollen die Zweibrücker die Flinte nicht schon vor der Partie ins Korn werfen. „Wir blicken positiv nach vorne. An guten Tagen können wir auch mit solchen Teams mithalten und sie ärgern. Und genau das ist unser Ziel“, sagt Wladislaw Kurotschkin, der in Pforzheim zuletzt studienbedingt fehlte. Der Kreisläufer ist leicht angeschlagen, geht aber davon aus, dass er sowie alle anderen Spieler am Wochenende einsatzbereit sind. Und die Übermannschaft vom Bodensee vor eine echte Herausforderung stellen werden.

Konstanz wurde schon vor der Runde von vielen Handballkennern die Favoritenrolle zugewiesen. Und dieser wurde die HSG vollauf gerecht. In nahezu allen Bereichen ist Konstanz in der 3. Liga Süd Spitze.  Und zwar nicht nur die erste Mannschaft. Auch Zuschauerschnitt, Umfeld, Jugendabteilung und Marketing sind in der Spielklasse konkurrenzlos. Der Aufstieg in die 2. Liga, aus der die HSG vergangene Runde abgestiegen ist, ist voraussichtlich nur noch Formsache.

Das Spielermaterial, über das die HSG verfügt, wird Woche für Woche den hohen Ansprüchen gerecht. Zum Beispiel Paul Kaletsch, der zweitbeste Torschütze der Liga. Oder Top-Torhüter Simon Tölke. Schon vor dem ersten Aufeinandertreffen in der Hinrunde sprach VTZ-Coach Danijel Grgic davon, dass Konstanz den besten Kader der Liga hat. Zweibrücken verlor die Partie mit 22:29.

Was kann man von der VTZ im Rückspiel erwarten? An einen Sieg glauben wohl nur die kühnsten Optimisten. Was man aber auf jeden Fall erwarten kann, ist, dass die Handballer der VTZ anders auftreten als noch letzten Samstag in Pforzheim. Nur wenn alle Spieler am absoluten Limit agieren, kann die Partie zumindest offen gestaltet werden. Genau hier sieht Kurotschkin die Minimalchance. „Wenn wir die Partie lange offen halten, können wir die HSG mit unserem Publikum im Rücken vielleicht auch mehr als nur ein bisschen ärgern“, zeigt sich der Kreisläufer selbstbewusst.