Von Alaska nach Zweibrücken

In einer entscheidenden Phase im Kampf um die Play-offs befindet sich Eishockey-Regionalligist EHC Zweibrücken derzeit. Passend dazu sind die Hornets richtig gut in Form. Anteil daran hat auch der Neuzugang aus Alaska, Ryan McDonald.

"Die Fans hier sind einfach fantastisch", sagt Ryan McDonald begeistert, "Beim Eishockey habe ich so etwas noch nie erlebt. Es gibt ständig Sprechchöre und die Menschen haben Trommeln dabei. Man fühlt regelrecht die Leidenschaft der Zuschauer. Das motiviert einen selbst zusätzlich und erhöht die eigene Begeisterung fürs Spiel." Seit Oktober ist der US-Amerikaner McDonald fester Teil des EHC Zweibrücken (wir berichteten). Durch ein weltweites Online-Portal für Eishockeyspieler wurde Hornets-Trainer Richard Drewniak auf den jungen Mann aufmerksam und besetzte mit ihm die kürzlich freigewordene Kontingentstelle. "Ich reise gerne und besonders Deutschland hat mich schon immer interessiert, weil mein Vater hier mal beim Militär stationiert war", erzählt McDonald, "Hier zu leben und bei den Hornets spielen zu dürfen, ist für mich ein großes Glück."

Aufgewachsen in Anchorage, der Hauptstadt Alaskas, hat Eishockey schon immer eine große Rolle im Leben des heute 25-jährigen gespielt: "Ich habe mit vier Jahren angefangen zu spielen. In Alaska ist das ganz normal. Es gibt viele vereiste Wasserflächen, auf denen sich die Kinder zum Spielen treffen und fast jede Schule hat ihre eigene Eishockeymannschaft." Während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre an der Framingham State University in Massachusetts, USA, spielte McDonald die letzten vier Jahre erfolgreich für die Eishockeymannschaft der Universität. Durch sein Auftreten bei den Hornets in der Regionalliga Südwest hofft McDonald, sich für andere Mannschaften in höheren Ligen zu empfehlen. Laut eigener Aussage zeichnet sich McDonalds Spiel vor allem durch Schnelligkeit aus: "Ich habe in der Nebensaison extrem hart trainiert, um noch schneller zu werden und das auch geschafft. Meine Qualitäten als Torjäger profitieren natürlich davon." Des Weiteren habe er ein sehr gutes Spielverständnis: "Der Spielstil hier kommt mir deshalb sehr gelegen. Finesse ist wichtig. Es ist keine reine Hau-drauf-Mentalität."

In Zweibrücken hat sich der Amerikaner schon gut eingelebt. Gemeinsam mit einem weiteren Kontingentspieler, dem Kanadier Adam Klein, teilt sich McDonald eine Wohnung in Mauschbach sowie ein Auto. "Die Umstellung verlief für mich sehr reibungslos und ich fühle mich hier sehr wohl", erklärt er. "Das verdanke ich vor allem dem Team und den vielen netten Menschen in meinem Umfeld." Besonders die Fahrt von seiner Wohnung zum Eisstadion hat es ihm angetan: "Die Landschaft mit den grünen Hügeln und den kleinen Dörfern dazwischen ist wunderschön." An seinem Deutsch muss McDonald allerdings noch arbeiten. Mit seinen Teamkameraden unterhält er sich hauptsächlich auf Englisch, aber er hat vom Verein einen privaten Deutschlehrer zur Verfügung gestellt bekommen. Wenn McDonald neben dem Training und seiner täglichen Arbeit in einem Zweibrücker Autohaus mal etwas Freizeit hat, verbringt er diese am liebsten draußen in der Natur: "Ich gehe gerne wandern und angeln." Vermisst er seine Heimat USA? "Die große Auswahl an Erdnussbutter fehlt mir schon sehr", bemerkt er lachend, "die Geschäfte hier führen alle vorrangig Nutella , aber ich liebe ein gutes Erdnussbutter-Sandwich mit Marmelade oben drauf."