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Handball-Oberliga: VTZ macht großen Schritt zum Titel

Handball-Oberliga : VTZ macht großen Schritt zum Titel

Dank einer gerade in der ersten Halbzeit herausragenden Abwehrarbeit haben die Handballer der VTZ Saarpfalz das Spitzenspiel der Oberliga bei den Sportfreuden Budenheim gewonnen. Durch die gleichzeitige Illtaler Niederlage beim SV 64 führt die VTZ jetzt mit drei Punkten Vorsprung die Tabelle an.

Es war das erhoffte Spitzenspiel zweier Top-Teams der Handball-Oberliga. Die VTZ Saarpfalz gewann am Samstagabend am Ende verdient, wenn auch nur knapp, mit 25:24 (12:7) beim SF Budenheim und konnte den Vorsprung auf die Verfolger auf drei Punkte ausbauen. Wieder einmal war es eine überragende Defensive, die den Sieg ermöglicht hatte. Bestnoten verdienten sich vor allem Torhüter Yannic Klöckner und der zehnfache Torschütze Martin Mokris, der bei sieben von sieben Siebenmetern keine Nerven zeigte.

„Ich glaube, dass war unsere beste erste Halbzeit, seitdem wir zusammenarbeiten. Ich kann einfach nur ‚wow‘ sagen, zur Leistung meiner Mannschaft. Die Abwehr war überragend und vorne war es nicht einfach gegen die starke Budenheimer Deckung Tore zu erzielen, aber ich bin sehr zufrieden wie wir das gelöst haben. Martin hat heute sehr konzentriert Regie geführt und Richard Wilga hat in der ersten Halbzeit auf Außen sehr stark gespielt“, verteilte VTZ-Trainer Danijel Grgic ein Sonderlob an seine zwei Slowaken und ergänzt: „Es war durch die Bank eine super Vorstellung der Mannschaft.“ Auch der zehnfache Torschütze Martin Mokris sah in der überragenden Defensive den Schlüssel zum Erfolg. „Das Paket Abwehr und Torhüter hat heute super funktioniert. Wenn man gegen Budenheim nur sieben Treffer in der ersten Halbzeit zulässt, sagt das glaube ich schon alles aus“, erklärte Mokris.

Das Spiel begann so wie es zu erwarten war – zäh. Nach zwei Minuten fiel der erste Treffer durch Johannes Sturm, der Budenheim in Führung brachte. Nur elf Sekunden später konnte die VTZ durch Philip Wiese schnell den Ausgleich erzielen. Die Abwehr der Saarpfälzer stand wie eine Wand und hatte auch gegen das fast etwas unorthodoxe Spiel der Budenheimer, die gerne mit dem siebten Feldspieler agieren und dann über gleich drei Kreisläufer den Erfolg suchen, nahezu immer die richtige Antwort. Doch auch die Defensive der Gastgeber stand gut, weswegen es kaum verwundert, dass nur wenige Tore fielen. Dennoch führte die VTZ nach weiteren Treffern von Mokris und Kraucevicius mit 3:1 (10.). In der Folge nahm das Spiel etwas an Fahrt zu und die Sportfreunde aus Budenheim fanden jetzt die Lücken in der Zweibrücker Defensive. Nach zwei Treffern durch Philipp Becker stand es in der 13. Spielminute plötzlich 4:4. Linksaußen Richard Wilga schoss kurz darauf seine Farben erneut in Führung, doch VTZ-Trainer Danijel Grgic sah sich dennoch gezwungen eine Auszeit zu nehmen. Was auch immer er seiner Mannschaft gesagt hat, schien jetzt zu fruchten. Die VTZ bekam in dieser Phase fast zehn Minuten lang kein Gegentor und konnte sich nach Treffern durch Kraucevicius, Kurotschkin und zweimal Mokris auf 9:4 (23.) absetzen. Nicht unerheblichen Anteil daran hatte auch VTZ-Torhüter Yannic Klöckner. „Anfangs tat ich mir noch etwas schwer in die Partie zu kommen, was aber mit zunehmender Dauer immer besser wurde“, sagte Klöckner, der sich noch über ein Extralob von Kreisläufer Wladislaw Kurotschkin freuen konnte. „Yannic hat Weltklasse gehalten.“ Danach stabilisierten sich die Hausherren wieder etwas und fanden jetzt auch wieder den Weg zum VTZ-Tor. Zur Pause führten die Rosenstädter aber dennoch komfortabel mit 12:7.

In der zweiten Halbzeit dann konnten die Zweibrücker das hohe Niveau, zumindest was die Defensive angeht, nur noch schwer halten. Die Budenheimer kamen mit einer Menge Wut aus der Kabine und fanden immer wieder die Lücken. Dennoch sollte die VTZ zunächst weiter die tonangebende Mannschaft bleiben, weil sie sich in der Offensive selbst viele gute Chancen erspielen konnte. „In der zweiten Halbzeit hat Budenheim teilweise mit Manndeckung agiert, was wir aber dennoch weitestgehend gut gelöst haben“, erklärte Kurotschkin. In der 37. Minute konnten die Saarpfälzer den Vorsprung zunächst etwas ausbauen und führten nach einem Treffer von Tomas Kraucevicius mit 17:10. Wer jetzt dachte, dass die Partie entschieden sei, sollte sich schwer getäuscht haben. Die Sportfreunde bekamen ihre zweite Luft und verkürzten nach und nach den Rückstand. Auch wenn Klöckner im VTZ-Gehäuse immer noch einige freie Bälle entschärfen konnte, konnte auch er die Aufholjagd der Gastgeber nicht verhindern. Nach einem Treffer von SF-Spieler Benjamin Kröhle stand es auf einmal nur noch 17:20 (47.). Zwar konnte die VTZ in der Folge den Vorsprung halten, aber man merkte jetzt immer mehr einen gewissen Kräfteverschleiß an, denn Grgic verzichtete auf große Wechsel. „Wir haben quasi mit unseren älteren Spielern durchgespielt. In der hitzigen Phase zum Ende der Partie hin, wollte ich unsere jüngeren Spieler nicht unnötig verbrennen“, erklärte Grgic seine Gründe. Die fast ausverkaufte Waldsporthalle in Budenheim peitschte jetzt ihre Mannschaft lautstark nach vorne. Die Mannschaft von SF-Trainer Thomas Gölzenleuchter steckte zu keiner Phase der Partie auf und kämpfte mit allen Mitteln gegen die drohende Niederlage. Auch beim Stand von 24:20 (54.) konnte die VTZ sich noch nicht über die Vorentscheidung freuen, denn der Tabellendritte der Oberliga war keinesfalls geschlagen. Zweieinhalb Minuten vor dem Ende der Partie verkürzten die Sportfreunde auf 24:25. Doch mit den letzten Kraftreserven rettete der Ligaprimus diese knappe Führung irgendwie über die Zeit.

„Wir hätten es uns vielleicht etwas leichter machen können, aber zwei Punkte sind zwei Punkte“, sagte Klöckner nach der Partie, dem man, ebenso wie allen Spielern und Verantwortlichen, anmerkte, dass die Freude über den ersten Sieg seit fünf Jahren in Budenheim grenzenlos war. „Durch die Niederlage von Illtal haben wir jetzt drei Punkte Vorsprung. Ich denke, dass es dadurch jetzt alles etwas ruhiger wird“, sagte Kurotschkin.