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SVK Blieskastel-Zweibrücken sammelt Erfahrung in Volleyball-Landesliga

„Lehrsaison“ für den SVK Blieskastel-Zweibrücken : „Motivationsprobleme haben wir gar nicht“

Die unerfahrene Mannschaft des Volleyball-Landesligisten SVK Blieskastel-Zweibrücken hat in der bisherigen Runde nur Niederlagen einstecken müssen. Auch zum Jahresauftakt in Düppenweiler. Das Schlusslicht lässt sich davon nicht unterkriegen, hofft in „der Lehrsaison“ aber dennoch, irgendwann über den ersten Punkt jubeln zu dürfen.

Als Außenseiter in eine Partie zu gehen, kann ein Vorteil sein. Woche für Woche mit dem Wissen anzutreten, dass auf der anderen Seite des Netzes meist erfahrenere Spieler stehen, die einem das Leben richtig schwer machen werden, ist jedoch keine einfache Situation. Davon verunsichern oder runterziehen lässt sich die junge Volleyball-Mannschaft des SVK Blieskastel-Zweibrücken keinesfalls. „Motivationsprobleme haben wir gar nicht. Die Truppe ist relativ hungrig und jedem von uns war klar, dass wir in der Landesliga nicht die großen Bäume ausreißen werden“, sagt Mannschaftskapitän Georg Görzen. Nach fünf Spielen bildet der SVK ohne Punkt das Schlusslicht der Liga.

„Wir sind insgesamt eben ein sehr unerfahrenes Team. Von uns hatte keiner Ligaerfahrung vor dem Start der Runde“, erklärt der 32-Jährige. Anderthalb Jahre hieß es vor allem trainieren – und warten. Nach dem kompletten Umbruch in Folge des Abstiegs aus der Verbandsliga 2019/20 und dem Weggang fast der gesamten Spieler formte Trainer Alexander Hoffmann ein neues Team aus Neulingen und Nachwuchs-Volleyballern. Mit diesem nahm er die Vorbereitung auf die Saison 2020/21 auf. Doch diese wurde coronabedingt abgebrochen, bevor sie für die Zweibrücker überhaupt begonnen hatte. Anfang November 2021 durften die Grünschnäbel nach der nächsten Vorbereitung dann endlich ihr erstes Pflichtspiel bestreiten. Dem 0:3 gegen Spitzenteam TV Losheim zum Auftakt folgten ein 1:3 gegen den TV Limbach III, ein 0:3 gegen den TV Saarwellingen III sowie ein 1:3 gegen den TV Wiesbach III am Heimspieltag Ende November. Der der letzte in 2021 war. Zum Jahresauftakt folgte am Wochenende nun eine weitere Niederlage. 1:3 (13:25/25:13/20:25/17:25) hieß es beim Tabellensechsten TV Düppenweiler.

Der Auftritt der Mannschaft sei insgesamt schon okay gewesen, sagt Görzen. Nach einem klaren ersten Durchgang zugunsten der Hausherren (25:13), schafften die Zweibrücker – ebenfalls durch ein 25:13 – den Satzausgleich. Danach lieferten sich die beiden Mannschaften ein Spiel auf Augenhöhe, das Düppenweiler letztlich aber für sich entschied. Ärgerlich sei vor allem gewesen, dass der SVK im dritten und vierten Satz „viel zu viele eigene Fehler gemacht und dadurch unnötig klar verloren“ hat. Mit einem Satzgewinn mehr, hätten es die Gäste schaffen können, den ersten Punkt für sich zu verbuchen. „Das wäre schon schön gewesen“, sagt Görzen. So aber bleibt es bei insgesamt drei gewonnen Sätzen und null Punkten aus den bisherigen fünf Partien.

Obwohl die SVK-Spieler die Runde als „eine Lehrsaison für uns“ betrachten, wurmt es sie, zu sehen, „dass wir vom Potenzial her mithalten könnten, wenn wir konstant das abrufen würden, was wir uns erarbeitet haben“. In einigen Situationen fehle einfach die Erfahrung. „Das wichtigste ist aber, dass die Einstellung stimmt.“ Jeder habe Bock, im Training an den Schwachstellen zu arbeiten.

Das wird in den kommenden Wochen auch wieder verstärkt nötig sein. Nach nur ein, zwei gemeinsamen Einheiten vor dem Auftakt in Düppenweiler sei deutlich geworden, dass „der Break von über sechs Wochen uns nicht so gut getan hat“, erklärt Görzen. Dadurch, dass die Mannschaft so lange kein Spiel mehr hatte, seien einige Automatismen, die sich bei den Jungs vorher eingespielt hatten, nun wieder verloren gegangen. „Wir müssen uns jetzt erst mal wieder auf den Stand zurückbringen, auf dem wir im letzten Jahr waren. Aber wir sind zuversichtlich, dass wir da in den kommenden Wochen wieder hinkommen“, erklärt der Kapitän.

Was die Mannschaft unabhängig von den spielerischen Fähigkeiten auf dem Feld noch verbessern müsse, ist, „ordentlich Stimmung zu machen“. Görzen beschreibt die junge SVK-Truppe als eine, die „relativ leise und es gar nicht gewohnt ist, sich lautstark zu pushen“. Ganz anders etwa als Düppenweiler am Wochenende. Das sei auch in dem Spiel dieser runde deutlich geworden, in dem der erfahrene SVKler Waldemar Schill ausgeholfen hat. „Er hat direkt Stimmung mit reingebracht, da ging ein Ruck durch die Mannschaft“, erzählt der 32-Jährige und fügt mit einem Lachen an: „Auch das müssen wir wohl noch ein bisschen lernen.“

Ob allerdings die eigene Anfeuerung am Samstag ausreichen wird, um dem kommenden Gegner Paroli bieten zu können, ist unwahrscheinlich. Mit dem Auswärtsspiel beim TV Saarwellingen III steht für den SVK eine äußerst schwere Aufgabe bevor. Zumal mit Georg Görzen gegen den Tabellenzweiten der eigentliche Zuspieler ausfallen wird. „Die Umstellung wird herausfordernd“, sagt der Teamkapitän, der hofft, dass die Zweibrücker es in der Restrunde irgendwann einmal schaffen, in zwei Spielen hintereinander in der gleichen Formation aufzulaufen. Auch das würde helfen, die Automatismen zu verbessern und die Mannschaft ihrem ersten Punkt näher zu bringen. „Ein Sieg würde sicher nochmal Emotionen frei setzen, Selbstbewusstsein und ein ganz anderes Selbstverständnis auf dem Feld mit sich bringen“, freut sich Georg Görzen über jeden Teilerfolg für den Underdog.