Träumen ist erlaubt

Wie kaum ein anderer Verein begeistern die Hornets die Sportfans in Zweibrücken. Mehr als 1000 Zuschauer bei den Heimspielen sind keine Seltenheit. Schon seit Jahren kann sich der Eishockey-Regionalligist auf seine Anhänger verlassen. Selbst in Zeiten, in denen die Erfolge überschaubar waren und der EHC Zweibrücken ums sportliche Überleben kämpfen musste (2013 schrammte man nur haarscharf am Abstieg vorbei), war ihm der Rückhalt der Fans gewiss.

Diese Loyalität zahlen die Hornets nun zurück - und lassen ihre Fans träumen. Das durften sie in der letzten Saison auch schon. Bis ins Playoff-Finale hatten sich die Hornets, damals noch unter Trainer Martin Deßloch, vorgekämpft. Zur Meisterschaft reichte es dennoch nicht, weil mal wieder die Eisbären aus Heilbronn das Maß der Dinge waren. In dieser Spielzeit aber schwächelt der Serienmeister der Regionalliga. Den Start in das neue Jahr verpatzten die Eisbären völlig, verloren vier Spiele hintereinander. Anders die Hornets. Unter ihrem neuen Trainer Tomas Vodicka wirkt das Team gefestigter denn je. Gerade die in der Vergangenheit oft so anfällige Defensive leistet sich kaum noch Aussetzer. Eine Stellschraube, an der Coach Vodicka, eigentlich gelernter Stürmer, in der kurzen Winterpause gedreht hat. Dazu hat man in Zweibrücken mit Steven Teucke und Marcel Kappes das wohl beste Torhüter-Duo der Liga in seinen Reihen, das dann zur Stelle ist, wenn die Vorderleute doch mal patzen.

Diese kleinen Veränderungen haben dazu geführt, dass der EHC in kurzer Zeit vom Jäger zum Gejagten geworden ist. Dass die Hornets diesem ungewohnten Druck standhalten können, haben sie vor zwei Wochen im Spitzenspiel gegen Heilbronn bewiesen. Selbst ein früher 0:2-Rückstand brachte Vodicka und seine Mannschaft nicht aus der Ruhe. Verfiel das Team in der Vergangenheit in solchen Situationen öfter mal in Hektik, wartete es diesmal geduldig auf die Fehler des Gegners.

Mit diesem neu gewonnen Selbstvertrauen und der zum ersten Mal seit Jahren schwächelnden Konkurrenz scheint nun sogar der Titel möglich. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, aber zumindest Träumen wird bei den Hornets und ihren Anhängern schon mal erlaubt sein.