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Hornets scheiden im Playoff-Halbfinale aus: . . . und plötzlich ist die Sommerpause da

Hornets scheiden im Playoff-Halbfinale aus : . . . und plötzlich ist die Sommerpause da

Für Eishockey-Regionalligist EHC Zweibrücken ist die Saison früher als geplant beendet: Die Hornets verloren am Freitagabend auch das Halbfinal-Rückspiel beim Heilbronner EC mit 0:2 (0:1/0:0/0:1) und haben den erneuten Einzug ins Endspiel verpasst.

„Heute schlägt die ganze Brutalität des Sports zu. Vor zwei Wochen war noch alles wunderbar und plötzlich ist die Saison gelaufen. Das muss erstmal sacken“, fasste EHC-Trainer Ralf Wolf seine Gefühlswelt nach dem Aus im Playoff-Halbfinale zusammen. „Betrübt, bedrückt und enttäuscht“ sei die Stimmung in der Mannschaft, nach dem der Traum von der Meisterschaft so jäh gestoppt wurde. Auf das spielfreudige Offensiv-Eishockey, das die Hornets in der Vorrunde ausgezeichnet und souverän auf Platz eins geführt hatte, warteten die Zweibrücker Fans in den beiden Duellen mit Heilbronn vergeblich. Stattdessen wirkte der EHCZ verkrampft und ideenlos und verlor auch das zweite Aufeinandertreffen.

Abtasten war angesagt in den ersten Minuten. Beim Vorjahresfinalisten Zweibrücken spürte man die Angst vor einem erneuten frühen Gegentreffer, als die Hornets im Hinspiel schon nach 14 Sekunden überrumpelt wurden. Die Hausherren bauten ihrerseits auf ihre starke Defensive und ließen die Zweibrücker mit frühem Pressing nicht ins Spiel kommen. Spätestens im gegnerischen Drittel war für beide Angriffsreihen Schluss. „Wir hatten keine Lösungen für das Heilbronner Bollwerk“, gab Wolf hinterher zu. „Uns hat die Finesse der Hauptrunde gefehlt und im Angriff waren wir viel zu berechenbar.“

Da aber auch Heilbronn nicht das höchste Risiko ging, war die Eisbären-Führung eher ein Zufallsprodukt: Nach einem gewonnenen Bully zog Cedrik Platz von der blauen Linie ab. Sein Schuss wurde von Artem Klein abgefälscht, Sturmkollege Aiden Wagner (8.) stand goldrichtig und drückte den Puck aus der Luft zum 1:0 über die Linie. Da war selbst der an diesem Abend überragende Zweibrücker Torwart Steven Teucke machtlos. Keine vier Minuten später durften sich die EHC-Hintermannschaft bei ihrem Goalie bedanken, dass es nicht schon 0:2 stand. Heilbronns Sören Breiter war plötzlich völlig frei und visierte das lange Eck an. Doch mit einem Wahnsinnsreflex verhinderte Teucke einen noch höheren Rückstand.

Die Großchance der Eisbären war eine Art Weckruf für die Gäste, die merkten, dass sie mutiger nach vorne spielen müssen. Die beste Möglichkeit zum Ausgleich im Anfangsdrittel hatten Maximilian Dörr (14.) und Fabian Fellhauer, die kurz nacheinander am ebenfalls bestens aufgelegten Heilbronner Schlussmann Andrew Hare scheiterten.

Mit deutlich mehr Schwung kamen die Hornets nach der Pause aus der Kabine. Zunächst verpasste EHC-Stürmer Christian Werth gegen Hare das 1:1. Augenblicke später hatten die gut 200 mitgereisten Zweibrücker Fans in der mit fast 1200 Zuschauern gut besetzten Kolbenschmidt-Arena den Torschrei schon auf den Lippen. Nach einem Puckgewinn ging es plötzlich schnell. Dan Radke legte quer auf Dörr (25.), der aber freistehend zu genau zielte und das Heibronner Tor um Zentimeter verfehlte. „Danach haben wir uns mit Strafzeiten das Leben selbst schwer gemacht“, haderte Wolf, dass sein Team zwischen der 27. und 33. Minute permanent in Unterzahl spielen musste. Zudem hatten die Hornets Glück, dass ein Treffer der Gastgeber nicht anerkannt wurde. Bei einem Durcheinander vor Teucke hatten die Schiedsrichter bereits abgepfiffen, bevor die Scheibe von einem Heilbronner über die Linie gedrückt hatte. Viel mehr gab es im Mittelabschnitt dann nicht mehr zu bestaunen, so dass die knappe 1:0-Führung der Hausherren auch nach 40 Minuten bestand hatte.

Wer nun, mit dem Rücken zur Wand, einen Sturmlauf der Hornets erwartet hatte, wurde enttäuscht. „Auf der einen Seite mussten wir vorne ein Tor schießen, gleichzeitig hinten keines kassieren. Das hat die Jungs verkrampft“, sah Wolf zwar, wie sich seine Mannschaft mühte – zwingende Torchancen blieben bis in die absolute Schlussphase aber aus. Im Gegenteil: Heilbronn hatte drei Minuten vor dem Ende die doppelte Möglichkeit, den Sack endgültig zuzumachen, doch Stefano Rupp und Kevin Malez fanden jeweils in Teucke ihren Meister.

92 Sekunden vor dem Ende setzte Wolf schließlich alles auf eine Karte, nahm Teucke im Powerplay für einen zusätzlichen Feldspieler vom Eis. In doppelter Überzahl sollte der Ausgleich und damit die Chance auf ein drittes Halbfinale irgendwie noch erzwungen werden. Vergeblich! Exakt eine Minute später fing Arno Metz einen Pass von EHCZ-Verteidiger Stephen Brüstle ab und schlenzte den Puck aus der eigenen Hälfte ins verwaiste Zweibrücker Tor. Der endgültige Knock-out für die Hornets mit nur noch 32 Sekunden auf der Uhr.

„Heilbronn hat es einfach mehr gewollt. Die letzten zehn Prozent, alles für den Nebenmann zu geben, haben bei uns gefehlt“, zeigte sich EHC-Torwart Teucke anschließend als fairer Verlierer. Ähnlich sah es Wolf: „Wer uns zweimal schlägt, hat es verdient, im Endspiel zu stehen.“ Zugleich habe man das „Saisonziel klar verfehlt und die leidenschaftlichen Fans enttäuscht“, die ein „würdiges Finale in Zweibrücken verdient gehabt hätten“. Obwohl die Qualität im Kader vorhanden sei, konnte man sie in den entscheidenden Momenten nicht abrufen.

Nichtsdestotrotz will sich Wolf von seinem eingeschlagenen Weg bei den Hornets nicht abbringen lassen und langfristig ein Team mit lokalen Spielern aufbauen. „Aber jetzt müssen wir das alles erstmal verdauen.“

Im Endspiel um die Meisterschaft in der Regionalliga Südwest trifft der Heilbronner EC auf den SC Bietigheim-Bissingen 1b. Der Titelverteidiger gewann am Samstagabend das Rückspiel beim EV Ravensburg mit 3:0 (Hinspiel: 6:4) und folgt den Eisbären ins Finale.