Fußball-Relegation Mit dem Aufstieg im Gepäck nach Düsseldorf

Großsteinhausen/Zweibrücken · Es ist geschafft: Der TSC Zweibrücken II hat das dritte und entscheidende Relegationsspiel um den A-Klasse-Aufstieg gegen die SG Bruchweiler nach Verlängerung mit 4:2 gewonnen. Für die anschließenden Feierlichkeiten nahm TSC-Spielertrainer Sebastian Meil auch eine kurze Nacht in Kauf.

Marcel Julier vom TSC II (vorne) zieht ab, in dieser Szene muss der bärenstarke Bruchweiler Torhüter Robin Burkhart (rechts) aber nicht eingreifen.

Marcel Julier vom TSC II (vorne) zieht ab, in dieser Szene muss der bärenstarke Bruchweiler Torhüter Robin Burkhart (rechts) aber nicht eingreifen.

Foto: Martin Wittenmeier

Es war ein bretthartes Stück Arbeit, aber die Fußballer des TSC Zweibrücken II haben es gepackt. Sie haben sich am Mittwochabend im dritten und entscheidenden Relegationsspiel gegen die SG Bruchweiler durchgesetzt – und steigen in die A-Klasse Pirmasens/Zweibrücken auf.

Das dritte Duell der beiden B-Klasse-Vizemeister gewann der TSC II vor rund 900 Zuschauern in Großsteinhausen mit 4:2 (1:0/2:2) nach Verlängerung. Dass es überhaupt zu diesem dritten Duell kam, lag daran, dass die Zweibrücker zwar am vergangenen Donnerstag mit 2:0 in Bruchweiler gewonnen hatten – dann aber am Sonntag am heimischen Wattweiler Berg mit 2:3 unterlagen. Und auch am Mittwochabend kam Bruchweiler zwei Mal nach Rückständen zurück, ehe die Zweibrücker dann doch noch den etwas längeren Atem bewiesen.

Aber der Reihe nach: Die Zweibrücker dominierten in Großsteinhausen die erste Halbzeit. „Für mich waren das sogar unsere besten 45 Minuten der gesamten Saison“, sagte TSC-Spielertrainer Sebastian Meil. Sein Team drückte Bruchweiler von Beginn an in die eigene Hälfte und erspielte sich viele Möglichkeiten. Allerdings hatte die SG mit Robin Burkhart einen bärenstarken Schlussmann zwischen den Pfosten. Einige Zuschauer hatten dem Bruchweiler Torhüter bereits bei der Partie in Zweibrücken das „Spiel seines Lebens“ attestiert. Am Mittwoch in Großsteinhausen parierte Burkhart aber ebenso glänzend. Er vereitelte zahlreiche Großchancen – nur einmal war er vor der Pause machtlos. TSC-Spielertrainer Meil wurde mit einem flachen Pass von Tim Wachall von der linken Seite in Szene gesetzt – und jagte die Kugel an den rechten Innenpfosten, von wo der Ball ins Tor sprang (34.).

 Tim Wachall (links) bereitete die ersten beiden Tore von TSC-Spielertrainer Sebastian Meil (3. von links) stark vor.

Tim Wachall (links) bereitete die ersten beiden Tore von TSC-Spielertrainer Sebastian Meil (3. von links) stark vor.

Foto: Martin Wittenmeier

Allerdings war die Führung kurz nach der Pause schon wieder Makulatur. Die Zweibrücker konnten einen langen Ball der SG nicht entscheidend klären – das Leder fiel Philipp Burkhart vor die Füße, der zum 1:1 traf. (48.).

Doch der TSC II konnte sich auch anschließend auf sein kongeniales Offensiv-Duo Wachall/Meil verlassen: Wachall setzte sich dieses Mal über die rechte Seite durch und bediente erneut den am zweiten Pfosten lauernden Spielertrainer, der das 2:1 erzielte (56.).

Bruchweiler war nun zwar besser im Spiel als vor der Pause, doch die Zweibrücker Defensive stand zunächst gut. Und acht Minuten vor Ende der regulären Spielzeit schien der TSC II dann mit mehr als einem Bein in der A-Klasse zu stehen. Meil war im gegnerischen Strafraum nur auf Kosten eines Fouls zu stoppen gewesen – es gab Elfmeter für die Zweibrücker. Weil Meil noch am Sonntag einen Elfer verschossen hatte, trat diesmal Wachall zum Punkt. Der Stürmer drosch den Ball hoch in die Mitte. Die Spieler und Anhänger des TSC rissen bereits die Arme zum Torjubel hoch – hatten jedoch die Rechnung ohne „Teufelskerl“ Burkhart gemacht. Der war eigentlich schon auf dem Weg in die linke Ecke, riss aber im Fallen blitzschnell seinen Arm hoch – und parierte den Strafstoß. „Das war schon richtig, richtig bemerkenswert“, lobte Meil den SG-Torhüter, der somit in allen drei Relegationsspielen (!) einen Strafstoß parierte.

Und dann kam es, wie es irgendwie kommen musste: Die SG warf mit dem Mute der Verzweiflung noch einmal alles nach vorne und konnte nach einem langen Ball, der per Kopf zum Torschützen Georg Burkhart verlängert wurde, erneut ausgleichen (86.) – und die Verlängerung erzwingen.

„Das alles für uns alles nicht zu fassen. Wir verschießen wieder den Strafstoß und Bruchweiler ist wieder unglaublich effektiv. Aber es half ja nichts“, berichtete Meil. „Bei uns sind jedenfalls keine Köpfe runtergegangen. Im Gegenteil: Wir haben uns darauf eingeschworenen, dass wir es nicht zu einem Elfmeterschießen kommen lassen“, ergänzte der Spielertrainer. Und er ging mit gutem Beispiel voran: Meil setzte einen Bruchweiler Spieler in der Verlängerung unter Druck: Dem unterlief ein schwerer Fehler. Zweibrückens Enver Beljulji reagierte blitzschnell und setzte Wachall in Szene, der aus elf Metern das 3:2 erzielte (103.). Und diesmal hatte die SG keine Antwort parat – sie musste nur zwei Minuten später einen Treffer der Marke „Tor des Monates“ hinnehmen. Mit einem „Dropkick“ von der Mittellinie schoss Zweibrückens Jan-Patrick Buchheit das Leder an die Unterkante der Latte – und der Ball landete zum 4:2 im Netz (105.).

Weitere Tore fielen nicht mehr. Und als Schiedsrichter Robin Schulze die Partie gegen 22 Uhr beendete, läutete der Zweibrücker Anhang mit Bengalos die Aufstiegsfeierlichkeiten ein. Der TSC-Tross feierte noch ausgelassen bis um Mitternacht in Großsteinhausen, ehe es im heimischen Sportheim feuchtfröhlich weiterging. Dort war für die letzten Spieler erst gegen halb sechs in der Früh Feierabend.

Spielertrainer Meil musste sich allerdings „schon“ um 3 Uhr verabschieden, da drei Stunden später wieder sein Wecker klingelte. „Ich habe ja eine kleine Tochter, die auch nach einem errungenen Aufstieg morgens in den Kindergarten will. Deshalb war es für mich eine kurze Nacht, die man bei einem solchen Erfolg aber gerne in Kauf nimmt“,sagte der Spielertrainer.

Zusammen mit seinem gleichberechtigten Trainerkollegen Steffen Arreche ist es Meil gelungen, eine starke Saison mit dem Aufstieg zu krönen. „Besser hätte das erste Trainingsjahr für uns beide nicht laufen können. Wir werden an dieser jungen Truppe noch sehr viel Spaß haben. In der A-Klasse werden die Jungs nun jeden Sonntag richtig gefordert, was extrem wichtig für ihre Entwicklung ist“, meinte Meil. Bis auf Buchheit, der laut dem Spielertrainer „eventuell“ zu einem anderen Verein wechseln wird, und Luca Bauer (Palatia Contwig) haben sämtliche Spieler ihre feste Zusage für einen Verbleib gegeben. „Von den Spielern, die zur neuen Saison zum TSC wechseln, werden mit Sicherheit auch einige zur Zweiten kommen oder zwischen beiden Mannschaften pendeln. Von daher werden wir auch für die A-Klasse einen starken Kader zusammenbekommen“, sagte Meil.

Der genaue Trainingsbeginn ist noch nicht festgelegt. Erst einmal wollen die Spieler die Strapazen der drei kräftezehrenden Relegationsspiele vergessen machen – und zwar bei einer Abschlussfahrt gemeinsam mit der ersten TSC-Mannschaft von diesem Donnerstag bis Sonntag nach Düsseldorf.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort