Fußball-Bezirksliga Erst Horrorfilm – dann Happy End

Battweiler · In der abgelaufenen Saison schaffte der SV Battweiler in der Bezirksliga Westpfalz durch eine starke Rückrunde den Klassenverbleib. Ab Sonntag rüstet sich der SVB für die kommende Spielzeit. Dann will SVB-Spielertrainer Daniel Lenhard einen Fehlstart wie vergangenes Jahr vermeiden.

 Battweilers David Lang (in Gelb), der hier an Cedric Hamelin von den VB Zweibrücken vorbeizieht, spielte mit dem SVB in der abgelaufenen Saison der Bezirksliga Westpfalz eine starke Rückrunde.

Battweilers David Lang (in Gelb), der hier an Cedric Hamelin von den VB Zweibrücken vorbeizieht, spielte mit dem SVB in der abgelaufenen Saison der Bezirksliga Westpfalz eine starke Rückrunde.

Foto: Martin Wittenmeier

Die Fußballer des SV Battweiler starten an diesem Sonntag um 10 Uhr in ihre Vorbereitung auf die kommende Saison. Dass die SVB-Kicker in dieser weiterhin in der Bezirksliga Westpfalz gegen den Ball treten werden, stand in der abgelaufenen Spielzeit lange auf des Messers Schneide. Ein Rückblick:

Der Saisonauftakt verlief für das Team um das Spielertrainer-Duo Daniel Lenhard und Pablo Geßner wie in einem Horrorfilm. Die Gelb-Schwarzen, die in der Vorsaison nur ganz knapp die Teilnahme an der Aufstiegsrunde verpasst hatten, verloren ihre ersten vier Partien in Serie. Das war zwar noch kein Grund, in Panik zu verfallen. Da die Bezirksliga-Vereine wussten, dass es in der Spielklasse bis zu sechs Absteiger geben wird, konnte man aber durchaus schon von einer Hypothek sprechen.

Seit seinem 3:2-Erfolg am fünften Spieltag beim VfB Reichenbach zeigte Battweiler dann aber aufsteigende Tendenz. Als die Hinrunde absolviert war, hatte sich der SVB auf den sechstletzten Tabellenplatz zwölf vorgearbeitet. Zu diesem Zeitpunkt musste man beim SVB davon ausgehen, dass dies noch immer der erste mögliche Abstiegsrang sein könnte. Am Ende traf es dann aber „nur“ vier Mannschaften, die den Gang nach unten antreten mussten.

Das wusste man beim SVB damals freilich noch nicht. Und in der zweiten Saisonhälfte ging es im Tabellenkeller der Klasse weiter eng zu. Doch die Gelb-Schwarzen stemmten sich mit allem, was sie hatten, gegen den Abstieg. Sie sammelten in der Rückrunde 23 Punkte (Hinrunde:17) und beendeten die Spielzeit auf Rang zehn – mit einem Polster von 14 Punkten auf den ersten Absteiger VB Zweibrücken. Allerdings: Im Falle von sechs Absteigern wären es nur zwei Zähler gewesen.

Am Ende gab es also das große Happy End beim SV Battweiler. Doch was waren die Gründe für den Horrorstart? „Ganz zu Beginn war das aus meiner Sicht eine Motivationsgeschichte“, sagt Spielertrainer Lenhard. Gleich am ersten Spieltag unterlag er mit seinem Team der SG Mannweiler/Stahlberg/Dielkirchen (3:4), die nach der Saison als Schlusslicht den Abstieg antreten musste. „Und wenn du mal ein paar Spiele verloren hast, ist es nicht leicht, den Schalter wieder umzulegen“, ergänzt Lenhard.

Erst als die Saison auf die Winterpause zuging, sei es „von Woche zu Woche immer besser geworden. Jeder hat eine Schippe draufgepackt. Wir haben gesagt: Wir gehören von unserer Qualität nicht in die A-Klasse und wollen unbedingt in der Bezirksliga bleiben“, berichtet Lenhard und sagt weiter: „Wir haben einen Schritt nach dem anderen gemacht und auch gegen die Top-Mannschaften unter Beweis gestellt, dass wir konkurrenzfähig sind.“

So zum Beispiel am 21. April dieses Jahres, als Battweiler beim späteren Tabellendritten TSG Wolfstein-Roßbach zur Pause mit 0:3 zurücklag – und mit einer tollen Energieleistung noch zu einem 3:3 kam. Einer der Garanten für den Aufschwung der Gelb-Schwarzen war Top-Torjäger André Homberg, der 23 Treffer erzielte. Auch Pablo Geßner trug sich 18 Mal in die Torschützenliste ein.

Lenhard hofft darauf, dass seine Mannschaft in der kommenden Saison besser aus den Startlöchern kommt. Und auch wenn der Klassenverbleib in der abgelaufenen Runde lange nicht sicher war, ist er vom Potenzial seines Teams überzeugt. „Ich sehe uns als einen Kandidaten, der im vorderen Tabellendrittel landen kann. Es gibt aber bei uns keinen Druck, unbedingt oben mitspielen zu müssen. Wir nehmen mit, was geht und wollen in den Spielen auch die nötige Lockerheit an den Tag legen“, betont Lenhard.

Seine Titelfavoriten sind die FCK-Portugiesen III und der souveräne Aufsteiger FC Rodalben. Die Spvgg. Waldfischbach-Burgalben sei „eine Wundertüte“, habe aber grundsätzlich ebenfalls das Potenzial für eine sehr gute Platzierung. Letztlich müsse man aber abwarten, wie die Mannschaften in die Runde starten. Zudem gebe es meist mindestens ein „Überraschungsteam“, das vorher keiner richtig auf der Rechnung hatte, weiß Lenhard.

Beim Trainingsauftakt an diesem Sonntag kann er zwei Neuzugänge begrüßen. Der 22 Jahre alte Noah Hüther kam von der SG Rieschweiler. „Noah ist im Mittelfeld vielseitig einsetzbar. Ich sehe ihn am ehesten in der Zentrale, weil er ein richtig guter Ballverteiler ist“, sagt Lenhard. Der zweite Neuzugang ist deutlich routinierter: Der 35-jährige Marius Homberg trug zuvor das Trikot des VfB Waldmohr und soll seine Erfahrung entweder als Innenverteidiger oder im defensiven Mittelfeld einbringen. „Auch er wird uns mit Sicherheit weiterbringen“, meint Lenhard.

Dagegen wechselte Mittelfeldspieler Tim Ahrens zum A-Klasse-Aufsteiger SG Bechhofen-Lambsborn. „Tim war sechs Jahre hier und ist lange zwischen erster und zweiter Mannschaft gependelt. Zuletzt war er aber meistens bei der Ersten dabei. Das ist sportlich und auch menschlich auf jeden Fall ein Verlust“, bedauert der Battweiler Spielertrainer den Abgang.

In personeller Hinsicht gibt es beim Bezirksligisten vor dem Trainings-Auftakt keine Ausfälle zu beklagen. „Jeder Spieler kann sich von Beginn an für einen Stammplatz empfehlen“, freut sich Lenhard, der ankündigt, dass die erste und zweite Mannschaft weiter gemeinsam trainieren werden. „Eigentlich sehen wir uns hier sowieso als ein großes gemeinsames Team“, betont Lenhard, der auch die Anhänger der Gelb-Schwarzen lobt, „die uns daheim und auswärts immer toll unterstützen. Solche Fans zu haben, ist alles andere als selbstverständlich“, schwärmt der Spielertrainer.

Bleibt die Frage, wie es beim SV Battweiler nach den beiden Auftaktsiegen der deutschen Elf aktuell eigentlich mit der EM-Euphorie aussieht: „Bis jetzt bin ich von unserer Nationalmannschaft richtig positiv überrascht. Wenn die Jungs so weitermachen, sollte es auf jeden Fall mindestens bis ins Halbfinale gehen“, sagt Lenhard. England, Spanien und Frankreich habe er im Hinblick auf den Titel „ebenfalls auf dem Radar. Ich erwarte jedenfalls noch spannende EM-Spiele.“

Vielleicht fragen die deutschen Profis ja mal beim SV Battweiler nach – dort weiß man, wie man ein tolles Happy End schreibt.