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Vielseitigkeitsreiten: Turnier am Zwiebrücker Landgestüt, Bley, Hohlweg, Dauenhauer

Pferdesport : Antonia Bley feiert Platz zwei bei Landesjugendschärpe

Vielseitigkeitsreiten: Starker Auftritt der zwölfjährigen Amazone des RV Einöd in Zweibrücken. Lokalmatadore patzen überraschend im Gelände.

Kaiserwetter, durchweg guter Sport und super Stimmung brachten den Gastgebern des Vielseitigkeitsturniers auf der Rennwiese von allen Seiten großes Lob. Landestrainer und Turnierleiter Andreas Schmitt sowie der RFV Zweibrücken sorgte in Zusammenarbeit mit dem Landesverband für einen reibungslosen Ablauf der Landesjugendschärpe und der Vielseitigkeitsprüfung Klasse A**.

Die Teilprüfungen Dressur, Springen und Vormustern wurden im Landgestüt abgewickelt, danach versammelten sich Teilnehmer und Zuschauer zu den Geländeritten auf der Rennwiese. Besonders erfreulich aus regionaler Sicht: Antonia Bley vom RV Einöd wurde Vizechampionesse der Landesjugendschärpe Rheinland-Pfalz-Saar. Die zwölfjährige Amazone erritt sich mit ihrem neunjährigen Trakehner Schimmelwallach Hermann Rang fünf in der Dressur und die Führung im Geländeteil. Dies bedeutete Rang zwei in der Gesamtwertung hinter der Gewinnerin der Landesjugendschärpe 2019, Janice Scholz. Hannah Gerke vom RV Dahnertal gewann Bronze.

Dabei lagen Freude und Enttäuschung bei den Vielseitigkeitsreitern auf der Zweibrücker Rennwiese dicht beieinander. „Wir haben einige Überraschungen erlebt – in beide Richtungen“, bestätigte Landestrainer Andreas Schmitt. So patzten, völlig unerwartet, gleich alle drei führenden Lokalmatadore der Vielseitigkeitsprüfung auf A-Zwei-Sterne-Niveau im Gelände. Nach der Dressur lagen Louisa Dauenhauer vom Pfälzer Pony-RFV Thaleischweiler-Fröschen mit ihrem neunjährigen Zweibrücker Wallach Rodynho auf Rang vier, die Zweibrückerin Birgit Hohlweg vom RV Einöd mit ihrem 14-jährigen Wallach Marcellino auf Rang fünf und Anke Schmitt (RFV Zweibrücken) mit Erfolgspferd Merle auf Rang Sieben. Im Springen verzeichnete lediglich Louisa Dauenhauer einen Abwurf. Im Gelände dann die große Enttäuschung: Louisa Dauenhauer, Gewinnerin der Landesjugendschärpe 2017 und die vielfache saarländische Landesmeisterin, Birgit Hohlweg, kassierten beide einen „Steher“, die mehrfache Landesmeisterin Anke Schmitt einen „Vorbeiläufer“. Dabei meisterten die drei Reiter-Pferde-Paare die besonders anspruchsvollen Aufgaben wie den überbauten Graben, die Tiefsprünge sowie die Wasserpassagen bravourös. Mit der Verweigerung war auch die Hoffnung der 20-jährigen Amazone auf die Verlängerung als Sichtung für den Bundeswettbewerb zunichte. Hier erreichten lediglich zwei der vier qualifizierten Starterinnen die Erlaubnis. Als einzige erreichte Tamara Nöllgen vom ReitSF Mittelrhein mit dem siebenjährigen Zweibrücker Wallach Salt ‚n Pepper mit weißer Weste auch die zweite Ziellinie Dafür landete der Gast aus Baden-Württemberg, Wolfgang Martin (RFV Zaisenhausen) mit seiner Stute Holla die Waldfee einen Start-Ziel-Sieg mit Rang eins in den drei Teilprüfungen. Dieselbe Konstanz legte Silbergewinnerin Carola Schmitt-Cordes von der RSG Hunsrück-Höhen mit ihrem erst siebenjährigen Nachwuchspferd, dem Hannoveraner Linus, an den Tag. Der noch unerfahrene Wallach nahm die Rennbahnhecke in der Verlängerung beim zweiten Anlauf. Noelle Heil vom RFV Zweibrücken konnte im Springparcours wie im Gelände die Stärken ihres neunjährigen Oldenburgers Birkenhof‘s voll ausspielen, hatte jedoch nach einer Dressurnote von 5,3 keine Chance mehr auf eine Platzierung.

Wer die Landesfarben Rheinland-Pfalz-Saar bei der Goldenen Schärpe auf Bundesnieveau vertritt und welches Team er zum Bundeswettkampf entsendet, wird Landestrainer Andreas Schmitt in Ruhe entscheiden. Annika Stahl, stellvertretende Geschäftsführerin des Pferdezuchtverbands Rheinland-Pfalz, würdigte die „idealen Bedingungen“ in Zweibrücken mit Landgestüt und Rennwiese. Zweibrücken habe sich einmal mehr als perfekter Austragungsort präsentiert.