Leichtathletik Buena suerte en Perú, Timo Port!

Biesingen/Fränkisch-Crumbach · Timo Port hat es gepackt: Der 18 Jahre alte Hammerwerfer aus Biesingen, der lange bei der VT Zweibrücken ausgebildet wurde, hat am vergangenen Wochenende die Norm geknackt, die für die Teilnahme an der U20-Weltmeisterschaft in Peru berechtigt. Der größte Zweifler, dass das gelingt, war dabei Port selbst.

Im hessischen Fränkisch-Crumbach stellte der 18 Jahre alte Timo Port am vergangenen Wochenende mit 69,05 Metern eine neue Bestleistung mit dem Sechs-Kilo-Hammer auf. Port gewann damit nicht nur den Wettkampf, sondern löste höchstwahrscheinlich auch das Ticket für die Teilnahme an der U20-WM in Lima.

Im hessischen Fränkisch-Crumbach stellte der 18 Jahre alte Timo Port am vergangenen Wochenende mit 69,05 Metern eine neue Bestleistung mit dem Sechs-Kilo-Hammer auf. Port gewann damit nicht nur den Wettkampf, sondern löste höchstwahrscheinlich auch das Ticket für die Teilnahme an der U20-WM in Lima.

Foto: IMAGO/HMB-Media/IMAGO/Joaquim Ferreira

Auf die Frage, ob er nun ein altes Spanisch-Wörterbuch hervorkramen wird, muss Timo Port erstmal herzhaft lachen. „Ein paar Vokabeln schaue ich mir an – damit ich mich verständigen kann“, flachst der 18 Jahre alte Hammerwerfer aus dem Blieskasteler Stadtteil Biesingen.

Spanisch ist die Amtssprache in Peru, wo vom 26. bis 31. August dieses Jahres in der Hauptstadt Lima die U20-Weltmeisterschaft der Leichtathleten ausgetragen wird. Und seit Sonntag ist die Chance riesengroß, dass auch Timo Port bei den Titelkämpfen in Südamerika mitmischen wird. Beim Internationalen Hammerwurf-Meeting in Fränkisch-Crumbach (Hessen) schleuderte der 18-Jährige sein sechs Kilo schweres Arbeitsgerät auf die neue persönliche Bestweite von 69,05 Meter. Damit gewann Port nicht nur den Wettkampf der U20 – sondern unterbot auch die für die WM geforderte Norm um fünf Zentimeter. Und dann? „Freude, Erleichterung – es ist einfach alles von mir abgefallen, ich war überglücklich“, berichtet Port.

Einer der ersten Gratulanten war Jörg Zimmermann. Der trainierte Port bis Ende vergangenen Jahres bei der Vereinigten Turnerschaft Zweibrücken, ehe der Bundeskader-Athlet zum SV Go! Saar 05 Saarbrücken wechselte, wo er nun vom mehrfachen Olympia-Teilnehmer Christoph Sahner angeleitet wird.

Dennoch begleitete Zimmermann seinen ehemaligen Schützling mit nach Hessen – und sah live dabei zu, wie Ports Hammer bis nach Peru zu fliegen schien. Dabei hatte der 18-Jährige beim Abwurf gar nicht geglaubt, dass es ausgerechnet jener dritte Versuch sein würde, der ihm das Ticket nach Lima sichert. „Der Wurf hat sich gut angefühlt, ich dachte, es könnte eine neue Bestweite werden. Aber dass es für die WM-Qualifikation reicht, hätte ich nicht gedacht. Das habe ich erst geglaubt, als es auf der Anzeigetafel stand. Danach ging dann alles gleichzeitig in mir vor.“

Denn Port, der seit dieser Saison erstmals mit dem Sechs-Kilo-Hammer wirft, habe sich in den vergangenen Wochen selbst den größten Druck gemacht. „Christoph Sahner und Jörg Zimmermann haben mir immer gesagt, dass ich die Weite schaffe. Ich selbst habe wohl am meisten daran gezweifelt“, berichtet der 18-Jährige.

Dass er die Qualifikationsnorm für die Weltmeisterschaft nun unterboten hat, garantiert allerdings nicht mit letzter Sicherheit, dass er an der WM auch teilnimmt. Der Qualifikations-Zeitraum endet mit der Deutschen Meisterschaft der U20 (21. - 23. Juli) in Rostock. Erst danach wird der Deutsche Leichtathletikverband (DLV) die Nominierungen bekanntgeben – der DLV darf pro Disziplin maximal zwei Athleten nach Lima entsenden. Port befindet sich in der Pole Position – außer ihm hat noch kein anderer Nachwuchs-Hammerwerfer die WM-Norm geknackt. Doch theoretisch kann sich dies bis Ende Juli noch ändern.

Port nennt in diesem Zusammenhang seinen Konkurrenten Max Baier vom TV Fränkisch-Crumbach, der bei dem Wettkampf am vergangenen Sonntag mit 65,38 Metern Zweiter geworden war. Auch der mit 63,46 Metern drittplatzierte Marius Numrich (SVG GW Bad Gandersheim) sei jederzeit in der Lage „einen rauszuhauen“, sagt Port, der an diesem Wochenende bereits wieder bei den Werfertagen in Halle an den Start geht. „In dieser Woche bin ich einfach froh, dass ich die 69 Meter in der Tasche habe“, sagt der 18-Jährige, der die Zweibrücker Ignaz-Roth-Schule besucht. Doch er ergänzt: „Das sieht nächste Woche schon wieder anders aus. Vor der WM in Lima will ich auch die 70 Meter knacken.“

Die Weltmeisterschaft wird für Timo Port nicht das erste internationale Großereignis. Als einer der jüngsten Starter landete er 2022 bei der Junioren-Europameisterschaft in Jerusalem/Israel auf Rang sieben. Ein Jahr später wurde er beim Europäischen Olympischen Jugendfestival (EYOF) in Maribor/Slowenien Sechster. Die WM im August sei aber – sofern sich nicht tatsächlich noch zwei nationale Konkurrenten an ihm vorbeischieben – „noch einmal eine Nummer größer. Da gehen eben die besten der Welt an den Start“, sagt Port. Zudem sei die Teilnahme ein wichtiges Etappenziel auf dem Weg zu seinem Traum – der Teilnahme an Olympischen Spielen.

Auch rein geografisch werden die Titelkämpfe in Südamerika für Timo Port ein Novum. „Vor der Junioren-EM in Jerusalem war ich nie weiter von zu Hause weg als Belgien“, erzählt der Bundeskader-Athlet. Legte er auf dem Weg nach Israel noch rund 5000 Kilometer zurück, wird die Reise nach Peru etwa doppelt so weit sein.

Bevor es so weit ist, stehen aber erstmal Wettkämpfe in der näheren Umgebung an. Nach den Halleschen Werfertagen folgen die Saarlandmeisterschaft – bei der Port bei den Aktiven antreten wird –, Meetings in Walldorf und Koblenz sowie eventuell noch ein paar kleinere Veranstaltungen, ehe es zur U20-DM nach Rostock geht. Und spätestens nach dieser wird Port dann wissen, ob er noch ein paar Spanisch-Vokabeln pauken muss. In diesem Sinne: Buena suerte, Timo Port! Viel Glück bei der Weltmeisterschaft.

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