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Eishockey-Regionalliga: Titelverteidiger verspielt letzte Playoff-Chance

Eishockey-Regionalliga : Titelverteidiger verspielt letzte Playoff-Chance

Eishockey-Regionalligist EHC Zweibrücken hat nach der 3:6-Niederlage in Hügelsheim fast keine Chance mehr, die Playoff-Spiele noch aus eigener Kraft zu erreichen. Für den amtierenden Meister scheint eine enttäuschende Saison damit vorzeitig zu Ende zu gehen.

Die Ernüchterung beim EHC Zweibrücken ist riesengroß. Durch eine 3:6 (1:1/1:3/1:2)-Niederlage am Samstag beim direkten Konkurrenten Baden Rhinos Hügelsheim sind die Playoffs für den amtierenden Meister der Eishockey-Regionalliga Südwest in ganz weite Ferne gerückt, der Traum vom erneuten Titel wohl geplatzt. Der 7:3-Heimsieg gestern Abend gegen die Mannheimer Maddogs wird den Hornets wohl nicht mehr helfen.

Auch bei Tomas Vodicka sitzt der Stachel der Enttäuschung tief. „Für uns sind die Chancen auf die Playoffs damit beendet“, glaubt der Hornets-Trainer nicht mehr an ein Eishockey-Wunder an den letzten beiden Spieltagen. „Aber wir haben es in diesem Jahr auch nicht verdient. Die Playoffs haben wir nicht in Hügelsheim verspielt, sondern in den Wochen davor.“

Dabei hatten die Rhinos den Zweibrückern eigentlich die perfekte Steilvorlage geliefert. Keine 24 Stunden vor dem vorentscheidenden Duell mit dem EHCZ musste Hügelsheim schon einmal antreten. Bei Tabellenführer Bietigheim Steelers 1b kam das Team von Trainer Pascal Winkel nicht nur mit 1:8 unter die Räder, sondern musste tags darauf auch auf seinen Top­scorer Mathieu Fleury verzichten, der sich nach einem Frustfoul eine Sperre für das Spiel gegen die Hornets eingehandelt hatte. Von Nervosität war bei den Gastgebern allerdings wenig zu spüren. „Jede Mannschaft geht mit Niederlagen anders um. Hügelsheim hat gegen uns nicht wie ein Team gespielt, das schon eine Partie in den Knochen hat“, betont Vodicka, der am Samstagabend selbst wieder auf dem Eis stand.

Die Anfangsphase im stimmungsgeladenen Baden-Airpark nutzten beide Mannschaften, um sich abzutasten, scheuten das ganz große Risiko. In der zwölften Minute war es dann aber passiert: Während EHC-Verteidiger Tim Essig zwei Minuten auf der Strafbank abbrummte, war Cedrick Duhamel mit dem Hügelsheimer 1:0 zur Stelle. Aber auch auf der Gegenseite funktionierte das Überzahlspiel. Mit zwei Mann mehr auf dem Eis besorgte Kenny Matheson (15.) den Ausgleich, mit dem es in die Kabine ging.

Per Penalty legte Benedikt Peters (22.) kurz nach Wiederbeginn sogar das 2:1 nach. Die Hornets waren noch am Jubeln, da klingelte es schon wieder hinten. Auf Vorlage von Noel Johnson netzte Björn Groß zum 2:2 gegen EHC-Goalie Tobias Chadim ein. Im Angriff vergaben die Hornets zur Mitte des zweiten Drittels dann reihenweise beste Gelegenheiten. Drei oder vier Mal sei man alleine auf das gegnerische Tor zugelaufen, ohne die Scheibe aber an Max Häberle vorbeizubringen, hadert Vodicka einmal mehr mit der Chancenverwertung. „Es kann nicht sein, dass man am Ende nur drei Treffer erzielt, wenn man so viele Möglichkeiten hat wie wir. Hügelsheim hat auch kein perfektes Eishockey gespielt, aber einfach seine Torchancen genutzt.“

Denn kurz vor der Drittelpause folgte der Genickbruch für die Hornets. Binnen 15 Sekunden machten die Hausherren in der 37. Minute aus dem 2:2 ein 4:2. Mit einem erneuten Powerplay-Treffer markierte Dennis Walther das dritte Hügelsheimer Tor. Die Hornets hatten den Schock des Rückstandes kaum ver­daut, da zappelte der Puck schon wieder hinter Chadim im Netz. Marco Trenholm hatte für die Rhinos nachgelegt.

Und es wurde aus Zweibrücker Sicht noch schlimmer. Keine 120 Sekunden waren im Schlussabschnitt gespielt, als Andy Mauderer auf 5:2 erhöhte. Danach verrannen die Minuten, ohne dass die Hornets eine Möglichkeit fanden, noch einmal zurück in die Partie zu finden. Der 3:5-Anschlusstreffer von Marc Lingenfelser (54.) kam zu spät. Zumal sich die Hornets durch eine weitere Zwei-Minuten-Strafe (Cuzner) in der Schlussphase selbst schwächten. Stattdessen hatte Hügelsheim das letzte Wort. Acht Sekunden vor der Schlusssirene erzielte Noel Johnson den 6:3-Endstand, der den ESC fast sicher in die Playoffs bringt.

Tief enttäuscht schlichen die Hornets nach dem Abpfiff vom Eis, bevor es am Samstagabend auf die Heimreise ging. „Im Bus wurde auf der Rückfahrt nicht viel geredet. Das muss jetzt alles erstmal sacken“, beschreibt Vodicka die Stimmung nach der Niederlage im wohl wichtigsten Spiel dieser Saison.

Denn trotzt des Zweibrücker 7:3 (2:1/3:0/2:2)-Erfolges gestern Abend im Heimspiel gegen Aufsteiger Maddogs Mannheim liegt Hügelsheim (37 Punkte) weiterhin einen Punkt vor den Hornets (36 Punkte) und hat zudem noch ein Spiel in der Hinterhand. „Wenn wir noch irgendwie in die Playoffs wollen, müssen wir zweimal gewinnen und Hügelsheim dürfte aus seinen drei letzten Spielen maximal zwei Punkte holen. Es geht jetzt vor allem darum, dass wir die Saison anständig zu Ende bringen und dann schnellstmöglich mit den Planungen für die neue Runde beginnen“, rechnet sich der Zweibrücker Coach allenfalls noch theoretische Chancen aus.

Zumal auch das Restprogramm eindeutig für die Rhinos spricht. Während der EHCZ mit dem Zweiten Heilbronn und dem Dritten Eppelheim noch zwei schwere Brocken aus dem Weg räumen muss, geht Hügelsheim in seinen drei letzten Hauptrundenspielen zweimal als klarer Favorit aufs Eis. Vodicka glaubt nicht daran, dass die Rhinos gegen Schlusslicht Stuttgarter und den Vorletzten Mannheim noch Punkte liegen lassen. Und dann könnte sich der ESC zum Abschluss sogar eine Niederlage gegen die Eisbären aus Heilbronn erlauben.