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Tennis : Vereine im Saarland empört über gesperrte Plätze

Tennis : Vereine im Saarland empört über gesperrte Plätze

Der TV Jägersburg kann seine Tennisanlage nicht nutzen. Dass Tennis in Rheinland-Pfalz schon erlaubt ist, sorgt für Unmut.

Bei den Tennisclubs im Saarland und den Tennisabteilungen der Breitensport-Vereinen herrscht zur Zeit großer Ärger. Während in Rheinland-Pfalz seit 20. April unter bestimmten Voraussetzungen (unter anderem Hygieneverordnung wegen der Corona-Pandemie) wieder Tennis gespielt werden kann, müssen die Tennisplätze bei den saarländischen Vereinen noch geschlossen bleiben. Gegen das generelle Sportverbot auf den Traningsplätze durch die Landesregierung stand sogar eine Klage der Tennisclubs und Vereine im Raum.

 Beim rund 500 Mitglieder starken Turnverein Jägersburg wird neben Turnen, Chearleading, Boule, Tai-Ji und Nordic Walcing auch Tennis gespielt. Bernd Kaduk, Spartenleiter Tennis beim TV Jägersburg, findet die Anordnung, dass die drei Vereinsplätze gesperrt bleiben, nicht richtig. „Eigentlich sollte am 26. April unter dem bundeweiten Motto ,Deutschland spielt Tennis´ die Saisoneröffnung stattfinden. Doch das fällt nun aus.“

Auch der Saarländische Tennisbund hatte den Vereinen mitgeteilt, dass die Plätze noch bis Juni gesperrt bleiben könnten. Kaduk fehlt dafür das Verständnis: „Beim Tennis werden die Abstandhaltungen eingehalten. Die Spieler können sich zu Hause umziehen und später auch Duschen.“ Der Abteilungsleiter sieht hier keine Probleme. Ein Ansteckungsrisiko gebe es nicht, wenn überhaupt dann sei es minimal. 85 Personen, also fast ein Fünftel der gesamten Mitglieder des TV Jägersburg spielen Tennis. Der Verein stellt sechs Teams, von der Jugend bis zu den Senioren. Die Spielgemeinschaften wären Anfang März in die Medenrunde gestartet. Kaduk: „Wir hoffen, dass die Punktrunde dann halt später in die Saison starten kann.“

In den anderen Sparten des Turnvereins Jägersburg wird auf absehbarer Zeit erstmal kein Sport getrieben. Umso wichtiger wäre es für den Verein, wenn wenigstens Tennisspiele laufen könnten.

Die Bouleanlage ist derzeit völlig verweist. Die Nordic-Walker können sich, wenn überhaupt, dann Einzeln durch die Jägersburger Wälder bewegen. Chearleading ist überhaupt nicht möglicht. „Bei dieser Sportart kann man keinen Abstand halten, sonst funktioniert es nicht“, sagt Hans Drumm, der Vorsitzende des TV Jägersburg. Ein am Pfingstwochenende geplanter großer Wettbewerb in Bottrop sei abgesagt worden. „Ohne Training hätte eine Teilnahme aber ohnehin keinen Sinn gemacht“, so der Vereinsvorsitzende.

Immerhin hat der TV Jägersburg seinen Mitgliedern die Beiträge für die Monate April, Mai und Juni erheblich gesenkt. Trumm: „Wir nehmen nur neun Euro pauschal für diese drei Monate.“ Die Mitglieder der Tennis- und Chearleader-Abteilung zahlen so deutlich weniger als normal. „Glücklicherweise sind unsere Einnahme-Verluste bisher noch überschaubar. Dennoch: hoffen wir, dass es schnell wieder losgehen kann“, sagt Hans Trumm.

Der Spartenabteilungsleiter Tennis, Bernd Kaduk, hofft weiterhin auf ein Einsehen der Behörden. Die müssten den Tennissport wieder ermöglichen. „Es kann nicht sein, dass in anderen Bundesländern, wie bei unseren Nachbarn in Rheinland-Pfalz Tennis gespielt werden kann, und bei uns im Saarland nicht.“

Im Notfall hätte sich der TV einer Klage angeschlossen. Der St. Ingberter Rechtsanwalt Guido Britz hatte angekündigt unter Umständen gegen die weitere Schließung der Tennisplätze im Saarland zu klagen. Jetzt wurde bekannt, dass man sich außergerichtlich einigen wolle. Zahlreiche Vereine und Einzelspieler hätteb eine mögliche Klage unterstützt auch Jägersburgs Vorsitzender Hans Trumm.

Der TVJ hat immerhin, wie viele Vereine in der Region auch in seine Tennisplätze investiert. Weil die Mitglieder wegen der Sperrung nicht wie sonst auf die Plätze durften, um diese in Eigenregie herzurichten, ließ der Verein das diesmal von einer externen Firma richten.1500 Euro extra habe das den Turnverein an Aufwendung gekostet.