1. Pfälzischer Merkur
  2. Regionalsport

Amateurfußball: Unterbrechung oder Abbruch ist die Frage

Amateurfußball : Unterbrechung oder Abbruch ist die Frage

Weiter ausharren heißt es für die Amateurfußballer in Deutschland. Wird die Saison aufgrund er Corona-Krise abgebrochen oder wird sie irgendwann fortgesetzt. Ein Schreiben des SWFV-Präsidenten Hans Dieter Drewitz sorgt für Unruhe bei den Fußballern in und um Zweibrücken.

„Wo soll, kann oder muss ich im September oder Oktober spielen?“, das fragt sich Oliver Schneider. Derzeit kickt er noch bei der SG VB Zweibrücken/SV-Ixheim. Eigentlich im Sommer wechselt der 32-Jährige als Trainer zum FK Petersberg. Deshalb kann der erfahrene Spieler und Trainer dem Vorschlag von Hans Dieter Drewitz, Präsident des Südwestdeutschen Fußballverbands (SWFV), nichts abgewinnen, die Runde zunächst bis September zu unterbrechen, und dann irgendwann fortzusetzen (wir berichteten).

Auf seinen Post auf Facebook hätte Schneider schon viel Zustimmung für seine Position erhalten. „Die Unterbrechung will doch kein Fußballer. Alle sind für einen klaren Cut. Und im September oder Oktober beginnt eine neue Spielzeit. So wird das von den meisten Sportverbänden gehandhabt“, merkt der Schriftführer des A-Klasse-Vertreters SV Großsteinhausen, Thomas Pfeifer, an. SVG-Spielleiter Heiko Weber war in den Gesprächen mit Spielern und Vereinsverantwortlichen auch davon ausgegangen, dass die Runde abgebrochen wird.

Dann könnte am Tag X eine neue Saison „ohne Altlasten“ beginnen. Denn bei einer Unterbrechung schleppe man viele Probleme mit sich herum. Nach Meinung des Sprechers des Landesligisten TSC Zweibrücken, Stephan Heidenreich, ist der Vorschlag des Präsidenten „nicht ganz zu Ende gedacht. Man kann viel Schreiben. Aber die Probleme werden bei der Umsetzung sichtbar.“

So sei noch nicht geklärt, wann die nächste Saison startet. Im November, Dezember oder gar erst im Frühjahr 2021. Zumal ja auch niemand wisse, ob es am 1. September wirklich weiter gehen kann. Und wie sieht es bei einem Beginn im Frühjahr bei einem Aufstieg in eine Liga aus, die ganz regulär im Spätsommer beginnt. „Wie sieht das mit den Wechseln aus?“, knüpft Heidenreich an die Eingangsbemerkung Schneiders an. „Wie soll man in der Situation vernünftig planen“, fragt das Vorstandsmitglied des TSC. Bei der Empfehlung des SWFV-Präsidenten blieben viele Fragezeichen. Deshalb werde der TSC auch eine Stellungnahme an den Verband abgeben. Bis 4. Mai, zehn Uhr, können sich Vereine an den SWFV wenden. Unabhängig vom Votum der Vereinsführung würde der Präsident der VB Zweibrücken, Frank Schmid, es begrüßen, wenn der Verband jetzt „einen Strich“ unter die Runde zieht. Der Tabellenführer, wie immer man den berechnet, soll aufsteigen und keine Mannschaft soll absteigen. Beim Handball wurde der Tabellenführer durch Teilen der Anzahl der Spiele durch die Punkte errechnet.

Wenn keine Mannschaft absteigt, würden in der nächsten Spielzeit 16 bis 18 Teams in einer Liga spielen. „Damit kann man umgehen“, sagt Frank Schmid. Der VBZ-Präsident sieht in dem Vorschlag von Hans Dieter Drewitz „sehr viele Ungewissheiten und offene Fragen“. Ein Abbruch sei die „gerechteste aller ungerechten Lösungen“.

Der Vorsitzende des SV Contwig (A-Klasse), Peter Ehrmantraut, hegt durchaus Sympathie für die Unterbrechung. Allerdings gibt der Richter am Landgericht Zweibrücken zu bedenken, dass das auch organisatorisch möglich sein muss, ohne Folgeprobleme zu bekommen. Denn diese sieht Ehrmantraut auch. Wann startet die nächste Saison? Wie sieht es beim Vereinswechsel aus? Das müsse alles in Ruhe geprüft und überdacht werden. Der Contwiger Vorsitzende sieht schon „das Dilemma“, in dem der Verband steckt, erkennt, wie schwierig die Entscheidung ist. Aber es dürfe nichts getan werden, was dann nicht funktioniert.

Der Wirtschaftsvorstand des C-Ligisten TuS Rimschweiler, Christian Lang, plädiert für einen Abbruch mit Aufstieg der Tabellenführer. Eine Unterbrechung sei „wirtschaftlich und planungstechnisch“ sehr schwierig machbar. Lang erkennt auch an, dass ein Abbruch für einige Mannschaften unbefriedigend sei. „Aber eine Unterbrechung hat eben auch Ungerechtigkeiten.“

Es müsse genau abgewogen werden, was besser ist, meint der Vorsitzende des SV Hornbach (B-Klasse), Wolfgang Wendel. Seiner Meinung nach wäre es natürlich gut, wenn die Saison nach einer Unterbrechung sportlich abgeschlossen werden könne. „Dann kann nach Auf- und Abstieg eine neue Saison beginnen.“ Wobei sich im Moment noch alles im spekulativen Raum bewege. Der Hornbacher Vorsitzende sieht auch die Probleme wie Start der neuen Saison oder Vereinswechsel.

Dem Vorsitzenden des Fußballkreises Pirmasens-Zweibrücken, Edgar Wallitt, der an der Videokonferenz des SWFV am Mittwochabend teilgenommen hat, war nur die Stellungnahme, „den Vorschlag möchte ich nicht kommentieren“, zu entlocken.