Leichtathletik U18-/U23-DM Kribelbauer fliegt zu Gold und sichert EM-Ticket

Mönchengladbach/Zweibrücken · Der Stabhochspringer des LAZ Zweibrücken ist deutscher U18-Meister. Weitere gute Ergebnisse für Sportler aus der Region.

 Der Titel bei der U23 ging überraschend an Tamineh Steinmeyer (WGL Schwäbisch Hall), die beim LAZ ein FSJ absolviert.

Der Titel bei der U23 ging überraschend an Tamineh Steinmeyer (WGL Schwäbisch Hall), die beim LAZ ein FSJ absolviert.

Foto: IMAGO/Beautiful Sports/IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/R. Schmitt

Ganz so hoch hinaus wie erhofft ging es für Ben Silas Kribelbauer am Sonntag bei der deutschen U18-/U23-Meisterschaft zwar nicht. Dennoch durfte der Stabhochspringer des LAZ Zweibrücken in Mönchengladbach mächtig jubeln. Mit 4,50 Meter sicherte sich der 17-Jährige nicht nur den nationalen U18-Titel, sondern auch das Ticket für die U18-Europameisterschaft im slowakischen Banska Bystrica (18. bis 21. Juli). Denn die Norm von 4,70 hatte Kribelbauer bereits vor der DM gemeistert. „Durch den Sieg hat er den EM-Start sicher, er ist jetzt offiziell nominiert“, erklärt ein vollkommen zufriedener LAZ-Trainer Alexander Gakstädter.

Der LAZ-Athlet war der einzige U18-Starter, der die 4,50 Meter am Sonntag überflogen hat. Nach 4,15 und 4,30 Meter im ersten Anlauf, meisterte Kribelbauer die folgenden 4,40 im zweiten Versuch. Für die Siegeshöhe brauchte er drei Durchgänge. Der Zweitplatzierte Daniel Riedner (SC Potsdam), ebenfalls schon mit U18-EM-Norm ausgestattet, und der Dritte Malte Zaun (TuS Saulheim) scheiterten an den 4,50. Somit stand Kribelbauer bereits als Sieger fest, bevor er mit 4,71 Meter eine neue Bestmarke auflegen ließ. Doch diese riss er drei Mal. „Die Sprünge waren technisch unsauber“, erklärt der LAZ-Trainer. Doch letztlich sei der Titel am Sonntag das Entscheidende gewesen.

Der deutsche Jahresbeste und damit eigentlich favorisierte Mario Mönninger (TSV Gräfelfing), der in diesem Sommer bereits über 4,90 Meter flog, fehlte krankheitsbedingt bei der DM und wird somit auch die U18-EM verpassen. „Er hat Pfeiffersches Drüsenfieber“, erklärt Gakstädter. Somit wird neben Kribelbauer Vizemeister Daniel Riedner in der Slowakei die deutschen Farben vertreten.

 Ben Silas Kribelbauer ist deutscher U18-Meister im Stabhochsprung – der Athlet des LAZ Zweibrücken hat sich somit auch die EM-Teilnahme gesichert.

Ben Silas Kribelbauer ist deutscher U18-Meister im Stabhochsprung – der Athlet des LAZ Zweibrücken hat sich somit auch die EM-Teilnahme gesichert.

Foto: IMAGO/Beautiful Sports/imago sport

Ein Coup ist zudem Tamineh Steinmeyer gelungen. Die Stabhochspringerin, die beim LAZ Zweibrücken derzeit ein FSJ absolviert und für die WGL Schwäbisch startet, hat sich überraschend den Titel bei der U23-DM gesichert. Mit neuer Bestmarke von 4,10 Metern überflog die 18-Jährige damit auch ein weiteres Mal die Norm (4,00) für die U20-WM Ende August in Lima/Peru. „Wir wussten, dass Tamineh das kann“, sagt der LAZ-Coach: „Dass sie das aber bei den extrem schweren Windbedingungen abgerufen hat, aus verkürztem Anlauf, das ist stark.“ Die Favoritin Moana-Lou Kleiner (SC Potsdam) hatte sich bei der DM verpokert. Nachdem sie die 4,10 ausgelassen hatte, scheiterte sie drei Mal an den 4,15 Metern, sodass sie sich mit 4,05 und Silber begnügen musste.

Für Steinmeyer wird es nun bei ihrer eigentlichen DM der U20 Ende des Monats in Koblenz darum gehen, diese Leistung nochmal zu bestätigen. Denn neben ihr haben bereits drei weitere DLV-Athletinnen die WM-Norm gemeistert. Nur zwei können auf den WM-Zug aufspringen. „Sie muss in Koblenz also auf Top zwei springen.“

LAZlerin Livia Könsgen landete im Stabhochsprung-Wettbewerb der U18 mit überflogenen 3,35 Metern am Samstag bei schweren Bedingungen im Grenzlandstadion auf Rang sieben.

Erstmals hatte LAZ-Stabhochspringer Lars Urich am Freitag bei der U23 die Fünf-Meter-Marke gemeistert. An der U20-WM-Norm von 5,10 scheiterte der 17-Jährige noch (wir berichteten). „Lars war aber schon zufrieden mit den fünf Metern“, erklärt Gakstädter. Zumal er hoch drüber gewesen sei. „Man hat gesehen, dass er die 5,10 auch springen kann.“ Technisch seien die anschließenden Versuche über die Normhöhe dann allerdings nicht mehr so sauber gewesen. „Da hat vielleicht auch ein bisschen Nervosität mitgespielt.“

Aber auch Urich hat bei der U20-DM in Koblenz nochmal die Chance, die Norm zu knacken. „Da zählt es auch für ihn. Da muss er unter die ersten zwei und mindestens 5,10 Meter springen“, erklärt Gakstädter die Herausforderung für seinen Schützling, der zuvor eine Bestmarke von 4,90 stehen hatte.

Wieder einmal eine neue Bestweite hat am Samstag U20-Hammerwerfer Timo Port rausgehauen. Beim älteren Jahrgang U23 schleuderte der 18-Jährige den schwereren 7,26-Kilo-Hammer auf 63,05 Meter – und landete damit auf Platz sechs. Zuvor lag die persönliche Bestmarke des ehemaligen Athleten der VT Zweibrücken, der nun für den SV Go! Saar 05 startet, hier bei 59,70. Den U23-DM-Titel sicherte sich souverän Sören Klose (Eintracht Frankfurt, 74,10 m).

Auch die Norm für die U20-WM hat Timo Port bereits in der Tasche. Diese hatte der Biesinger schon im Mai mit seiner neuen Bestweite mit dem Sechs-Kilo-Wurfgerät von 69,05 abgehakt. Bisher als einziger deutscher Athlet. Doch in Sicherheit wiegen will er sich damit noch nicht. Bei der U20-DM in Koblenz will er das Ticket aber klarmachen.