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Sven Heilmann neuer Spielertrainer beim SV Ixheim

Neuanfang in der C-Klasse : Rückkehr in die gelb-schwarze Vergangenheit

Sven Heilmann wird in der kommenden Saison Spielertrainer beim SV Ixheim, der in der C-Klasse wieder mit einer eigenen Mannschaft antritt. Der 37-Jährige ist beim SVI schon jetzt in die Nachwuchsarbeit integriert. Das ist aber nicht der einzige Berührungspunkt zwischen dem Coach und den Gelb-Schwarzen.

Nein, viel Arbeit sei gar nicht nötig gewesen, um ihn davon zu überzeugen, in der kommenden Saison das Amt des Spielertrainers bei den Fußballern vom SV Ixheim zu übernehmen, sagt Sven Heilmann. Das habe aber nichts damit zu tun, dass er sich beim SC Stambach, für den er seit 2015 die Fußballschuhe schnürt, nicht mehr wohlgefühlt hätte. „Für mich ist das einfach der nächste logische Schritt“, sagt der 37-Jährige. Als Coach zu arbeiten sei schon lange sein Wunsch gewesen, erklärt Heilmann, der aktuell für den Trainer-B-Schein büffelt.

Und dann wäre da noch der Umstand, dass Heilmanns Laufbahn als Fußballer maßgeblich vom SV Ixheim mitgeprägt wurde. Dort kickte er schon in der Jugend. Auch sein Vater und sein Onkel waren „Ixemer“ Spieler wie Heilmann erzählt. Sein Nachwuchstrainer war Klaus Gehlbach, heute Jugendleiter und dritter Vorstand beim SVI. „Der SV Ixheim, das ist eine Herzenssache – und eine Herausforderung“, sagt Heilmann.

„Sven hat eine gelb-schwarze Vergangenheit, er war unser absoluter Wunschtrainer. Er hatte noch andere Angebote aus dem Saarland und aus Pirmasens. Aber zum Glück für uns hat er die ausgeschlagen“, sagt Sascha Grimm, der Vorsitzende der Ixheimer. Wunschtrainer sei Heilmann aber nicht nur deshalb, weil er einst das gelb-schwarze Trikot trug – sondern weil er seit dieser Saison bereits die SVI-A-Jugendtrainer Timo Schmidt und Ralf Kraus unterstützt.

Dass Heilmann schon in die Jugendarbeit des Vereins integriert ist, sei ein großer Vorteil, schwärmt Grimm. Schließlich soll sich die Mannschaft des SVI, die nach der Trennung im Aktivenbereich von der VB Zweibrücken (wir berichteten) in der C-Klasse an den Start gehen wird, zum einen aus ehemaligen Ixheimer „Rückkehrern“ und zum anderen aus aktuellen SVI-Jugendspielern speisen. „Sven hat dann schon den Überblick und kann den Nachwuchs perfekt in das Team integrieren“, sagt Grimm. Und Heilmann bestätigt: „Das sind super Buben. Und da ich sie mittlerweile alle kenne, muss ich dann nicht mehr groß überlegen, ob ich einen Mittelfeldspieler auch mal als Verteidiger einsetzten kann.“

Im Zweifelsfall will Spielertrainer Heilmann den jüngeren Spielern auf dem Feld den Vortritt lassen. Auch wenn er gerne selbst wieder gegen den Ball treten würde. „Aber ich bin ja Stürmer – und es zeichnet sich ab, dass wir in der Offensive für die C-Klasse bärenstark besetzt sein werden“, sagt der 37-Jährige.

Dass er beim SC Stambach in der B-Klasse in dieser Saison nicht mehr so oft zum Zuge gekommen war, habe durchaus eine Rolle dabei gespielt, sich Ixheim anzuschließen“, räumt Heilmann ein – allerdings eine untergeordnete. „Das konnte ich verstehen. Wir hatten einen breiten Kader. Außerdem war ich lange außer Gefecht gesetzt, habe in der Vorbereitung einen Tritt in die Kniekehle bekommen. Und später im Pokal einen Schlag auf den Fuß. Der war dann vier Wochen dick angeschwollen“, berichtet Heilmann. Der – wenn er auf dem Feld stand – dennoch bewies, dass er seinen Torriecher nicht verloren hat. In drei Kurzeinsätzen erzielte er zwei Treffer. Darunter einen ganz wichtigen beim 3:1-Sieg in einer engen Partie gegen den TuS Rimschweiler.

Auch wenn er zuletzt kein Stammspieler mehr war, fällt Heilmann die Trennung vom SC Stambach schwer. Nicht nur, weil es in der Liga (Platz zwei) gut lief und der SC im Kreispokal zuletzt ins Achtelfinale vorgestoßen war. Sondern auch „weil dort vom Trainer über den Vorstand bis zu den Mitspielern alles top war. So etwas habe ich selten erlebt. Es hat schon einen Grund gehabt, warum ich vom FC Höhfröschen wieder dorthin zurückgekehrt bin. Den SC zu verlassen – das tut schon weh“, sagt Heilmann. Mit einem Schmunzeln ergänzt er: „Der Stambacher Kapitän Lukas Erdmann ist einer meiner besten Freunde. Mit ihm fahre ich immer zu den Spielen des 1. FC Kaiserslautern. Er ist glaub ich schon ein bisschen böse, dass ich gehe. Ihn und den Rest der Jungs werde ich vermissen.“

In der kommenden Saison beginnt für Sven Heilmann, Lehrer an der Jakob-Reeb-Schule in Waldfischbach, also das (nächste) Kapitel beim SV Ixheim. Seit sein Wechsel feststeht, ist er dort auch fest in die Kaderplanung eingebunden.

Dass er mit dem SVI in der C-Klasse starten muss, ärgert ihn nicht. „Ich sehe es auf keinen Fall so, dass ich hier so etwas wie Aufbauarbeit leisten soll. Dafür ist der Verein organisatorisch und im Hinblick auf die Jugendarbeit viel zu gut aufgestellt“, sagt er. Einen kleinen Wermutstropfen gebe es durch den Beginn in der C-Klasse aber doch. „Ich hoffe, dass viele unserer Nachwuchsspieler den Weg mitgehen. Aber für einige dürfte die Liga zu niedrig sein“, vermutet Heilmann. Aber auch darin sieht er kein grundsätzliches Problem. Schließlich kooperierten SVI und VBZ trotz der Trennung auf dem Papier weiterhin. Und die Spieler, die aus der Ixheimer A-Jugend kämen, könnten im Zweifelsfall in den höherklassigen Aktiventeams der Vereinigten Bewegungsspieler ihrer Stärke entsprechend gefördert werden.

Mehr ärgert den 37-Jährigen, dass noch gar nicht abzusehen ist, wann seine Arbeit mit dem Team vor der kommenden Runde tatsächlich beginnen wird. Schließlich befindet sich auch die Fortsetzung der laufenden Spielzeit wegen Corona noch in der Schwebe. „Klar nervt die Situation. Das tut sie aber grundsätzlich. Ich spiele Fußball seit ich fünf Jahre alt bin – und so eine lange Pause gab es für mich noch nie“, sagt Heilmann. „Als Fußballer willst du einfach gegen den Ball treten, das geht gar nicht anders. Ich weiß aber, dass es allen Sportlern so geht und es gerade Dinge gibt, die wichtiger sind.“

Trotzdem „scharre ich schon mit den Hufen“, sagt der künftige Ixheimer Spielertrainer, der mit seiner Mannschaft um den Aufstieg in die B-Klasse mitspielen will.

Und auch beim SVI freut man sich bereits immens auf die Zusammenarbeit. „Sven ist ein total umgänglicher, kollegialer Typ. Ein Vereinsmensch“, sagt der Vorsitzende Sascha Grimm. „Zu uns nach Ixheim passt er sportlich – aber vor allem menschlich.“