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SV Wolfersheim will nächste Saison wieder eigene Mannschaft an den Start bringen

Fußball-Kreisliga : Aller Anfang wird schwer

Nach der Trennung von der DJK Ballweiler-Wecklingen wollen die Fußballer vom SV Wolfersheim nächste Saison wieder eine eigenständige Mannschaft an den Start schicken. Ob das gelingt, ist noch unklar. Der neue Trainer ist aber bereits gefunden.

Wer durch den kleinen Blieskasteler Stadtteil Wolfersheim fährt, darf sich über ein pittoreskes Ortsbild freuen. Für dieses gab bereits mehrfach nationale und sogar internationale Auszeichnungen – so im Jahr 2004 bei den Wettbewerben „Unser Dorf hat Zukunft“ und „Unser Dorf soll schöner werden“. Derzeit beheimatet Wolfersheim etwa 480 Einwohner, der örtliche Fußballverein SV Wolfersheim bringt es auf rund 150 Mitglieder. Alleine an dieser stolzen Zahl ist bereits der hohe Stellenwert der Blau-Weißen in der Dorfgemeinschaft erkennbar.

In der kommenden Saison will der SV Wolfersheim wieder eine eigenständige Aktivenmannschaft an den Start schicken. Nach sechs Jahren wurde die Spielgemeinschaft mit der DJK Ballweiler-Wecklingen gekündigt. Über die Gründe, die zu diesem Schritt geführt haben, mag der Wolfersheimer Vorstand derzeit nicht reden. Vielmehr will der Club trotz der Corona-Krise positiv nach vorne schauen – und nicht mehr zurück. Ab dem 1. Juli dieses Jahres ist man wieder sein eigener Herr.

Doch aller Anfang wird offenbar schwer, noch kann der Verein keine spielfähige Mannschaft stellen. „Sollten wir keine 15 Spieler zusammenbekommen, werden wir noch ein Jahr mit dem Wiedereintritt in den Spielbetrieb warten. Dann hätten wir länger Zeit, eine neue Mannschaft zu bilden“, bleibt SV-Geschäftsführer Jürgen Weber trotzdem positiv. Bislang steht fest, dass das ehemalige Wolfersheimer Eigengewächs Kevin Gintz den Trainerposten übernehmen wird. Er trainierte zuletzt den Landesligisten SF Walsheim. Bislang hätten bereits zehn Spieler ihre Zusage gegeben. „Corona hat uns auch sportlich nicht gut getan. Wir hatten zuvor freitags ein Training angeboten, da haben viele ehemalige Wolfersheimer Spieler reingeschnuppert. Das fällt jetzt weg“, klagt Weber.

Beim 1948 gegründeten Verein soll es einen strukturierten Neuanfang geben. Dafür stehen ein gepflegter Naturrasenplatz und ein ansprechendes Clubheim zur Verfügung. Sportlich will man aber zunächst kleinere Brötchen backen. „Kevin kennt die Bedingungen bei uns. Es kann gut sein, dass es zu Beginn auch einmal herbe Niederlagen geben wird. Es geht darum, sich Stück für Stück zu verbessern“, betont Weber und ergänzt: „Am liebsten würden wir in der Kreisliga Bliestal antreten. Da wir aber keine Reserve haben, könnte es auch die Kreisliga Saarpfalz werden.“

Geplant ist, dass sich ein fünfköpfiger Spielausschuss ausschließlich um den sportlichen Betrieb kümmert. Als sportlicher Leiter steht Jeremias Krebs zur Verfügung. „Wir könnten von der Infrastruktur her direkt loslegen. In Sachen Spielerverpflichtungen hoffen wir natürlich auch auf die Rückkehr von ehemaligen Wolfersheimern. Für die kommende Runde haben aber bereits die meisten Spieler bei anderen Vereinen zugesagt“, erklärt der Geschäftsführer. Auch Wiedereinsteiger in den Fußballsport – mit und ohne Wolfersheimer Vergangenheit – seien im Training willkommen. Ausweichplatz könnte die rote Erde in Herbitzheim werden. Wobei dieser Punkt noch finaler Klärung bedarf, so Weber.

Der SV Wolfersheim feierte auch vor der Spielgemeinschaft mit Ballweiler-Wecklingen sportliche Erfolge. In der Saison 2011/12 stieg der Club als Vize-Meister der Kreisliga A Bliestal in die Bezirksliga auf. Dort spielte der Verein bis vor sechs Jahren, als die SG Ballweiler-Wecklingen-Wolfersheim ins Leben gerufen wurde. „Wir hatten bereits super Trainer hier – Horst Wenzel und Urban Collmann zum Beispiel. Nun freuen wir uns auf den Neubeginn“, sagt Weber. Dann soll sich für Besucher in Wolfersheim nicht nur die Erkundung des prämierten Dorfes lohnen – sondern auch die Eintrittskarte für die Heimspiele der Fußballer.