3. Handball-Liga Löwen (womöglich) zum Siegen verdammt

Zweibrücken · Handball-Drittligist SV 64 Zweibrücken hat am letzten Spieltag Spitzenreiter Neuhausen gestürzt. Doch in der Klassenverbleibs-Gruppe der Löwen geht es eng zu. Womöglich müssen die Zweibrücker ihre verbleibenden drei Partien alle gewinnen, um den Abstieg zu vermeiden. Am Sonntag tritt der SV 64 auswärts beim HSC Coburg II an.

 Auch am Sonntag muss der SV 64 Zweibrücken um Tom Grieser (am Ball) wieder alles in die Waagschale werfen. Denn an der Tabellenspitze der Klassenverbleibs-Gruppe 5 geht es ungemein eng zu. Jeder Punkt könnte entscheidend sein. 
  Foto: Wittenmeier

Auch am Sonntag muss der SV 64 Zweibrücken um Tom Grieser (am Ball) wieder alles in die Waagschale werfen. Denn an der Tabellenspitze der Klassenverbleibs-Gruppe 5 geht es ungemein eng zu. Jeder Punkt könnte entscheidend sein. Foto: Wittenmeier

Foto: Martin Wittenmeier

Den großartigen Heimsieg gegen Staffel-Spitzenreiter TSV Neuhausen-Filder (33:30) haben die Drittliga-Handballer des SV 64 Zweibrücken nicht lange gefeiert. Denn in der Klassenverbleibs-Gruppe 5 könnte die Situation spannender kaum sein. Die Zweibrücker liegen aktuell auf Rang zwei – dieser würde bei Saisonende für den Klassenerhalt reichen. Doch nur einen Punkt hinter den Löwen lauert die HSG Friesenheim-Hochdorf II. Und die hat schon beide Spiele gegen Neuhausen bestritten, während die Zweibrücker beim Ligaprimus noch auswärts ran müssen. Im direkten Duell können die Löwen keine Punkte gegen Friesenheim mehr gutmachen, weil sich die beiden Teams bereits in der Hauptrunde gegenüberstanden. Die Rechnung ist daher einfach: Gewinnt Friesenheim-Hochdorf seine verbleibenden drei Partien, darf auch der SV 64 in der Restsaison nicht mehr als Verlierer von der Platte gehen. Sonst steht am Ende Rang drei – und damit der Abstieg. Deshalb werden die Löwen am Samstag wohl auch mit einem Auge Richtung Bayern schielen. Beim VfL Günzburg nämlich tritt Friesenheim zum Auswärtsspiel an. Der VfL, der in der Sechser-Gruppe Vorletzter ist, muss gewinnen, um die Minimalchance auf den Klassenerhalt zu wahren. Und dass die Günzburger heimstark sind, hat auch der SV 64 bei seiner 27:33-Auswärtsniederlage Anfang April am eigenen Leib erfahren müssen.

Die Zweibrücker selbst gastieren erst am Sonntag bei der Bundesligareserve des HSC Coburg. Anwurf ist um 16 Uhr in der HUK-Coburg Arena. Die Oberfranken sind das Schlusslicht der Gruppe – auch weil sie mit einer Hypothek von 0:4 Punkten in die Klassenverbleibs-Runde gestartet waren. Coburg steht somit bereits als Absteiger fest. Auch mit drei Siegen in den letzten drei Spielen kann der HSC das rettende Ufer nicht erreichen.

Dennoch sollte der SV 64 gewarnt sein. Am vorletzten Spieltag bezwang Coburg Günzburg mit 31:27 und sammelte so seine ersten beiden Zähler. Auch zuvor war der HSC trotz seiner Niederlagenserie keine Laufkundschaft. Die Partie bei Spitzenreiter Neuhausen (27:30) hielt Coburg bis tief in die Schlussphase offen. Die Zweibrücker siegten im Hinspiel zwar recht klar mit 29:23 gegen den HSC, hatten aber in der Anfangsphase mit der gegnerischen Abwehr um den starken Torhüter Fabian Apfel aus dem Bundesligateam der Bayern zu kämpfen. Im Angriff spielten die Gäste meist lange Ballstafetten und warteten geduldig, bis sich Lücken im Zweibrücker Abwehrverband auftaten. Das klappte bis zur Pause (12:12) auch gut – danach aber übernahmen die Löwen das Kommando. Im Auswärtsspiel am Sonntag steht SV-Trainer Stefan Bullacher voraussichtlich sein kompletter Kader zur Verfügung.

Für die Oberliga-Handballerinnen des SV 64 Zweibrücken steht am Sonntag um 14 Uhr (Halle Am Guckenberg) das Auswärtsspiel beim TV Bodenheim auf dem Programm. Die Rheinhessinnen stehen momentan mit 30:12 Punkten auf dem vierten Platz der Oberliga Rheinland-Pfalz-Saar. Zweibrücken mit 21:27 Zählern auf Rang acht.

Im Hinspiel waren die Rosenstädterinnen deutlich unterlegen, kamen beim 22:36 in eigener Halle heftig unter die Räder. Vor allem Bodenheims Kira Enders, die zehn Tore erzielte, bekam der SV überhaupt nicht in den Griff. Und hinten hielt die Bodenheimer 5:1-Deckung dicht. Die ist mit einem Schnitt von gerade einmal zwanzig Gegentoren pro Spiel ohnehin eine der besten der Spielklasse.

Die Zweibrückerinnen reisen hingegen mit dem Derbysieg vom vergangenen Wochenende gegen Saarbrücken (25:19) zum TV – und wollen für Bodenheim diesmal mehr sein als nur ein Sparringspartner. „Eine lange Runde geht langsam zu Ende. Wir wollen im vorletzten Auswärtsspiel eine bessere Leistung zeigen als im Hinspiel“, sagt SV-Trainer Rüdiger Lydorf

Die zweite Männer-Mannschaft des SV 64 greift derweil in der Saarlandliga nach der Meisterschaft. Mit einem Heimsieg am Samstag um 20 Uhr in der Westpfalzhalle gegen den Vorletzten HSG Ottweiler/Steinbach, wäre dem SV der Titel nicht mehr zu nehmen. Denn der Zweitplatzierte HSG TVA/ATSV Saarbrücken hat aktuell drei Punkte weniger auf dem Konto – bei nur noch zwei ausstehenden Spieltagen.

Die Aufgabe sollte für die zweite Mannschaft der Löwen machbar sein. Ottweiler/Steinbach konnte im Saisonverlauf lediglich fünf seiner zwanzig Spiele gewinnen. Auch das Hinspiel in Ottweiler ging mit 29:18 klar an die 64er.