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Volleyball-Landesliga: SVK Blieskastel-Zweibrücken von Saisonabbruch nicht überrascht

Volleyball : Langes Warten auf Punktspiel-Debüt

Der Saarländische Volleyballverband hat die Saison abgebrochen. Für die junge, neu formierte Landesliga-Mannschaft des SVK Blieskastel-Zweibrücken kommt diese Entscheidung weder überraschend noch vollkommen ungelegen.

Die jungen Spieler waren alle heiß auf ihre ersten Pflichtspielminuten auf dem Feld. Doch Corona hat auch dem neu formierten Volleyballteam des SVK Blieskastel-Zweibrücken einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht. Statt Saisonauftakt in der Landesliga Anfang November hieß es weiter Warten. Und nun zog der Saarländische Volleyballverband (SVV) einen Schlussstrich unter die nicht einmal begonnene Runde. In Anlehnung an die Empfehlungen seiner Fachausschüsse beschloss das SVV-Präsidium am Mittwoch, die geplante Spielsaison und alle Meisterschaften 2020/2021 in allen Aktiven und Jugendklassen sowie im Breiten- und Freizeitsport abzubrechen. Für die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar müsse unabhängig davon der Oberligaauschuss entscheiden, teilte der SVV mit. „Man geht aber auch hier davon aus, dass es zum Saisonabbruch kommt“, sagt Alexander Hoffmann, Trainer des SVK, der nach dem Abstieg der Zweibrücker aus der Verbandsliga und der folgenden Auflösung des alten Teams, seit dieser Runde als Spieler für den TV Limbach aufschlägt. Der nach sechs Partien mit einem Sieg das Oberliga-Schusslicht bildet.

Die Entscheidung des SVV, die zunächst hinausgeschobene Spielzeit nun nicht mehr anzupfeifen, kann Hoffmann „absolut“ nachvollziehen. „Wir haben ja jetzt seit November nicht mehr trainiert. Es wäre schon unrealistisch gewesen, die Runde noch durchzuziehen.“ Das sieht Erika Linz, Volleyball-Abteilungsleiterin des TV Kirkel, ähnlich. Auch die beiden TVK-Frauenteams (Verbands- und Landesliga) sind von dem vorzeitigen Ende der Punktrunde betroffen. „Wir haben schon damit gerechnet, dass diese nicht mehr fortgesetzt wird. Aufgrund der äußeren Umstände war dies die einzige vernünftige Lösung“, sagt Linz. Zumal die Saison der Saar-Volleyballer normalerweise Mitte März endet. „Eine komplette, selbst eine halbe Runde, wäre unter den derzeitigen Bedingungen sehr unwahrscheinlich gewesen“, erklärt der Coach der Zweibrücker, der das weitere Warten auf Punktspiele als nicht durchweg negativ ansieht.

Seine ganz junge, neu formierte Mannschaft weist noch keinerlei Spielpraxis auf und hat eine gewisse Vorbereitungszeit daher dringend nötig. Um dann mit ausreichend Selbstvertrauen in die Landesliga starten zu können. Die Spielklasse, die Alexander Hoffmann eigentlich als eine Nummer zu hoch für seine Grünschnäbel ansieht. „Ich wollte eigentlich eine Liga tiefer starten, weil die Jungs alle komplettt frisch dabei sind“, erklärt er. Doch dazu hätte sich ein Team finden müssen, das freiwillig mit den Zweibrückern den Startplatz tauscht. Doch davon geht der Coach auch mit Blick auf die kommende Saison nicht aus. „Ich denke nicht, dass in der jetzigen Situation irgendein Team einen komplett neuen Kader hat und nun doch eine Liga höher ranmöchte.“

Generell könnte der Abbruch für seine unerfahrene Mannschaft sogar ein Vorteil sein. „Gehen wir mal davon aus, die Hallen gehen wieder auf – was ich so schnell zwar nicht glaube –, dann hätten wir bis September aber ja schon nochmal eine lange Zeit, in der wir trainieren könnten.“ Und Testspiele bestreiten, um auch die so wichtige Spielpraxis zu sammeln.

Dabei hofft Alexander Hoffmann, dass seine Jungs nun in der kommenden Saison das Projekt „Neustart in der Landesliga“ des SVK Blieskastel-Zweibrücken immer noch alle mit angehen wollen. Es sei „echt schwierig“ vorherzusagen, ob dem Team durch die lange Zwangspause personelle Verluste drohen. „Die hatten ja noch kein einziges Saisonspiel. Wir hatten ja nur ein paar Tests im Rahmen der Möglichkeiten“, sagt Hoffmann mit einem ratlosen Lachen. Und schon damals, im Oktober, waren diese Partien im Teil-Lockdown – ebenso wie das Training – nur unter Einschränkungen möglich.

Der Kontakt zu seinen Spielern ist auch danach nicht abgebrochen. Zumindest über die Whatsapp-Gruppe sei das ja noch möglich. „Und bis jetzt ist noch keiner der Jungs ausgestiegen. Aber man kann zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht abschätzen, wie das am Ende aussieht“, betont Hoffmann. Auch, weil niemand wisse, wann überhaupt wieder an ein geregeltes Mannschaftstraining zu denken ist. „Ich glaube, Lust zu spielen haben aber immer noch alle.“

Und so bleibt bei dem SVK-Trainer und TVL-Spieler die Hoffnung, schnellstmöglich wieder aufs Feld zurück und Bälle schmettern zu können. „Aber die Gesundheit geht vor“, betont Hoffmann. „Und bevor man jedes zweite Spiel absagen muss, ein totales Chaos im Spielplan entsteht“, dann doch lieber jetzt der Abbruch – und die damit verbundene Planungssicherheit für die Volleyballteams. Wenn das für die Jungs des SVK Blieskastel-Zweibrücken auch bedeutet, noch länger auf ihr Pflichtspiel-Debüt warten zu müssen.