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Handball 3. Liga Süd: VTZ-Handballer müssen sich im Derby geschlagen geben

Handball 3. Liga Süd : VTZ-Handballer müssen sich im Derby geschlagen geben

3. Liga Süd: Bis weit in die zweite Hälfte hinein, spielt die VTZ Saarpfalz in Saarlouis auf Augenhöhe – unterliegt am Ende aber mit 24:29.

Die Handballer der VTZ Saarpfalz haben in der 3. Liga einen Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt hinnehmen müssen. Im Derby beim Zweitliga-Absteiger HG Saarlouis unterlag die VTZ mit 24:29 (11:12). Bis weit in die zweite Hälfte war es eine Partie auf Augenhöhe. Dann aber setzten sich die Gastgeber vorentscheidend ab und sicherten sich am Ende verdient den Sieg. Die beiden besten Werfer der Partie waren Philip Leist bei der HGS und VTZ-Mannschaftskapitän Philip Wiese mit jeweils sieben Treffern.

Die Rahmenbedingungen für ein wahres Handballfest waren gegeben. Vor 1475 Zuschauern in der Saarlouiser Stadtgartenhalle bot sich eine beeindruckende Kulisse. Die individuelle Klasse der Hausherren machte am Ende den Unterschied. Während Leist mit einer großen Portion Lockerheit seine Chancen auf der Außenbahn nutzte, war es im Rückraum Saarlouis’ Josip Grbavac, der dem Spiel seinen Stempel aufdrückte. Grbavac war der beste Mann auf dem Feld. Er glänzte nicht nur als sechsfacher Torschütze, sondern auch als Ballverteiler und Initiator vieler Saarlouiser Angriffe. Und dann war da noch Darius Jonczyk. Der erfahrene Torhüter, der in der zweiten Halbzeit auf die Platte kam, zeigte sieben teilweise spektakuläre Paraden und hatte großen Anteil am Erfolg. Auf Seiten der VTZ war vor allem Kapitän Philip Wiese ein großer Aktivposten, der die VTZ mit Treffern aus dem Rückraum im Spiel hielt. Der sonst so treffsichere Tom Paetow fand gegen seine ehemaligen Saarlouiser Weggefährten leider nie zu seinem Spiel. Knackpunkt aus Sicht der Zweibrücker war sicherlich die Rote Karte für Kreisläufer Wladislaw Kurotschkin in der 29. Spielminute beim Stand von 10:11. Nach einem harten Einsteigen gegen Kucharik bedachten ihn die Schiedsrichter mit der roten Karten. Eine harte, aber vertretbare Entscheidung.

Gerade in der ersten Halbzeit war es eine vollkommen offene Partie mit mehreren Führungswechseln. Beide Mannschaften agierten aus einer 6:0-Abwehrformation heraus, wobei die von den Gastgebern offensiver interpretiert wurde. Die Zweibrücker mussten härter für ihre Tore arbeiten. Dennoch hielten sie die Partie offen, erarbeiteten sich zeitweise sogar Vorteile – die sie durch einfache Fehler aber wieder herschenkten. Da auch die Gastgeber einige Unsauberkeiten im Spiel hatten, konnte sich zunächst keine der beiden Mannschaften absetzen. Mitte der ersten Halbzeit versuchte Grgic die Kreise des Saarlouiser Rückraums mit einer Umstellung in der Abwehr einzuengen. Er stellt auf eine 5:1-Abwehr um und beorderte Tom Paetow auf die vorgezogene Position. Dieser Schachzug zeigte durchaus Wirkung – doch die Balleroberungen konnte die VTZ zu selten in Treffer ummünzen. So blieb es eine enge Partie, die durch viel Kampf und Einsatz, aber weniger durch das Niveau mitzureißen wusste. Nach einem verwandelten Siebenmeter von Philipp Leist ging es für die HGS mit einer 12:11-Führung in die Halbzeit.

Zu Beginn der zweiten Hälfte erarbeiteten sich die Gastgeber leichte Vorteile. In der 38. Spielminute führte Saarlouis mit 16:13. Die Zweibrücker konnten zwar nach Treffern von Kraucevicius und Wiese schnell auf 15:16 verkürzen (39.), doch der Ausgleich wollte nicht gelingen. Und dennoch. Bis zum 19:20 aus VTZ-Sicht (48.) blieben die Zweibrücker dem Favoriten dicht auf den Fersen. Doch im Anschluss konnte sich die Mannschaft von Philipp Kessler langsam aber sicher absetzen. Was zum einen an den vielen Paraden von Jonczyk lag, aber auch daran, dass der in der ersten Halbzeit stark parierende Yannic Klöckner im VTZ-Tor jetzt kaum noch etwas zu fassen bekam.

Die VTZ kämpfte zwar verbissen weiter, hatte der spielerischen Klasse der Gastgeber jetzt aber kaum noch etwas entgegenzusetzen. Spätestens nach dem Kempa-Treffer von Niklas Louis nach Pass von Pascal Noll zum 27:22 (56.) war die Partie entschieden. Am Ende stand ein verdienter 29:24-Heimsieg für den ehemaligen Zweitligisten zu Buche, der damit seinen fünften Sieg in Folge in der 3. Liga Süd feiern konnte.

„Es war mehr drin, aber dafür hätte bei uns jeder einen guten Tag gebraucht, was bei unseren Leistungsträgern nicht der Fall war. Auf der Torwartposition ging die zweite Halbzeit klar an Saarlouis, wo Darek stark gehalten hat. In der Summe ein verdienter Sieg für Saarlouis“, musste Danijel Grgic nach der Partie anerkennen.