1. Pfälzischer Merkur
  2. Regionalsport

Saisonbilanz: Teamgeist wichtiger als individuelle Klasse

Saisonbilanz : Teamgeist wichtiger als individuelle Klasse

Knapp hat der TSC Zweibrücken den Aufstieg in die Verbandsliga verpasst. Trainer Sanel Nuhic ist dennoch „sehr zufrieden“ mit der abgelaufenen Runde. Der Landesligist hat sich im dritten Jahr in Folge gesteigert – auch dank des Zusammenhalts innerhalb der Mannschaft. Gestern war Trainingsauftakt für die neue Runde.

Gerade einmal drei Wochen ist es her, dass der TSC Zweibrücken durch ein 1:2 im Entscheidungsspiel um Platz zwei gegen den punktgleichen SV Rodenbach alle Aufstiegsträume begraben musste. Statt in der Verbandsliga spielt die Elf von Trainer Sanel Nuhic ein weiteres Jahr Landesliga. Von Katerstimmung rund um den Wattweiler Berg ist allerdings nichts zu spüren „Warum auch?“, betont Trainer Sanel Nuhic. „Natürlich hätten wir gegen Rodenbach gerne gewonnen. Aber mit ein bisschen Abstand überwiegt bei mir die Freude über die gute Runde. So eine starke Saison hätten uns die wenigsten zugetraut.“

Denn seit dem Aufstieg in die Landesliga vor drei Jahren hat sich der TSC stetig weiterentwickelt. Schloss man die erste Runde noch als Elfter ab, verbesserte sich die Nuhic-Truppe im zweiten Landesliga-Jahr bereits auf Platz fünf. In der abgelaufenen Saison lagen die Zweibrücker zwischenzeitlich sogar an der Tabellenspitze. Erst auf der Zielgeraden wurde der TSC noch von Meister Steinwenden abgefangen und teilte sich nach 28 Spieltagen den zweiten Platz mit dem SV Rodenbach (beide 58 Punkte). „Im Entscheidungsspiel haben uns dann fünf Minuten die Relegation gekostet“, erinnert sich Nuhic „mit ein wenig Magenschmerzen“ zurück. Nachdem Sebastian Schmitt den TSC früh auf Kurs gebracht hatte, drehte Rodenbachs Marco Heieck (39./44.) kurz vor der Pause per Doppelpack die Partie. „Das war schon bitter, weil wir eigentlich das bessere Team waren. Ob wir uns danach auch in der Relegation durchgesetzt hätten, ist eine andere Frage.“ Dort war Rodenbach chancenlos und verlor gegen den TuS Marienborn, Zweiter der Landesliga Ost, zweimal deutlich mit 0:4 und 1:4.

Neben aller Enttäuschung im Saisonfinale hat der TSC-Trainer in dieser Runde aber vor allem Positives gesehen. Etwa die beiden Derby-Siege gegen die VB Zweibrücken (4:0, 3:2). „Das sind die Spiele, die du unbedingt gewinnen willst. Das Derby ist in Zweibrücken immer etwas Besonderes“, sagt Nuhic. Spielerisch habe seine Mannschaft noch einmal zugelegt, obwohl man vor der Runde mit Mirko Gerlinger und Sergey Littau wichtige Leistungsträger in Richtung Jägersburg abgegeben hatte. „Mir ist wichtig, dass ich Spieler im Kader habe, die nicht nur fußballerisch, sondern auch menschlich zu uns passen. Das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall. Wenn eine Truppe zusammenhält, muss sie individuell nicht das stärkste Team sein, um Erfolg zu haben. Mannschaftsgeist kann viel bewirken“, erklärt Nuhic.

Allerdings schade es auch nicht, ein paar gute Kicker in seinen Reihen zu haben, fügt der 41-Jährige mit einem Lachen an. „Dennis Gerlinger, Sayfedine El Khadem oder Tobias Schön bringen eine Qualität mit, die nicht viele Spieler in dieser Liga haben.“ Wenn es etwas zu bemängeln gebe, „dann definitiv unser Umschaltspiel“, wünscht sich Nuhic noch mehr Zug zum gegnerischen Tor. „Wir haben viel Ballbesitz, aber mir fehlt da manchmal der tiefe Pass in die Spitze. Schnelle Stürmer haben wir ja.“ Daran will Nuhic in der Vorbereitung, die der TSC Zweibrücken gestern Abend aufgenommen hat, „intensiv arbeiten“. Allerdings ohne Torwart Merlin Schäfer und Mittelfeldspieler Mentor Shabani, die den Verein verlassen haben. Und das ärgert Nuhic. „Eigentlich hatten beide schon zugesagt, weiter für uns zu spielen.“ Gezwungen, auf dem Transfermarkt für Ersatz zu sorgen, sei man aber nicht, betont der TSC-Trainer. „Wir stehen auch ohne die beiden gut da. Einige A-Jugendliche werde ich in der Vorbereitung wieder bei uns mittrainieren lassen. Von daher sehe ich keinen dringenden Handlungsbedarf.“

Genauso wenig Druck verspürt Nuhic, wenn es darum geht, ein Ziel für die neue Runde zu formulieren. „Wir werden mit Sicherheit nicht die Parole ausgeben ‚Dieses Jahr wollen wir aufsteigen‘. Wichtig ist es, schnell möglichst viele Punkte zu holen, um eine ruhige Saison spielen zu können. Wenn das früh gelingt, können wir uns gerne über ein neues Ziel Gedanken machen.“

Vorbereitungsspiele hat der TSC indes schon geplant. Am Sonntag, 1. Juli, testet man um 19 Uhr in Kirrberg gegen den saarländischen Verbandsligisten SG Ballweiler-Wecklingen/Wolfersheim, der vom früheren SVN-Coach Peter Rubeck trainiert wird. Zudem sind neben der Stadtmeisterschaft bislang die Teilnahme am Blitzturnier des SV Ruhbank sowie ein Testspiel gegen den Saarlandligisten FC Homburg II (25. Juli, 19 Uhr) geplant.