Überraschende Rückkehr zum SVN

Im Juli wollte Raphaél Laghnej das Traineramt beim SVN Zweibrücken nicht übernehmen. Drei Monate später hat er sich umentschieden. Schon am Samstag soll Laghnej in Jägersburg auf der Bank sitzen – fraglich ist aber, ob auch eine Mannschaft auf dem Platz stehen wird.

Kein Tag ohne neue Überraschungen beim SVN Zweibrücken : Nachdem am Dienstagabend Sorin Radu vor die Tür gesetzt wurde (wir berichteten), hat das Oberliga-Schlusslicht keine 48 Stunden später einen neuen Trainer gefunden. Raphaél Laghnej steht unmittelbar vor einer Vertragsunterzeichnung bis 2018 beim SVN. Laut Vereinsboss Richard Denger müssten nur noch "einige finanzielle Kleinigkeiten" geklärt werden. Laghnej ist an der Hofenfelsstraße kein Unbekannter. Im Juli leitete der 41-Jährige beim SVN ein Sichtungstraining. Damals hatte er den Niederauerbachern nach nur einer Einheit wieder abgesagt, mit der Begründung, die Spieler hätten nicht die Qualität für die Oberliga. Der Kontakt zu Denger sei aber nie abgerissen. "Damals hatte ich nicht die Zeit, mich dieser Situation zu stellen", erklärt der A-Lizenz-Inhaber.

Dass er den Verein in einer schwierigen Lage übernimmt, schreckt den Mainzer nicht ab. "Es gibt Aufgaben, die freudiger erscheinen. Aber mein Bauchgefühl hat ja gesagt." Sein Konzept beim SVN ist längerfristig ausgelegt, notfalls auch eine Klasse tiefer. "Es wäre grob fahrlässig, wenn wir nicht für die Verbandsliga planen würden", betont Laghnej, der neue Strukturen schaffen möchte, mit denen die Jugendarbeit vorangebracht wird. "Der SVN soll eine Anlaufstelle für junge Spieler werden. Man braucht nicht immer viel Geld, um erfolgreich zu arbeiten", betont Laghnej. Wie viel er hier "umkrempeln könne", sei auch von der Person Denger abhängig. Er sei jedenfalls "nicht als Feuerwehrmann" gekommen. "Natürlich werden wir alles versuchen, um zu punkten. Aber es wird auch dauern, bis das Team meine Handschrift trägt. Es sind Spieler da, die oberligatauglich sind, wichtiger ist aber, dass wir als Kollektiv greifen."

Vor dem Spiel am Samstag, 15.30 Uhr, beim FSV Jägersburg ist allerdings noch nicht einmal sicher, ob der SVN überhaupt antreten wird. Trainiert wurde am Donnerstagabend nicht, stattdessen führte der Spielerrat um Turgut Osmantsa und Peter Müller ein längeres Gespräch mit dem Vorstand und Laghnej. "Wir werden morgen mit allen Spielern in Ruhe über die Situation reden. Vonseiten des Vorstands gibt es keine Zweifel, dass wir am Samstag spielen werden", verdeutlicht Denger.

Umso entspannter blickt man beim FSV Jägersburg auf das Saarpfalzderby. "Wir gehen zum ersten Mal in dieser Saison als Favorit ins Spiel, aber mit dem Druck können wir umgehen", sagt FSV-Coach Marco Emich, der sich beim 0:4 des SVN gegen Elversberg selbst ein Bild vom Gegner gemacht hat. Dennoch warnt er davor, das Schlusslicht auf die leichte Schulter zu nehmen. "Man hat in der Bundesliga gesehen, was ein Trainerwechsel auslösen kann. Wir wollen nicht die Ersten sein, die gegen Zweibrücken Punkte lassen."