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SV 64 Zweibrücken zum neuen Spielmodus der 3. Handball-Liga

SV 64 Zweibrücken : „Es ist sehr unattraktiv geworden“

Der Vorstand des Deutschen Handballbundes hat einen neuen Spielmodus für die derzeit unterbrochene Runde der 3. Handball-Liga beschlossen. Bei diesen Plänen sieht SV 64-Trainer Stefan Bullacher wenig Sinn, seine Mannschaft zu melden.

Die Begeisterung über die neuen Pläne des Verbands für die derzeit unterbrochene Saison in der 3. Handball-Liga hält sich bei Stefan Bullacher in Grenzen. „Ich war relativ geschockt“, sagt der Trainer des SV 64 Zweibrücken. Das Problem sei nicht der Modus an sich, „das Problem ist die geringe Anzahl an Spielen im Verhältnis zu dem katastrophalen Zeitpunkt“.

Der Vorstand des Deutschen Handballbundes (DHB) hat beschlossen, dass es in der aktuellen Saison „aufgrund des in Folge der Corona-Pandemie seit November ausgesetzten Spielbetriebs“ keine Absteiger geben wird. „Aufsteiger in die 2. Liga der Frauen und Männer sollen nach Möglichkeit unter den interessierten Vereinen ermittelt werden“, schreibt der Verband in seiner Mitteilung weiter. Neben dieser Aufstiegsrunde sollen auch alle anderen Vereine, die keine Ambitionen haben, in der höheren Liga aufzulaufen, aber am DHB-Pokal oder weiterhin am Spielbetrieb teilnehmen wollen, die Möglichkeit dazu erhalten. Die Teilnahme an Aufstiegsrunden sei dabei freiwillig. Vereinen, die darauf verzichten, entstehe kein Nachteil. Mannschaftszahlen in der 3. Liga der Frauen und Männer, Zahl der Staffeln sowie Auf- und Abstiegsregelungen für die kommenden Spielzeiten ab 2021/22 könnten erst zu einem späteren Zeitpunkt durch den Bundesrat festgelegt werden.

All diese Entscheidungen des DHB-Vorstands, dass es keine Absteiger, aber Aufsteiger sowie eine DHB-Pokal-Qualifikationsrunde geben soll, kamen grundsätzlich nicht überraschend. „Theoretisch ist alles so gekommen, wie wir das besprochen hatten – theoretisch“, betont Stefan Bullacher und fügt an: „Nur, dass sie aus unserer Runde eine Verstümmelung gemacht und sie so weit nach hinten gesetzt haben, dass das wenig Sinn macht.“

Gespielt werden soll nach den neuen Plänen von Ende April bis Mitte Juni. „Wir würden dann zu einem Zeitpunkt anfangen, an dem die normale Runde schon fast zu Ende wäre“, sagt der 52-Jährige. Und das, obwohl eigentlich alle betroffenen Mannschaften in den Startlöchern stehen. Denn an dieser Variante B, die bereits seit Ende Dezember besprochen wird, könnten ohnehin nur noch die Vereine teilnehmen, die auch trainieren können. „Alle anderen sind da ohnehin nicht mehr berücksichtigt. Das sind also Vereine, die seit mindestens Januar voll im Training sind“, erklärt Bullacher. Denn zunächst hieß es, der Re-Start würde am 1. März erfolgen. Daraufhin hätten alle Teams, die die Möglichkeit hatten, angefangen zu trainieren, um acht Wochen Vorbereitung zu haben. Dann folgte Ende Januar der nächste Schritt, in dem es hieß: Es wird Anfang April. „Da musstest du schon tief durchatmen – und hast dir gesagt: Komm, dann haben wir halt im April/Mai noch etwa zehn Spiele, das ist eine richtige Runde, beißen wir uns halt durch“, erzählt Bullacher. Doch jetzt sei der Zeitpunkt erneut um vier Wochen nach hinten verschoben worden. „Wir reden also von einer Vorbereitungszeit von vier Monaten, in denen wir nun auf das erste Spiel hinarbeiten.“ Die Enttäuschung über diese Entscheidung ist groß. Zumal alle betreffenden Mannschaften spielbereit seien. „Wir müssen ja auf niemanden warten“, sagt Bullacher. Da aber die am Aufstieg in die zweite Liga interessierten Mannschaften nun bis zum 31. März Zeit haben, ihre Lizenzunterlagen einzureichen, müssten diese Teams im Falle eines Rückzugs auch noch die Möglichkeit bekommen, an Spielen teilzunehmen.

Und so hat sich neben dem Zeitpunkt des Wiederbeginns nun auch der Modus der geplanten DHB-Pokal-Qualirunde, für die ebenfalls bis 31. März gemeldet sein muss, geändert. Aus den bis zuletzt geplanten rund zehn Spielen für jede Mannschaft in regionalen Staffeln sei folgender Plan geworden: „Es sollen jeweils vier Mannschaften zusammenspielen, die eine Einfachrunde absolvieren“, erklärt der SV 64-Trainer. Nach diesen drei Partien soll dann der Erste gegen den Vierten und der Zweite gegen den Dritten antreten. Danach die jeweiligen Sieger noch einmal gegeneinander. „Im Klartext heißt das, du hast fünf Spiele. Und darauf warten wir vier Monate lang“, kann Bullacher diesen Plänen des DHB-Vorstands nichts abgewinnen. „Es wären letzten Endes Freundschaftsspiele mit dem kleinen Schmankerl, dass der Sieger am Schluss in den DHB-Pokal rutschen kann“, äußert der SV 64-Trainer vor allem auch beim Blick auf den Zeitraum Bedenken. Die Spiele sollen bis Mitte Juni gehen, die neue Saison soll aber Mitte August schon wieder beginnen. „Das ist so unattraktiv geworden – auch mit Blick auf die neue Saison –, dass du überlegen musst, ob das jetzt Sinn macht oder du nicht lieber deine Testspielserie fortführst, im Mai wie gewohnt in die Pause gehst und am 1. Juli wieder in die Vorbereitung einsteigst.“ Der SV 64 selbst habe ohnehin noch je zwei Tests gegen Willstätt und Pforzheim/Eutingen geplant. Auch die anderen Drittligisten würden bereits unter den vorgeschriebenen Corona-Bestimmungen Testspiele bestreiten.

 „Wir halten zunächst mal an unserem Fahrplan fest. Bei uns herrscht aber Einigkeit, dass wir diesen Modus nicht spielen werden“, sagt Stefan Bullacher, der wisse, dass der SV 64 nicht der einzige Drittligist ist, dem diese Pläne nicht gefallen. „Aber es sind ja noch vier Wochen bis Meldeschluss, vielleicht kommt vom DHB bis dahin ja noch irgendeine Veränderung“, will der Zweibrücker Trainer die Meldung für die Spielrunde der Liga nicht kategorisch ausschließen. „Wir freuen uns jetzt aber einfach auf die Testspiele, die wir schon vereinbart haben – das sind attraktive Gegner für uns.“