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Volleyball-Landespokal: SVK Blieskastel-Zweibrücken qualifiziert sich für Finalspiele

Volleyball-Landespokal : SVK löst in einem „Spiel für die Erinnerung“ Finalturnier-Ticket

Landespokal: Landesliga-Volleyballer bezwingen dabei mit einem starken Auftritt und Teamgeist unter anderem den klassenhöheren TV Wiesbach II.

Die sechs Mann auf dem Feld, auch die drei auf der Ersatzbank, peitschten sich an. Die Spieler des SVK Blieskastel-Zweibrücken kämpften um jeden Ball. Spürten, dass sie den klassenhöheren TV Wiesbach II schlagen können. Und so gelang es dem Landesligisten durch einen beherzten Auftritt den Verbandsligisten im Landespokal-Duell nach 0:1-Satzrückstand tatsächlich mit 3:1 (24:26/25:22/25:19/25:12) zu bezwingen. „Es war unsere stärkste Saisonleistung im bisher schwierigsten Spiel gegen den stärksten Gegner“, freut sich SVK-Spielertrainer Alexander Hoffmann. Dessen Team an dem Pokal-Samstag ein klares 3:0 (25:14/25:14/25.17) gegen den Bezirksligisten TV Losheim II folgen ließ – und so das Ticket für das Landespokal-Finalturnier löste.

„Wir wussten bereits vor dem Spiel, dass es unser vorerst schwierigstes der Saison wird“, sagte der Coach des Landesliga-Spitzenreiters über das Pokallos TV Wiesbach II (Verbandsliga-Dritter). Hoffmann sei klar gewesen, dass „wir in Bestbesetzung anreisen müssen und uns alles abverlangt wird“. Das untermauerte der Favorit gleich im ersten Satz. Wiesbach überrollte die Zweibrücker regelrecht, zog schnell auf 7:0 davon. „Wir haben es in der Anfangsphase nicht geschafft, die Aufschläge des Wiesbacher Zuspielers unter Kontrolle zu bringen“, erklärt der SVK-Trainer, dessen Team sich aber berappelte. Über 15:15 zog es sogar auf 16:15 vorbei. „Eine starke Feldabwehr, unser Teamgeist, eine tolle Aufschlagserie durch Daniel Hübert und ein schnelles Angriffsspiel brachten uns zurück“, sagt Hoffmann und fügt an: „Da waren aber auch ein paar glückliche Schiedsrichterentscheidungen zu unseren Gunsten dabei.“ Beim 23:23 war der Satz noch immer offen. Doch der TV erschwerte dem Landesligisten das Angriffsspiel durch eine gute Blockarbeit und sicherte sich den Abschnitt knapp mit 26:24.

Im zweiten Durchgang war der SVK von Beginn an hellwach. Über eine 5:2-Führung ließen die Zweibrücker Wiesbach wieder zum 6:6 ausgleichen. „Zwei starke Aufschlagserien von Michael Hoffmann (4 und 5 Punkte), generell viel Druck im Aufschlagspiel und unsere Schnelligkeit im Angriff sowie in der Feldabwehr waren der Schlüssel zum Erfolg“, erklärt Hoffmann, wie sich seine Mannschaft nochmal absetzte (17:13). Zudem kam in der Mitte Jan Kosel in Fahrt. „Nahezu fehlerlos versenkte er die Bälle an der Drei-Meter-Linie.“ Da der SVK in seinen Angriffen mehr Variationen einbaute, machte er dem gegnerischen Block das Leben schwer. Zudem konnte Wiesbach seine Stärke über die Mitte nicht mehr ausspielen. „Lediglich die harten Aufschläge von Andre Lehberger konnten wir nicht kontrollieren und mussten versuchen, seinen Rhythmus durch Auszeiten oder Verschiebungen in der Feldabwehr ins Stocken zu bringen.“ Das gelang nicht immer, aber doch immer mal wieder. Und so schaffte der SVK durch das 25:22 den Satzausgleich.

Dadurch beschwingt, spielte Zweibrücken immer stärker auf. „Als tieferklassige Mannschaft hatten wir nichts zu verlieren, wollten aber auf jeden Fall den Erfolg“, beschreibt Hoffmann die Gefühlslage während der Partie. Im dritten Durchgang waren die guten Aufschlagserien von Daniel Hoffmann enorm wichtig. „Wiesbach verlangte uns alles ab, aber wir denen auch.“ Die SVK-Spieler feierten jeden Punkt, kämpften um jeden Ball. In der Abwehr wurde auf beiden Seiten die Feldverteidigung sehr stark. „Wiesbachs Stellungsspiel war da aber doch noch stärker als unseres. Da merkt man, dass deren Training auf höherem Niveau stattfindet und die Akteure alle wissen, wo sie stehen müssen“, sagt Alexander Hoffmann. Dennoch ging der SVK mit 3:0 in Führung. Doch diesen Schwung unterbrach der Gegner mit einer Auszeit. Beim Rückstand von 5:6 störten die Zweibrücker dann den Rhythmus des Gegenübers und zogen auf 17:13 davon. Erneut gelang es dem TV, die Serie des SVK durch eine Auszeit zu stoppen. Beim 17:16 nutzte der SVK seinerseits diese Möglichkeit. Mit starken Aufschlägen und guter Netzarbeit sicherte sich das Hoffmann-Team mit 25:19 den Satz.

Eigentlich, so erklärt der Trainer, sei bei solchen Spielverläufen ein Leistungseinbruch im folgenden Abschnitt typisch. Doch sein Team schaffte es, den Rückenwind mitzunehmen. „Bei jedem Spieler – ob auf dem Feld oder auf der Auswechselbank – war der Siegeswille sichtbar, alle feuerten sich gegenseitig an, bügelten Fehler füreinander aus und bauten sich gegenseitig auf.“ Beim 3:6 und 5:14 versuchte Wiesbach den Flow des SVK zu stoppen. Ohne Erfolg. Durch eine Aufschlagserie von Daniel Hoffmann (9 Punkte) und die starken Angriffe von Jan Kosel sowie Michael Hoffmann zog der SVK auf 15:5 davon. „Da stimmte bei uns alles und der Gegner schien gar nicht zu wissen, was um ihn geschah.“ Den „sehr starken“ Abschlusssatz entschied der SVK klar mit 25:12 für sich. Großer Jubel über den Sieg gegen den klaren Favoriten. „Es war ein Spiel für die Erinnerung“, betont Hoffmann. „Alle Mann zeigten ihre stärkste Leistung und lieferten 100 Prozent.“ Daniel Hübert habe auf der Diagonalen keine Fragen offengelassen, Michael Hoffmann habe sich im Laufe des Spiels immer mehr gesteigert, „brachte seine Angriffe mit Köpfchen unter“ und ließ den Gegner bei dessen Block durch seine Übersicht verzweifeln. Daniel Hoffmann habe konstant mit seinen Geschwindigkeitsangriffen gepunktet. „Dann waren da noch Pavlo Kolos, der ständig den stärksten Spieler Wiesbachs in der Mitte binden musste, und Jan Kosel, der alle Angriffe grandios versenkte“, war der Trainer voll des Lobes für seine Mitspieler. Für die in der Gruppe B nach dem großen Erfolg gegen die Wiesbacher aber noch eine weitere Partie auf dem Plan stand.

Obwohl die SVK-Jungs bereits vier kraftraubende Sätze in den Knochen hatten, hatten sie gegen den Bezirksligisten TV Losheim II keine Probleme. Mit 3:0 (25:24/25:14/25:17) setzten sie sich durch. Das Duell gegen den TVL nutzte Hoffmann, um das Läufersystem 4:2 sowie Positionswechsel zu testen. „Nach dem anstrengenden ersten Spiel waren wir konditionell aber schon sehr ausgepowert“, gibt Hoffmann zu. Und doch reichte es zum zweiten Sieg.

Somit dürfen die Zweibrücker nun Anfang Februar am Landespokal-Finalturnier teilnehmen. Neben dem SVK haben sich für dieses die drei Verbandsligisten TV Quierschied, TV Saarwellingen II und TV Losheim I qualifiziert. Die Halbfinalbegegnungen werden an diesem Samstag ausgelost. Die nächste Landesliga-Partie steht für den Spitzenreiter am Samstag, 3. Dezember, 14 Uhr, in St. Wendel gegen Schlusslicht TV Bliesen III an.