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Toptalent macht nächsten Schritt

Toptalent macht nächsten Schritt

Jugend-Nationalspieler Jerome Müller wird im Sommer vom Drittligisten SV 64 Zweibrücken zum Zweitligisten HG Saarlouis wechseln, sollte die HGS in der Klasse bleiben. Dass der 18-Jährige einschlagen wird, davon ist die HG fest überzeugt.

Eines der größten Talente des Saarlandes und auch bundesweit wird ab Sommer das Trikot der HG Saarlouis tragen. Die Voraussetzung hierfür, der Verbleib in der 2. Handball-Bundesliga , scheint Saarlouis erfüllen zu können. Mit zuletzt drei Heimsiegen liegt die HG auf Kurs - entsprechend wahrscheinlich ist die Verpflichtung Jerome Müllers vom Drittligisten SV 64 Zweibrücken .

"Ich habe mich mit Bundestrainer Christian Schwarzer zusammengesetzt, wir haben die Saison Revue passieren lassen und sind beide zu dem Schluss gekommen, dass eine neue Herausforderung nicht schlecht wäre", sagt Müller, dem auch Angebote aus der 1. Liga vorlagen. Seine Entscheidung für die HG begründet er wie folgt: "Saarlouis hat sich als Zweitligist vor der eigenen Haustür angeboten. Ich mache nächstes Jahr mein Abitur, es ist schon wichtig, die Schule hier fertigzumachen." Müller besucht das Saarbrücker Gymnasium am Rotenbühl, eine Eliteschule des Sports. Der SV 64 hatte gehofft, den Spieler bis nach dem Abi halten zu können, doch Trainer Stefan Bullacher hat immer gewusst, dass sein Verein für die Toptalente nur eine Durchgangsstation ist. "Bei Jerome war schon sehr früh klar, dass er ein außergewöhnliches Talent ist und damit auch, dass sich unsere Wege irgendwann trennen werden, wenn er den Willen hat, etwas zu erreichen", erklärt Bullacher. Es erfülle die Vereinsverantwortlichen mit Wehmut und Stolz gleichermaßen, wenn SV-Spieler den Sprung zu höherklassigen Teams schaffen. Müller ist immerhin schon seit sechs Jahren hier.

"Ich habe schon vor langer Zeit ein Auge auf Jerome geworfen und denke, dass er jetzt soweit ist, sich in der 2. Bundesliga zu beweisen", sagt Goran Suton. Der Trainer der HGS freut sich über die steigende Variabilität im rechten Rückraum. Zusätzlich wird Linkshänder Müller auf der rechten Außenposition Einsatzzeit sammeln. Mit Auswahl-Kollege Lars Weissgerber findet sich hier ein eingespieltes Duo. "Jerome ist ein Spieler mit vielen Wurfvarianten, einer hohen Spielintelligenz und Übersicht", lobt Suton: "Wenn er die körperlichen Defizite, die man als Jugendspieler hat, bis zum September ausgleichen kann, wird er ab dem ersten Spiel zweitligatauglich sein." Die Anpassung an das Zweitliga-Niveau wird allerdings erschwert. "Durch die Vorbereitung für die Jugend-WM im Sommer werde ich relativ selten in Saarlouis trainieren können", erklärt Müller: "Aber ich versuche, mir Einsatzzeiten zu erarbeiten."

Bullacher ist sich aber sicher, dass auch die 2. Liga für den 18-Jährigen nur eine Durchgangsstation ist: "Es ist für Jerome der nächste Schritt auf dem Weg Richtung 1. Liga." Zusammen mit Müller zeigt auch Björn Zintel sowohl beim SV 64 als auch in der Jugend-Nationalmannschaft starke Leistungen. Der 19-Jährige wird das Saarland allerdings verlassen. "Die Frage ist nur: wohin? Mir liegen einige Angebote aus der 1. Liga vor", sagt Zintel: "Konkretes kann ich noch nicht sagen, ich will mich erst nach dem Abi entscheiden." Echte Bonuspunkte im Kampf um den Klassenverbleib in der Jugendbundesliga haben sich die A-Jugendhandballer des SV 64 Zweibrücken erkämpft. Gegen Tabellenführer SG Pforzheim-Eutingen setzte sich das Team von Tony Hennersdorf überraschend mit 25:22 (13:11) durch. Mit 19:19 Punkten behauptet der SV damit Platz fünf, der den Ligaverbleib bedeuten würde.

Überragender Spieler auf SV-Seite war Björn Zintel. Der Jugendnationalspieler war Takt- und Ideengeber einer gut eingestellten Truppe, die sich insbesondere in der Defensive verbessert zeigte. Nicht ein einziges Mal geriet Zweibrücken gegen den Spitzenreiter in Rückstand. Und das, obwohl der SV nicht in Bestbesetzung antrat. Mit Jerome Müller und Kapitän Nils Wöschler sowie Torhüter Benedikt Berz und Luca Dobrani fehlten wichtige Akteure. Doch die SV-Abwehr im Zusammenspiel mit Torhüter Yannic Klöckner arbeitete konsequent, sodass es den Gastgebern bis zur zehnten Minute gelang, bereits eine 4:1-Führung herauszuspielen. Einzig die Schlagwürfe der beiden besten Pforzheimer, Pascal Kirschenbauer sowie Spielmacher Julian Broschwitz, fanden noch zu häufig den Weg ins SV-Tor. Gästetrainer Alexander Lipps nahm bereits nach zwölf Minuten sein erstes Team-Time-out. Danach waren die Gäste wieder auf Augenhöhe, glichen beim 7:7 erstmals wieder aus (22.). Im Schlussspurt der ersten Hälfte gelang es den 64ern, vom 10:10 durch Tore von Patrick Bach und Zintel wegzuziehen. Mit 13:11 ging es in die Kabinen.

Es folgte ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das geprägt war von den beiden überragenden Spielern Björn Zintel und Pascal Kirchenbauer auf Pforzheimer Seite. Der entscheidende Zwischenspurt gelang den 64ern, als Zintel mit einer Dreierserie seine Mannschaft mit 23:19 in Front brachte (57.). Robin Egelhof mit seinem fünften Treffer und Niklas Bayer sorgten für die endgültige Entscheidung zugunsten der 64er. "Ich bin sehr zufrieden mit dem Spiel und der gezeigten Leistung", sagte Hennersdorf.